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Mainstreaming-Konzept bzw. Kommunikationsplan der Entwicklungspartnerschaft "Brücken zur Arbeit"/Equal-Ostbayern-GmbH

  1. Zielsetzung des horizontalen Mainstreamings
  2. Inhalte und Strategien des horizontalen Mainstreamings
  3. Methodik des horizontalen Mainstreamings
  4. Finanzielle Ressourcen und indikatives Budget für das horizontale Mainstreaming
  5. Die Phasen des horizontales Mainstreaming
Zielsetzung des horizontalen Mainstreaming:

Zu einem erfolgreichen Mainstreaming gehören die Analyse von Informationen, die Generalisierung der erreichten innovativen Ergebnisse, die Bewertung der erreichten Innovationen, die Identifikation mit den evaluierten Ergebnissen und die Implementierung der Erkenntnisse in Nachfolgeprojekte. Dazu müssen die Aktivitäten dokumentiert und die Ergebnisse medial aufbereitet werden. Die thematische Vernetzung mit anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und Projekten fördert ebenso die Nachhaltigkeit des EQUAL-Programms. Der Aufbau eines strategischen Netzwerkes mit zahlreichen operativen und strategischen Partnern und die Identifikation der Akteure mit den gesammelten Erfahrungen und Ergebnissen lassen das EQUAL-Programm nachhaltig wirken.

Zielsetzungen auf Projektebene:

  • Erfahrungen und erzielte Ergebnisse bei der praktischen Umsetzung der formulierten innovativen Handlungsstrategien in die Praxis systematisch inhaltlich aufbereiten und auf breiter Ebene kommunizieren
  • Verbreitungsaktivitäten, insbesondere eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit

Zielsetzungen auf der Managementebene der Entwicklungspartnerschaft:

  • Vermittlung der Erfahrungen, erzielten Ergebnisse sowie Best Pratice Modelle an andere Entwicklungspartnerschaften und programmexterne Anwender
  • Aufbau eines Informations- und Kommunikationsnetzwerkes innerhalb der EP, mit anderen EPs und mit programmexternen Anwendern
  • Austausch über die Ergebnisse und Verfahren eigener und anderer Projekte und Akteure innerhalb dieses Informations- und Kommunikationsnetzwerkes
  • Mitarbeit in den thematischen Netzwerken des BMA und der EU
  • Systematische Erfassung und breit angelegte Kommunikation über erprobte Best-Pratice-Modelle und wirksame Lösungsansätze
  • Gemeinsame Entwicklung von neuen innovativen Konzepten und Strategien
  • Verbreitungsaktivitäten, insbesondere eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit

Zielgruppen des Mainstreamings:

  • operative, strategische und transnationale Partner der EP
  • programmexterne Akteure des Arbeitsmarktes, vor allem Vertreter der regionalen Wirtschaft
  • die Zielgruppen der Projekte von Equal-Ostbayern: ältere Arbeitnehmer, Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte, Ausländer, Asylbewerber, Behinderte, Frauen, Jugendliche, Sozialhilfeempfänger
  • relevante Akteure der Region (z.B. Beratungsstellen, andere Bildungsträger, Organisationen und Institutionen etc.)
  • andere bayerische EPs und Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung
  • andere nationale EPs und die Technische Hilfe EQUAL des Bundesarbeitsministeriums
  • andere europäische EPs und die Europäische Kommission

Erwartete Projektergebnisse:

  • Entwicklung von wirksamen Strategien zur Einbindung von Verfahren zur Bekämpfung der Diskriminierungen und Ungleichheiten auf dem regionalem Arbeitsmarkt Ostbayern in andere Maßnahmen
  • Strategien des Mainstreaming von Verfahren zur Bekämpfung der Diskriminierung und Ungleichheiten entwickeln, die einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung und Umsetzung der Equal-Initiative leisten, d.h. Möglichkeiten der Übertragung auf andere Programme aufzeigen
  • Entwicklung und Einbindung wirksamer Strategien, die einen Wandel auf individueller und institutioneller Ebene in Politik sowie Verfahrens- und Verhaltensweisen herbeiführen

Inhalte und Strategien des horizontalen Mainstreamings

Erprobung innovativer Handlungsansätze

  • Integration der Grundpfeiler Beratung, Qualifizierung und Beschäftigung zu einem ganzheitlichen Ansatz
  • Kontinuierliche (d.h. vom Zeitpunkt der Erstberatung bis hin zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt) und individuell zugeschnittene Integrationsbegleitung (z.B. sozialpädagogische Betreuung) und -hilfen (z.B. Mobilitätshilfen)
  • Enge Kooperation und gegenseitige Ergänzung von vier regional unterschiedlich positionierten Coachingstellen
  • Qualifizierung auf der Basis von individuellen Persönlichkeits-Entwicklungsplänen
  • Individualisierung des Förderangebots
  • Maßgeschneiderte Qualifizierungsmodule
  • Etablierung eines stabilen und kooperationsfähigen Netzwerkes
  • Einbindung aller wichtigen regionalen Arbeitsmarktakteure in einen stetigen Kommunikations- und Informationsfluss mit dem Ziel der Etablierung eines regionalen Beschäftigungsbündnisses
  • Entwicklung einer gemeinsamen Corporate Idea und eines Corporate Designs

Austausch über neue Erkenntnisse und Ergebnisse

  1. Austausch innerhalb der EP
    • Themenbezogene Workshops und Austauschtreffen der Kursleiter, Coachs und Projektumleiter alle 6-8 Wochen
    • Aufbau einer internen Informations- und Kommunikationsplattform
    • Reger Telefon-, Email- und persönlicher Kontakt zwischen den einzelnen Projekten (Mitarbeiter, Projektleiter und Projektträger)
    • Regelmäßige Treffen der operativen und strategischen Partner
    • Regelmäßige zusammenfassende Berichterstattung durch die Geschäftsstelle Equal-Ostbayern-GmbH
  2. Professionelle Öffentlichkeitsarbeit auf Projektebene und EP-Managementebene
    • Beachtung und Einhaltung der Regelungen des BMA für Publizitätsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Gemeinschaftsinitiative EQUAL
    • Entwicklung einer Corporate Identity und eines Corporate Designs
    • Entwicklung eines regionalen Logos
  3. Austausch mit anderen EPs
    • in den vom BMA und der EU organisierten Themennetzwerken (Anmeldung für die Themenfelder "Förderung beruflicher und regionaler Mobilität" und "Berufliche Integration besonders benachteiligter Personengruppen" erfolgte bereits)
    • Austausch auf nationalen und europäischen Equal-Veranstaltungen und Workshops
    • RODIN-Projekt der bayerischen EPs: Aufbau eines regionalen Kompetenzzentrums RODIN = regionales online-datenbankgestütztes Informationsnetzwerk (siehe beigefügtes Ergebnisprotokoll vom 11.9.2002)
    • Gemeinsam mit dem BayStMAS ist geplant, 1-2 mal im Jahr themenbezogene Kongresse für die bayerischen Equal-EPs durchzuführen
    • Gegenseitige Einladungen zu Veranstaltungen und gemeinsam organisierte Workshops
  4. Austausch mit programmexternen Anwendern
    • Bildung von Expertenzirkeln und Arbeitsgruppen zu arbeitsmarktrelevanten Themen in der Region Ostbayern
    • Präsentation der Equal-Initiative bei Anfragen von programmexternen Anwendern
    • Teilnahme an regionalen Diskussionen, Veranstaltungen etc.
    • Herausgabe eines monatlichen Online-Newsletters zu den Themen a) Arbeit und Beschäftigung, b) Bildung und Qualifizierung und c) psychosoziale Beratung und Hilfestellung
    • Aufbau einer internetgestützten Datenbank zu den Themen a) Arbeit und Beschäftigung, b) Bildung und Qualifizierung und c) psycho-soziale Beratung und Hilfestellung

Nutzung von Synergieeffekten

  • durch organisierten, stetigen Informations- und Kommunikationsfluss zwischen allen relevanten Akteuren
  • durch Aufbau von thematischen Netzwerken und einer regionalen Informations- und Kommunikationsplattform durch die Equal-Ostbayern-GmbH
  • Ressourcen vor Ort kostenneutral bzw. -günstig nutzen
  • bessere Vernetzung des Wissens um vorhandene Ressourcen in der Region
  • durch bessere Abstimmung der Bildungs- und Qualifizierungsangebote in der Region

Thematische Netzwerke

  • Teilnahme und Mitarbeit der EP "Brücken zur Arbeit" an den vom BMA organisierten Themenfeldern "Förderung beruflicher und regionaler Mobilität" und "Berufliche Integration besonders benachteiligter Personengruppen"

Methodik des horizontalen Mainstreamings

Verantwortliche für die Mainstreaming-Aktivitäten

Alle operativen und strategischen Partner sind an den Mainstreaming-Aktivitäten beteiligt. Dabei übernehmen jedoch die Geschäftsstelle und die operativen Partner ( Projektträger) die Hauptarbeit. Die Hauptprojektträger (u. a. die beteiligten Volkshochschulen) haben schon zahlreiche EU- Projekte erfolgreich durchgeführt und umgesetzt. Dabei ist auch die Bedeutung der Nachhaltigkeit und der Publizität entsprechend berücksichtigt worden. Die für Informations- und Publizitätsmaßnahmen verantwortlichen Personen innerhalb der Entwicklungspartnerschaft und bei den einzelnen Projekte werden in den Arbeits- und Organisationsplänen für die einzelnen Projekte, für die operativen und strategischen Partner explizit genannt.

Methodik des horizontalen Mainstreamings

  • Aufbereitung und Bewertung der Prozesse und Ergebnisse der einzelnen Projekte hinsichtlich ihrer Erfolgsfaktoren
  • Dokumentation und Verbreitung der Ergebnisse in der (Fach)Öffentlichkeit
  • Einbindung und Nutzung der Erfahrungen mit anderen Programmen (Ziel: Synergieeffekte nutzbar machen)
  • Beschreibung der Methoden, wie die Ansätze des Equal-Programms auch in andere Programme eingebunden werden können
  • Ausgehend vom horizontalen Ansatz sollen in unseren Projekten Faktoren für die durchgehende Diskriminierung und Ungleichheiten auf dem regionalen Arbeitsmarkt untersucht werden.
  • Überwachung des Projektverlaufs während des ganzen Bewilligungszeitraumes
  • Frühzeitige und kontinuierliche Sensibilisierung von Öffentlichkeit, Fachpraxis und politischen Entscheidungsträgern (Verbreitungsstrategien)
  • Einbeziehung der Arbeitsverwaltung
  • Permanenter Austausch und Abgleich innerhalb der EP, mit den transnationalen Partnern, anderen EPs und Akteuren aus anderen arbeitsmarktpolitischen Programmen

Verbreitungsaktivitäten der Arbeit von EQUAL

Auf der Management- aber auch auf der Projektebenen werden die erzielten Erfahrungen und Ergebnisse in verschiedenster Form kommuniziert:

  • Verwendung des Corporate Designs
  • Veröffentlichungen und Publikationen
  • Informationsbroschüren und Informationsmaterial
  • Erwähnung von Equal-Projekten in eigenen Publikationen (z.B. Kursprogramm)
  • Image- und Informationsplakate im Corporate Design an zentralen Stellen aufhängen
  • (themenbezogene) Workshops, vor allem mit den Kursleitern, Coachs und Personaldisponenten
  • Reger telefonischer und elektronischer Kontakt (per Email, in Diskussionsforen) zwischen den Kursleitern, Coachs und Personaldisponenten und operativen Partnern
  • Direkter Kontakt zur Geschäftsstelle jederzeit möglich
  • Potentielle Teilnehmer direkt anschreiben und telefonisch kontaktieren
  • Informationsmaterialien an Orten auslegen, wo sich potentielle Teilnehmer aufhalten (z.B. Supermärkte, Ämter, Vereine etc.)
  • Informationsveranstaltungen für Teilnehmer an Orten, wo sich Teilnehmer aufhalten (z.B. in Aussiedler- und Asylbewerberwohnheime, Vereinshäuser etc.)
  • Wichtige Ansprechpartner (z.B. potentielle Arbeitgeber) zuerst per Email, dann telefonisch und erst dann persönlich kontaktieren
  • Veranstaltungen
  • Querschnittsveranstaltungen ( Gender-Mainstreaming, lokale Aktionsprogramme, regionale Entwicklungskonzepte)
  • Internetauftritt und internetgestützte Angebote (Datenbank, Newsletter, Informations- und Kommunikationsplattformen, Veranstaltungskalender etc.)
  • Medienarbeit ( Zeitungsberichte , Radiobeiträge) vor Ort für lokale und regionale Medien
  • Konferenzen und Tagungen
  • Thematische Zirkel von Akteuren
  • Gremienarbeit und Briefing lokaler/regionaler Entscheidungsträger (z.B. Politik, regionale Arbeits- und Sozialämter, Caritas, AWO etc.)
  • Einbindung von zahlreichen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, Kommunen und Behörden
  • Herstellung gezielter Kontakte zu Beratungsstellen, Ämtern etc.
  • Präsentation der Equal-Aktivitäten in Veranstaltungen wichtiger Akteure in der Region (z.B. auf Wirtschaftsforum, Stadt- und Kreistagssitzungen, diverse andere Veranstaltungen)
  • Da die Projektträger in der Region etabliert sind, ist schon von vornherein eine Verzahnung der Erfahrung in der Region vorhanden, d.h. vorhandene Strukturen, Umsetzung, Qualität, Überzeugungsqualität und Kontinuität sind gewährleistet
  • Nutzung bestehender Netzwerke für Mainstreaming-Aktivitäten
  • Informative, regelmäßig aktualisierte Homepage mit Internetangeboten (interner und externer Newsletter; interner, geschützter Informations- und Kommunikationsbereich für Projektumsetzer; fachbezogene Foren; Datenbank; Veranstaltungskalender; Jobgesuche etc.)
  • Benchmarking zwischen den Projekten (Vergleichskriterien: Zahl der Klienten, Art der Klienten, Vermittlungsquoten, Betreuungsdauer, Mittelverwendung etc.)

Finanzielle Ressourcen und indikatives Budget für das horizontale Mainstreaming

Die EU-Mittel für Mainstreaming-Aktivitäten werden durch kommunale Mittel, Landesmittel und Eigenmittel der Projektträger zusätzlich ergänzt.
Die geplanten Kosten bzw. Ausgaben für das Mainstreaming ergeben sich aus den Finanzplänen der EP.

Die Phasen des horizontales Mainstreaming:

Die Entwicklungspartnerschaften und relevante Arbeitsmarktakteure sollen das Konzept des horizontalen Mainstreamings umsetzen. Die Umsetzung lässt sich in 2 Phasen beschreiben, nämlich in Form der

  1. Disseminationsphase (einschließlich der thematischen Netzwerke und der systematischen Verbreitung von Ergebnissen) und in Form der
  2. Transferphase.

Zu a) Phase der Dissementation:
Aufgabe der Dissemination ist die Aufbereitung von Projektprozessen und -ergebnissen für die Verbreitung. Ziel ist es dabei, eine Darstellung zu finden, die es Interessenten ermöglicht, die Transferierbarkeit in die eigene Praxis einzuschätzen und Anpassungsbedarf an die jeweiligen Voraussetzungen zu erkennen.
Die Dissemination vollzieht sich in mehreren Schritten

  1. Analyse der Ausgangslage und Beschreibung der Rahmenbedingungen (lokal, Zielgruppe, Sektor), unter denen der innovative Handlungsansatz erprobt wurde.
  2. detaillierte Beschreibung des innovativen Handlungsansatzes
  3. Bestimmung der Erfolgsfaktoren des innovativen Handlungsansatzes: Mit dem Ziel, den Handlungsansatz für externe Anwender nachvollziehbar und prüfbar zu machen, wird es darauf ankommen, neben den Erfolgsfaktoren auch die Gren­zen aufzuzeigen, an die die modellhafte Erprobung gestoßen ist. Aufgabe ist es ferner nicht, Einzelergebnisse zu beschreiben, sondern Prozesse nachzuzeichnen und die Projektaktivitäten zu dokumentieren.
  4. Mediale Aufbereitung der erzielten Ergebnisse und der Best-Practice-Modelle
  5. Verbreitungsaktivitäten

Dem Prozesscharakter der Dissemination entspricht eine möglichst frühzeitige Kommunikation des Handlungsansatzes in den Medien, in der allgemeinen wie der Fachöffentlichkeit und schließlich im lokalen politischen Umfeld. Hierbei kommt insbesondere auch den in den jeweiligen Entwicklungspartnerschaften mitwirkenden strategischen Partnern eine besondere Bedeutung zu.

b) Transferphase

Die Entwicklungspartnerschaft wird so eng wie möglich mit dem EQUAL-Team "Technische Hilfe" des BMA zusammenarbeiten. In Abstimmung mit dem BMA ist anschließend ein Aufgreifen der erfolgreichen innovativen Ansätze durch interessierte Projektträger jederzeit möglich. Der ständige Informationsfluss zu den national politisch verantwortlichen Organisationen und Agenturen ist selbstverständlich.
Die Entwicklungspartnerschaft wird auf europäischer Ebene die Erkenntnisse und Ergebnisse immer bei Bedarf und Anfrage präsentieren und zudem auch im Rahmen der transnationalen Partnerschaft den Partnern und den ihnen angeschlossenen Netzwerken zur Verfügung stellen. Auch die wissenschaftliche Begleitung im Zusammenhang einer grundlegenden Evaluierung wird in die europaweite Evaluierung des EQUAL-Programms integriert. Zudem werden die Projekte der EQUAL-Ostbayern GmbH in die geplante Europäische Datenbank implementiert und stehen somit allen Interessenten europaweit zur Verfügung. Die Entwicklungspartnerschaft "Brücken zur Arbeit" wird versuchen, auch Transferveranstaltungen im ostbayerischen Raum (z.B. im Rahmen der geplanten Regionalen Arbeitsmarktgespräche) zu organisieren, wobei deren Inhalte mit der Kommunikationsstrategie auf Programmebene abgestimmt werden sollen.

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