Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Gliederung:

  1. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit: Fakten und Begriffe
  2. Strategien der Gemeinschaftsinitiative EQUAL zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit am Arbeitsplatz
  3. Strategie der EP „Brücken zur Arbeit“ zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus
  4. Strategien zur Integration von Ausländern, Aussiedlern und Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt
  5. Diversity Management
  6. Filmprojekt "Der Fremde im Spiegel"
  7. Material und Planungshilfen für den Unterricht
  8. Links und Literatur zum Thema

1. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit: Fakten und Begriffe

"Ausländer ist jeder, der nicht Deutscher im Sinne des Art. 116 Abs. 1GG ist" heißt es im Ausländergesetz der Bundesrepublik Deutschland §1(2)

"Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat." Art. 116 Abs. 1 GG

"Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern" Art. 116 Abs. 2 GG

Rassismus:

Was in der Bundesrepublik mit dem Begriff "Ausländerfeindlichkeit" bezeichnet wird, wird in anderen Ländern "Rassismus" genannt.
Elemente des Rassismus sind:

  • Rassistische Ideologie Bestimmte rassische oder ethnische Gruppen werden von "Natur aus" als überlegen oder unterlegen eingestuft.
  • Auf Vorurteile beruhende Einstellungen Bestimmte Gruppen gelten aufgrund der ihnen zugeschriebenen "Minderwertigkeit" als kriminell, dreckig, arbeitsscheu, geldgierig usw. Bestimmten Gruppen wird so eine Schuld an der "Überfremdung", an Wohnraumnot und Arbeitslosigkeit angelastet.
  • Diskriminierende Verhaltensweisen Als unterlegen eingestufte Gruppen dürfen diskriminiert, beherrscht oder eliminiert werden.
  • Moralische und pseudowissenschaftliche Begründungen für die Diskriminierung bilden die Rechtfertigung für diese Handlungsweisen.
aus: Günther Gugel, Ausländer Aussiedler Übersiedler, (5) 1994.

"jede Unterscheidung, jeder Ausschluss, jede Einschränkung oder Bevorzugung auf Grund von Rasse, Farbe, Abstammung, nationaler oder ethischer Herkunft mit dem Ziel oder der Folge, die Anerkennung, den Genuss oder die Ausübung der Menschenrechte und Grundfreiheiten auf gleicher Grundlage im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem anderen Bereich des öffentlichen Lebens aufzuheben oder zu behindern"
(Art1;1) Internationales Übereinkommen zur Beseitigung von jeder Form der Rassendiskriminierung, 1966

"Rassismus liegt immer dann vor, wenn bestimmte Merkmale von Menschen (z. B. Hautfarbe, Asylbewerber zu sein, Geschlecht usw.) mit bestimmten Eigenschaften gekoppelt werden (z. B. wenn von der Hautfarbe oder Herkunft auf die geistige, kriminelle oder sexuelle Energie o. ä. geschlossen wird) und durch diese Konstruktion eine Bewertung entsteht."
Posselt/Schumacher: Projekthandbuch Gewalt und Rassismus, Mühlheim 1993

2. Strategien der Gemeinschaftsiniative EQUAL zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit am Arbeitsplatz

  • Grundsätzliches:
    • Entwicklung adäquater Konzepte, Instrumente und Methoden zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit
    • Unterstützung des gemeinsamen Lernens und Arbeitens von deutschen und ausländischen Jugendlichen und Erwachsenen
    • Versuch, alle Nationalitäten zur Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft anzuregen
  • In den Betrieben:
    • Sensibilisierung von Unternehmensleitungen und Mitarbeitern für ethnische und interkulturelle Unterschiede
    • Herausstellung der Vorteile, die sich aus der Vielfalt der Mitarbeiter/innen für ein Unternehmen ergeben
    • Kompetenztrainings, Workshops und Seminare für Führungskräfte und multinationale Belegschaften von Betrieben, für Lehrer/innen und Multiplikatoren/innen
    • Gesprächskreise, die außerbetriebliche Konfliktthemen zur Sprache bringen
  • In den Projekten:
    • Unterstützung lokaler Kooperationen und Partnerschaften
    • in bereits bestehende Projekte zur beruflichen Förderung von Ausländern sollen Aktivitäten zur Förderung des Zusammenlebens von Deutschen und Ausländern eingebaut werden
    • Ausländer sollen, gemäß ihrem Anteil an den Erwerbstätigen/ Arbeitslosen an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen beteiligt werden

3. Strategie der EP „Brücken zur Arbeit“ zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

3.1. Grundverständnis

In allen Aktivitäten der EP wird strikt darauf geachtet, dass Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus in allen ihren Formen, offenkundige Verletzungen der Persönlichkeitsrechte sowie Intoleranz aus religiösen Gründen verhindert und bekämpft werden. Im Rahmen der diversen Beratungs-, Qualifizierungs- und Unterstützungsmaßnahmen sowie der Veranstaltungen etc. sollen die Wahrung der Verschiedenartigkeit und Gleichheit der Menschen sowie die Toleranz gefördert werden. Daher sind die diversen Maßnahmen für alle Menschen – egal welcher Rasse, Hautfarbe, Religion oder ihrer nationalen oder ethnischen Herkunft – grundsätzlich offen. Insbesondere sollen durch unsere Aktivitäten auch die berufliche Bildung und die Beschäftigung von Menschen gefördert werden, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Rasse Diskriminierungen erfahren. Da sich die EP in einer Grenzregion befindet und die Menschen die Auswirkungen der EU-Erweiterung sowie die Konkurrenz durch die angrenzenden Nachbarn unmittelbar erleben, ist es umso wichtiger die Toleranz gegenüber dem „Anderem“, dem „Fremden“, dem „Unbekannten“ zu fördern und bestehende Vorurteile zu abzubauen. Vielmehr sollen die Chancen und die Potentiale des „Fremden“ und des gemeinsamen Miteinanders aufgezeigt werden. So kann der Erwerb interkultureller Kompetenzen zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit benachteiligter Personen beitragen.

3.2. Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit durch Erlangen von interkultureller Kompetenz

  • Eine Frage des eigenen Standpunktes?

„Interkulturelle Bildung und Erziehung vermittelt und trainiert Fremdverstehen. Fremdverstehen kann jeder lernen. Es ist die wichtigste Bedingung für erfolgreiche Interaktion zwischen Vertretern unterschiedlicher Kulturen und funktioniert entlang des Begriffspaares ‚Eigenes’ und ‚Fremdes’“
aus: Handreichung für Lehrkräfte an Berliner Schulen, Interkulturelle Bildung und Erziehung, Berlin 2001

Für die praktische Arbeit in der EP bedeutet dies:

Klärung der eigenen Fragen, Standpunkte und Begriffe (z. B. Was ist eigen? Was ist fremd? Was heißt für mich akzeptieren, respektieren?) und überdenken des eigenen Werte- und Normensystems, Schulung von Selbst- und Fremdwahrnehmung und damit auch Einüben des Perspektivenwechsel (z. B. durch Rollenspiel, Rollentausch, Was können wir von unserem Gegenüber lernen? Vermitteln von Fremdheits- oder Minderheitenerfahrung, Schüleraustausch), sich der eigenen Vorbildfunktion bewusst sein und diese vorleben.

  • Selbstbewusstsein stärken

Um einen angstfreien Umgang mit dem Fremden zu ermöglichen ist es wichtig, das Ich und somit das Selbstbewusstsein zu stärken. Nur wer sich selbst kennt, muss sich nicht zwanghaft abgrenzen und einen Identitätsverlust fürchten. Dazu ist es wichtig Orientierungshilfen anzubieten und so Akzeptanz, Toleranz und gegenseitigen Respekt anzubahnen sowie einen Austausch zu ermöglichen. Die Vielfalt soll als positiv und bereichernd und nicht als Bedrohung wahrgenommen werden.
aus: Handreichung für Lehrkräfte an Berliner Schulen, Interkulturelle Bildung und Erziehung, Berlin 2001

Für die praktische Arbeit in der EP bedeutet dies:

Fachkenntnis und Kompetenzen fördern, denn nichts stärkt mehr das Selbstwertgefühl wie Kompetenz und Erfolg. Persönliche Stärken bewusst machen.

  • Befähigung zu Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit

Das Miteinander darf nicht durch Vernachlässigung von Problemen und Konflikten belastet werden. Wichtig ist hierbei Konfliktfähigkeit zu trainieren, damit man angemessen auf diese reagieren und Lösungsansätze entwickeln kann.
aus: Handreichung für Lehrkräfte an Berliner Schulen, Interkulturelle Bildung und Erziehung, Berlin 2001

Dabei kann das Erlernen von Kommunikationsfähigkeit einen großen Beitrag leisten. Wenn man weiß wie Kommunikation funktioniert und das einübt, kann es besser gelingen mit seinem Gegenüber zurechtzukommen. Dabei sind kulturelle Unterschiede in der Art der Kommunikation unbedingt zu berücksichtigen um Missverständnissen vorzubeugen. (z. B. Blickkontakt beim Gespräch hat in verschiedenen Kulturkreisen jeweils eine andere Bedeutung: Schwarzafrikaner werden einer höhergestellten Person aus Respekt nicht direkt in die Augen schauen).

Für die praktische Arbeit in der EP bedeutet dies:

Über die Grundzüge der Kommunikation Bescheid wissen, sich über die Grundzüge der Muttersprache des „Gegenübers“ informieren (das fördert das Verständnis für die Denkweise des Anderen), Namen richtig aussprechen und schreiben.

  • Miteinander Leben – Begegnung ermöglichen

Das Miteinander Leben durch gemeinsame Begegnung und Erlebnisse erlernen. Dadurch wird Vertrauen geschaffen. Durch das Miteinander Leben die Mitbestimmung ermöglichen, um so gemeinsame Entwicklung zu ermöglichen. Dabei soll die Kultur nicht bewertet werden. Kenntnis über die Kulturen und Länder, denn Wissen hilft Toleranz aufzubauen Kennen und Rücksichtnahme auf kulturelle Besonderheiten und Feste (z. B. Leistungsfähigkeit während des Ramadan)
aus: Handreichung für Lehrkräfte an Berliner Schulen, Interkulturelle Bildung und Erziehung, Berlin 2001

Für die praktische Arbeit in der EP bedeutet dies:

Begegnung und Austausch ermöglichen, Respekt und Toleranz einüben, sich miteinander vertraut machen.

  • Wir haben uns alle lieb? – Grenzen

Natürlich kann es nicht sein, dass wir uns alle „lieben“ und alle Schwierigkeiten durch ein Konzept des interkulturellen Lernens beseitigt werden können. Es muss deshalb Ziel sein, dass wir auch neben dem Miteinander auch das Nebeneinander akzeptieren müssen und Spannungen aushalten können. Wir müssen akzeptieren, dass wir vieles nicht verstehen können.

Aber auch hier gilt: kriminelles, menschenverachtendes und demokratiegefährdendes Verhalten kann nicht toleriert werden.

Für die praktische Arbeit in der EP bedeutet dies:

Bei Situationen, die nicht hinnehmbar sind, intervenieren, Grenzen anerkennen (Eigene, des Systems, der Situation, des Anderen), Spannungen aushalten lernen, Perfektionismus ablegen, Mut zur Unvollständigkeit haben, die Bereitschaft erhalten, trotz Grenzen und Widerstände, immer wieder aufeinander zuzugehen.

3.3. Geplante Aktivitäten in der EP

  • Empowerment von Migrant/innen und Aussiedler/innen (siehe Empowerment)
  • Sprachliche Weiterbildung von Migrant/innen und Aussiedler/innen (z. B. Einführung eines Mentoren-Konzeptes, bei dem Deutsche gemeinsam mit Ausländern lesen, nach der Idee „die Leselernhelfer Mentor Hannover e.V.“)
  • Entwicklung und Erprobung interkultureller Lehr- und Lernkonzepte sowie Strategien und Methoden für den Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Informations-, Öffentlichkeits- und Sensibilisierungsmaßnahmen (z. B. in Zusammenarbeit mit der Universität Passau im Rahmen des Arbeitskreises „Gemeinsam-Leben-Lernen“ geschehen)
  • Intervention: Erarbeiten und Aufstellung von konkreten Gesprächsregeln und Grenzen, Gruppen bei der eigenen Konfliktlösung anleiten, Vertrauenslehrer wählen, Einschreiten bei „Stammtischparolen“ durch Argumente (z. B. mit Hilfe des interkulturellen Sprechführers der Bundeszentrale für politische Bildung)
  • Qualifizierungen von Multiplikatoren und Projektmitarbeitern (z. B. durch Workshops im Bereich „Gesprächsführung“, „Kommunikation“, „Konfliktlösungsmodelle“)
  • Sensibilisierung von Entscheidungsträgern und Mitarbeitern in Bildungsinstituten, Arbeits- und Sozialverwaltung sowie Unternehmen
  • Thematisierung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Qualifizierungsmaßnahmen (z. B. Vorführung und Arbeit mit dem Film „Der Fremde im Spiegel“)
  • Ausländer/innen und Aussiedler/innen als Teilnehmer in Maßnahmen interkulturelle Kompetenzbildung in Betrieben, bei Arbeitsmarktakteuren, Organisationen, Migrant/innen und Aussiedler/innen sowie operativen und strategischen Partnern der EQUAL-Initiative (z. B. Workshops über „Kommunikationsformen in verschiedenen Kulturkreisen“)

4. Strategien zur Integration von Ausländern, Aussiedlern und Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt

  • Herstellung der Beschäftigungsfähigkeit und beruflicher Kompetenz:
    • psychosoziale Stabilisierung
    • schulische Abschlüsse
    • Orientierung/ Beratung zur Entwicklung der beruflichen Qualifikation im Hinblick auf eine eventuelle Rückkehr in das Herkunftsland
    • Sprachkompetenz
    • Anpassung der Qualifizierungsdauer an die individuelle Aufenthaltsdauer
  • Wiederherstellung der Beschäftigungsfähigkeit und der beruflichen Kompetenz
    • psychosoziale Stabilisierung
    • berufliche Fördermaßnahmen
  • Erhalt und Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit:
    • Kompetenzen zur Existenzgründung im eigenen Land
    • Förderung von Unterstützungsstrukturen für Asylbewerber/innen

5. Diversity Management

Durch Diversity Management will man bisher Ausgegrenzte (Ausländer, Aussiedler usw.) in den Arbeitsmarkt eingliedern, indem man die Vorteile einer gemischten Belegschaft und die Möglichkeit, durch sie neue Märkte zu erschließen und Kulturen gezielt zu nutzen, aufzeigt. Kompetenztrainings, Workshops, Seminare, Gesprächskreise, Bildungsmaßnahmen etc. sollen dazu führen, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit am Arbeitsplatz abgebaut werden und die Verschiedenheit als Chance begriffen wird.

weitere Informationen zu Diversity Management>>

6. Filmprojekt "Der Fremde im Spiegel"

Ein indianisches Sprichwort lautet: "Großer Geist, bewahre mich davor, je einen anderen zu verurteilen, bevor ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gelaufen bin".

Wie ist es, in die Schuhe, bzw. Fußstapfen eines anderen zu treten? Wie fühlt es sich an, in seiner Haut zu stecken? Noch dazu in einer Haut, die fremd ist, die anders aussieht?
Um diese Frage geht es in dem Film "Der Fremde im Spiegel".

"Der Fremde im Spiegel" ist ein realistisches Kurzporträt zweier gebeutelter Menschen und gleichzeitig ein modernes Märchen, eine Parabel zum Thema Vorurteile.

Der Film kann in unserer Geschäftsstelle kostenlos ausgeliehen werden:

EQUAL-Ostbayern-GmbH
Nibelungenstr. 16
94032 Passau
Tel.: 0851-7568800
E-Mail: info@equal-ostbayern.de

Falls Sie an einer Ausleihe auf dem Postweg interessiert sind, schicken Sie uns bitte einen mit 1,45 € frankierten Rückumschlag DIN A5 an oben genannte Adresse.

Der EQUAL-Film "Der Fremde im Spiegel" im Verleih der Landesfilmdienste

Der Film ist jetzt in den Verleih der Landesfilmdienste aufgenommen worden. Bildungsträger, Schulen, Firmen u.a. können den Film zum Thema Fremdenfeindlichkeit am Arbeitsplatz über die bundesweiten Niederlassungen der Landesfilmdienste ausleihen und zur Information oder Weiterbildung nutzen.

Der Film kann auch direkt über die Website der Landesfilmdienste herunter geladen werden: Landesfilmdienste.de

Inhalt
Marius, ein Deutscher und Damir, ein Albaner sind beide Schweißer. Sie arbeiten in einer Gruppe zusammen. Dabei unterläuft ihnen ein schwerwiegender Fehler. Ein Streit bricht aus, Vorurteile und feindselige Gefühle treten offen zu Tage. Bei der Auseinandersetzung kommt es zu einem Unfall mit Starkstrom. Als die beiden danach in den Spiegel schauen, merken sie: Ihre Körper sind vertauscht worden. Langsam wird ihnen klar, dass sie keine andere Wahl haben, als das Leben des Anderen zu leben. Und das hält für beide einige Überraschungen bereit.

Entstehung und Finanzierung

EQUAL (www.equal-de.de) ist eine aus dem Europäischen Sozialfonds geförderte Gemeinschaftsinitiative die zum Ziel hat, durch innovative, neue Ideen und Projekte, Ungleichheiten und Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt zu beseitigen und damit benachteiligte Menschen ins Arbeitsleben zu integrieren. Dazu gehört auch, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen und die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren.

Prointecra (www.prointecra.de), eine Partnerschaft in Berlin, die im Rahmen der EQUAL-Initiative aktiv ist, hat den Film zusammen mit ihren österreichischen und italienischen EQUAL-Partnern in Auftrag gegeben.

Produktion
Der Film ist eine Koproduktion der Reinhard Günzler Filmproduktion und der Hochschule Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Einige Studenten erhielten hier die Chance, sich im Rahmen einer professionellen Produktion zu bewähren. Im Gegenzug stellte die Hochschule der Produktionsfirma technische Ausstattung zur Verfügung. Für den Kameramann Jan Lehmann und die Produktionsleiterin Daniela Muck war "Der Fremde im Spiegel" der Diplomfilm. Er wurde Anfang 2004 an sechzehn Originalschauplätzen in und um Berlin gedreht. Aufgrund des Low-Budget Etats standen nur neun Drehtage zur Verfügung. Die 40-köpfige Crew sowie fast 30 Schauspieler und mehr als 60 Komparsen arbeiteten ohne Honorar

Der Regisseur Reinhard Günzler

Geboren 1960 in Recklinghausen. Nach dem Abitur Zivildienst in Münster, danach Studium der Filmwissenschaft, Politik und Soziologie an der FU Berlin. Parallel Videoclips und Musikdokumentationen, unter anderem für "Die Ärzte". 1990 bis 1995 Autor und Regisseur beim ARD-Jugendmagazin "Moskito". Jährlich mehrere Kurzspielfilme in unterschiedlichsten Genres. Parallel Spots gegen Ausländerfeindlichkeit und Regie bei der Reality-Serie "Das wahre Leben" (1993). Ende der Neunziger Buch und Regie bei zwei Science-Fiction Kurzfilmen. ("Max" macht die verwirrende Entdeckung, dass er in einer virtuellen Warenwelt lebt. "Das Geheimnis des Euro" beschreibt ein Europa des Jahres 2799). Beide Filme wurden mit dem Deutschen Wirtschaftsfilmpreis ausgezeichnet. Ab 1999 Schwerpunktverschiebung in Richtung Drehbuch. Konzept und Treatments für eine neue ZDF-Kinderserie, dann Drehbuch für ein Märchenspielfilm des Kinderkanals ("Der verzauberte Otter", im Juni 2002 prämiert durch die Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Sendetermin 14.11.04) und zwei noch unverkaufte Bücher.

Filmografie - als Regisseur (Auswahl):

Bitte, Bitte (Videoclip, Die Ärzte, für CBS/Sony, Super16mm, 5 Minuten, 1989)

In Berlin (Videoclip, Dolmen, für Jim Rakete, 16mm, 3 Minuten, 1989)

Die Ärzte Live (Musikdokumentation, für CBS/Sony und Arri TV, Beta SP, 2 x 50 Minuten, 1989)

Spots gegen Ausländerfeindlichkeit (3 Kurzfilme, für SFB/ARD und die Ausländerbeauftragte des Berliner Senats, 35mm, 3 x 1,5 Minuten, 1993, auch Buch)

Das wahre Leben (Dokuserie, für Premiere, Beta SP, 14 x 30 Min, 1993)

Moskito (13 Kurzspielfilme und 2 Trailer, für SFB/ARD, Beta SP und 16mm, 3-5 Minuten, 1990 - 95, Prix Europa 1996 für "Shalom", alle Drehbücher)

Max (Science-Fiction-Kurzfilm, für Tag/Traum Filmproduktion im Auftrag der Stiftung Warentest, 17 Minuten, Super 16mm, 1997, Deutscher Wirtschaftsfilmpreis 1998, auch Buch)

Das Geheimnis des Euro (Science-Fiction-Kurzfilm im Auftrag der Stiftung Verbraucher Institut, 16 Minuten, 35mm, 1998, Deutscher Wirtschaftsfilmpreis 1999, auch Buch)

Der Fremde im Spiegel (Spielfilm, Koproduktion mit der HFF Potsdam Babelsberg, 27 Minuten, 35mm, 2004, auch Buch)


Filmografie - als Autor (Auswahl):

Das Geheimnis des schwarzen Hügels (Konzept und 12 Treatments einer neuen, wöchentlichen Kinderserie für die Studio TV Film Berlin im Auftrag des ZDF, 2000)

Der verzauberte Otter (Märchenspielfilm im Auftrag des Kinderkanals, 1. Preis beim Drehbuch-Wettbewerb der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Juni 2002, KiKa-Sendetermin 14.11.04)

Eismeer (ökologischer Thriller, optioniert von Polyphon Hamburg)

Haus Sonnenschein (Krimi vor dem Hintergrund des Medikamentenmissbrauchs in deutschen Altenpflegeheimen, noch ohne Produzent)


Schauspieler

Damir

André Bolouri (*1970), sein Vater kam 1960 aus dem Iran nach Deutschland. Seit 1998 ist er an der Fritz- Kirchhoff-Schauspielschule in Berlin.


Marius

Oliver Fleischer (*1974), ist zu sehen in zahlreichen Theater-, Film- und Kinoproduktionen
(www.oliver-fleischer.de).


Guram

Nenad Zanic, (*1976), ein in Deutschland geborener Kroate. Schauspielschule in Ulm. Off-Theater in Berlin, Fernseh- und Kinofilme, Drehbuchautor.

7. Material und Planungshilfen für den Unterricht

Hier wollen wir Ihnen Arbeitsblätter zum Film anbieten und dazu einen Überblick über Planungshilfen und pädagogisches Material zum Thema Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und interkulturelle Erziehung geben.

Im Moment sind wir noch am Aufbau dieses Angebotes und freuen uns auf eine Zusammenarbeit mit Lehrern, Dozenten, Bildungsträgern und sonstigen Interessierten.

Derzeit können wir Ihnen Folgendes anbieten:
Arbeitsblätter zum Film "Der Fremde im Spiegel" (PowerPoint-Präsentation - 7,68 MByte)

8. Links und Literatur zum Thema

Hier finden Sie im Moment noch eine kleine Auswahl an Links und Literatur. Wir sind im Moment dabei, diese Liste zu erweitern und zu kommentieren.

Links allgemein

  • Mediathek gegen Rassismus, Siegen

  • www.mediathek-gegen-rassismus.de

    Hervorragende Linkliste über Organisationen, die pädagogische Materialien bereitstellen, gut kommentiert

  • Exit-Deutschland, Berlin

  • www.exit-deutschland.de

    Eine hilfreiche Webseite für Menschen die von Rechtsradikalismus betroffen sind oder sich für demokratische, meschenrechtliche Werte engagieren wollen, ist die Webseite von EXIT-Deutschland. EXIT-Deutschland ist eine von Ex-Kriminaloberrat Bernd Wagner und Ex-Naziführer Ingo Hasselbach mit Hilfe der Amadeu Antonio Stiftung und der Freudenberg Stiftung gegründete Initiative, die seit Sommer 2000 für Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene Hilfe zur Selbsthilfe bietet. Auf dieser Webseite können Sie auch Publikationen zum Themenbereich bestellen.

    EXIT arbeitet eng mit dem Zentrum Demokratische Kultur zusammen, das sich unter dem Dach der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH befindet. Hier können Sie Informationen über Ereignisse und Entwicklungen, sowie über Lageeinschätzungen zum Thema Rechtsextremismus erhalten. Die ZDK bietet auch thematische Fortbildungen, Qualifizierungen und Veranstaltungen an.

Links pädagogisch

  • Lions-Quest

  • www.lions-quest.de

    Als pädagogisches Material ist besonders das Lions-Quest Programm "Erwachsen werden" hervorzuheben, eine Lions-Activity des Lions Club.
    Dabei steht die Förderung sozialer Kompetenzen junger Menschen im Alter von 10 bis 15 Jahren im Vordergrund. Das Programm will die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikative Kompetenz zu stärken, Kontakte und Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Konflikt- und Risikosituationen in ihrem Alltag zu begegnen und für Probleme, die gerade die Pubertät gehäuft mit sich bringt, konstruktive Lösungen zu finden. Gleichzeitig möchte es ihnen beim Aufbau eines eigenen Wertesystems Orientierung anbieten. Gerade in Bezug auf Toleranz und Achtung vor anderen Menschen sowie soziale Integration und somit auch gegen Diskriminierung und Ausländerfeindlichkeit ist dieses Programm ein sehr gutes Modell für die pädagogische Arbeit. Die Unterrichtsmaterialien dieses Programms erhalten Sie nach Teilnahme an einem Einführungsseminar. Weitere Informationen dazu unter www.lions-quest.de

  • Online-Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung

  • www.fes-online-akademie.de

    weiterführende Unterrichtsmaterialien (Statistiken, Meinungen, Bearbeitung politischer Geschehnisse und Äußerungen etc.) und Hinweis auf eine Ausstellung mit dem Titel "Rechte Strukturen in Oberpfalz/Niederbayern"

  • Exil-Club

  • www.exil-club.de

    vorbereitete Unterrichtseinheiten zu Themen wie Gastarbeiter, Spätaussiedler u.a. viele Links zu Online-Recherchen für Schüler und Lehrer

  • GrafStat hat das Thema Fremdenfeindlichkeit für Unterricht aufbereitet

Literatur

  • Aktiv für Demokratie und Toleranz, Vorbildliche Projekte aus dem gleichnamigen Wettbewerb, Hrsg. Bündnis für Demokratie und Toleranz-gegen Extremismus und Gewalt, Berlin 2003.

  • Alheim, Klaus u. Heger, Bardo, Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit. Handreichung für die politische Bildung. Schwalbach/Ts., Wochenschau Verlag, 1998. Hervorragende Materialsammlung zum Thema sowie eine gute didaktische Aufbereitung des Themenbereiches "Vorurteile".

  • Auernheimer Georg, Einführung in die interkulturelle Pädagogik, Darmstadt 1995²

  • Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus/Bayerische Landeszentrale für politische Bildung (Hg.), Plodeck Karin, Politischer Radikalismus bei Jugendlichen, Möglichkeit der Prävention an den Schulen und Erziehung zur Toleranz, München 2005

  • Bundeszentrale für Politische Bildung (Hg.), Arbeitshilfen für die politische Bildung: Interkulturelles Lernen, Bonn 1998

  • Deutsche UNESCO-Kommission (Hg.), Lernfähigkeit: Unser verborgener Reichtum. UNESCO-Bericht zur Bildung für das 21. Jahrhundert, Neuwied, Kriftel Berlin 1997

  • Führing, Gisela (Hg.), Das globale Klassenzimmer, Münster, 2004

  • Gogolin, Ingrid/Krüger-Potratz, Marianne/Wenning, Norbert (Hg.): Zum Verhältnis von Interkultureller und Allgemeiner Bildung. Beiträge zur 2. Arbeitstagung der AG auf Zeit Interkulturelle Bildung der DgfE in Hamburg im Juni 1995, Münster 1996

  • Gugel, Günther, Ausländer Aussiedler Übersiedler, Tübingen 19945. Fundierte und übersichtliche Darstellung zu Begriffen, Gruppen, Themen, Problemfeldern zum Thema "die Fremden". Einbeziehung gesellschaftlicher, politischer, historischer, rechtlicher als auch "menschlicher" Faktoren.

  • Gugel, Günther/Jäger, Uli, Welt…Sichten, Tübingen 1999

  • Gugel, Günther, Politische Bildungsarbeit praktisch. Seminarmodelle und Materialien zu den Themenbereichen Fremdenfeindlichkeit, Zukunftsfähigkeit, Neue Medien, Konfliktbearbeitung, Tübingen 2002

  • Handreichung für Lehrkräfte an Berliner Schulen, Interkulturelle Bildung und Erziehung, Hrsg. Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport, www.sensjs.berlin.de (kann dort heruntergeladen werden). In dieser Handreichung wird ein anschaulicher Überblick über das Thema geboten, Begriffe geklärt, Leitlinien für den Unterricht gegeben. Einschließlich einer sehr mühevoll ausgearbeiteten, kommentierten Medienliste, die nach Fachbereichen und Schultypen gegliedert ist.

  • Hallitzky, Maria/Mohrs, Thomas (Hg.), Globales Lernen, Baltmannsweiler 2005

  • Holzbrecher, Alfred (Hg.), Dem Fremden auf der Spur. Interkulturelles Lernen im Pädagogikunterricht, Baltmannsweiler 1999

  • Holzbrecher, Alfred, Interkulturelle Pädagogik, Berlin 2004

  • Hölscher, Petra, Interkulturelles Lernen - Projekte und Materialien für die Sekundarstufe I, Berlin 1994. Gute und machbare Vorschläge zum Themenbereich, vom spielerischen Umgang bis zur offensiven Projektarbeit. Übersichtlich und knapp dargestellt.

  • Hufer, Klaus-Peter, Argumentationstraining gegenüber Stammtischparolen, 2001. Das Buch gibt Anleitung zur Vorbereitung eines Seminars zu diesem Thema, sehr hilfreich hierbei auch die eigenen Erfahrungen des Autors. Es kann auch gut als "Steinbruch" für Argumente, Materialien und Übungen genutzt werden. Gut erläuterte Literaturempfehlungen zu Theorie, Didaktik als auch historischen Themen. Hervorragende Karikaturen und Cartoons.

  • Interkulturelles Lernen. Arbeitshilfen für die politische Bildung, 1998, darin: Leenen, W.R./Grosch, H., Interkulturelles Training in der Lehrerfortbildung

  • Klafki, Wolfgang, Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik, Weinheim u. Basel 19965

  • Nieke, Wolfgang, Interkulturelle Erziehung und Bildung. Wertorientierungen im Alltag, Opladen 20002

  • Pommerin, Gabriele (Hg.), „Und im Ausland sind die Deutschen auch Fremde…“ Interkulturelles Lernen in der Grundschule, Frankfurt/Main 19882

  • Sader, Manfred, Toleranz und Fremdsein, Weinheim 2002

  • Wintersteiner, Werner, Pädagogik des Anderen: Bausteine für eine Friedenspädagogik in der Postmoderne, Münster 1999