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NewsletterNr.11/2002 zum Thema

Unternehmen und Arbeit

Sehr geehrte Newsletter - Abonnenten,

im Folgenden erhalten Sie Informationen zu aktuellen Ereignissen rund um das Thema Unternehmen und Arbeit. Wir hoffen, Ihnen neue Erkenntnisse und Anregungen zu vermitteln.
Viel Vergnügen beim Lesen, wünscht Ihnen die Geschäftsstelle von Equal-Ostbayern.

  1. Unternehmen machen mobil gegen "Technikferne"

Ausstellung "Zukunft Technik" an der FH Deggendorf wirbt für Berufe in der Metall- und Elektrobranche, da Studienanfänger noch immer unter dem Niveau der 80-er Jahre liegen (mehr)

  1. "Staatsregierung opfert unsere Arbeitsplätze"

Krise des Hauzenberger Granitunternehmens Kusser ist laut IG Bau z.T. darauf zurückzuführen, daß die bayerische Staatsregierung geringfügig billigeren Granit aus China bezieht (mehr)

  1. Granit-Branche in der Krise

Abnehmende Zahl von Granitbetrieben und Arbeitsplätzen in der Region wegen mangelnder Nachfrage im Bau, verheerender wirtschaftspolitischer Lage und Billigkonkurrenz aus Indien und China (mehr)

  1. Ostbayern durchlebt harten Ausleseprozess

Nur Unternehmen, die eigene Produkte und eigene Identität haben und Arbeitnehmer, die hohe Flexibilität zeigen, können wirtschaftlich überleben (mehr)

  1. "Jedes dritte Unternehmen besteht Rating nicht"

Laut Mittelstandsforum an der IHK Passau müssen kleine und mittlere Unternehmen vor allem interne Finanzierungsfähigkeit überprüfen (mehr)

  1. Textilwerke stellen sich auf hartes 4. Quartal ein

Wegen rückläufigem Inlandsgeschäft wird es für die Textilwerke Deggendorf schwer, geplantes Umsatzziel zu erreichen (mehr)

  1. Ostbayerns Wirtschaft verharrt in der Depression

Neuauflage der rot-grünen Regierung und Unsicherheit in wirtschaftspolitischen Entscheidungen veranlasst Unternehmen der Region zu pessimistischer Beurteilung der Wirtschaftslage (mehr)

  1. "Ried für ostbayerische Firmen interessant"

Auf der Baumesse in Ried vom 08.11.-10.11.02 stellen auch ca. 20 ostbayerische Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen vor (mehr)

  1. Wo gibt’s noch Jobs in Passau, Herr Schöpf?

Interview mit dem Passauer Direktor des Arbeitsamtes - Chancen am ehesten in Pflegeberufen, Call Centern und Lebensmittel-Verkauf (mehr)

  1. Auf Atex-Areal wird bereits tüchtig aufgeräumt - 2003 baut die AMF eine neue Produktionsstraße

Der Mineralplattenproduzent AMF nutzt leerstehende Hallen der Konkurs gegangenen Firma Atex und wird bis 2004 zahlreiche neue Mitarbeiter einstellen - der Umsatz steigt (mehr)

  1. Kappa Wellpappe will im Zwieseler Werk 1,3 Millionen Euro investieren

Das Zwieseler Werk kann trotz Rezession den Umsatz steigern und plant Expansion auch aufgrund der EU-Osterweiterung (mehr)

  1. Lichtblicke in Zeiten der Wirtschaftsflaute: Ein Wellness-Paradies und Ideen in Cristalite

Der Bodenmaiser "Hammerhof" und der Produzent von Arbeitsplatten und Küchenspülen Schock aus Regen trotzen mit Erfolg der Rezession (mehr)

  1. Wirtshaus AG greift zum letzten Strohhalm

Nach zahlreichen Wechseln in der Geschäftsführung und stetigen Minuszahlen soll nun mit einer neuen Chefin "Unser Wirtshaus" in Eggenfelden gerettet werden (mehr)

  1. "Fit machen für Osterweiterung"

Das Wirtschaftsforum Passau will die Unternehmen der Region auf die bevorstehende EU-Osterweiterung vorbereiten (mehr)

  1. Equal Ostbayern GmbH will Probleme auf regionalem Arbeitsmarkt bekämpfen

Auf der Auftaktveranstaltung von Equal Ostbayern präsentiert sich die EU-geförderte Beschäftigungsinitiative mit prominenten und informativen Gästen -  benachteiligten Arbeitsuchenden soll der Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert werden (mehr)

  1. Mühlbauer AG erzielt besten Monatswert bei Aufträgen

Der eigenen Angaben nach weltweit führende Hersteller von schlüsselfertigen Lösungen zur Produktion von Chipkarten und Smart Labels konnte sich auch im dritten Quartal 2002 positiv entwickeln (mehr)

  1. Deggendorfer Stangl AG verstärkt Vorstandsressort

Durch die Ernennung des Dipl.-Ing. Masuhr in den Vorstand erhofft sich die Stangl AG insbesondere neue Impulse im Vertrieb der technischen Leistungen  (mehr)

  1. Carlyle wird neuer Mehrheitseigner bei Edscha

Die US-Finanzgruppe Carlyle erwirbt 75 Prozent des Grundkapitals - auf das operative Geschäft werden keine Auswirkungen erwartet - die Beschäftigungszahl bleibt stabil (mehr)

  1. "Fub" erleichtert Frauen die Arbeitsplatzsuche

"Frau & Beruf", getragen von der K.E.R.N. GmbH, berät Frauen in Passau, Freyung und Pfarrkirchen beim Wiedereinstieg in den Beruf (mehr)

  1. Quebag baut neue Halle im Gewerbegebiet

Die Bezugs- und Absatz AG der niederbayerischen Landwirtschaft prosperiert und weitet seine Betriebsfläche aus (mehr)

  1. Wie die Regierung die Wirtschaft fördert

Besichtigungstour von Vertretern der niederbayerischen Regierung bei geförderten Projekten(mehr)

  1. Riedl: "Wir müssen Impulse setzen"

Der Bürgermeister von Pfarrkirchen weist aufgrund der schlechten Konjunkturlage auf knappe Kassen und verstärkte nötige Anstrengungen im kommunalen Bereich hin (mehr)

  1. Graphit Kropfmühl AG meldet "positive Trendwende"

Der nach eigenen Angaben einzige Hersteller von Silicium-Metall verzeichnet endlich wieder steigende Umsätze (mehr)

  1. "Die Wirtschaft braucht immer mehr Industriemeister"

Die Vorsitzenden von IHK und IMV heben die zukünftige Bedeutung von Industriemeistern hervor, da sie technisches und betriebswirtschaftliches Verständnis mit Führungseigenschaften vereinen (mehr)

  1. Immer mehr Firmen in Not: Stadt baut ihre Unternehmer-Beratung aus

Kostenlose ausführliche Beratungsgespräche der Stadt in Zusammenarbeit mir dem RKW-Beraterhaus stoßen vor allem bei Firmen mit Liquiditäts-, Vertriebs- und Controllingproblemen auf großes Interesse (mehr)

  1. Handwerkskammer lässt Beitragssätze unverändert

Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Passau zieht Bilanz über Mitglieder- und Betragsentwicklung und über geleistete Beratungs- und Weiterbildungsaktivitäten (mehr)

  1. Unternehmensberatung Universitas neu in Eggenfelden

Die ehemals im Raum Regensburg ansässige Unternehmensberatung siedelt nach Eggenfelden um - Spezialisierung auf Osteuropa und Nahen Osten (mehr)

  1. Pöschl-Tabak will auch die Chinesen zu Schnupfern machen

Der Marktführer in der Produktion von Schnupftabak will von der jahrhundertealten chinesischen Tradition des Schnupfens profitieren und auch den chinesischen Markt erobern (mehr)

  1. Neue Jobs für frühere bps-Mitarbeiter

Knapp die Hälfte der früheren bps-Mitarbeiter finden neue Arbeitsstellen beim Deutschen Erwachsenenbildungswerk und der cwi (mehr)

  1. DGB-Ortskartell spricht sich für Arbeitsmarkt-Reform aus

Grundsätzliche Zustimmung zum Hartz-Konzept und einer Reform, allerdings Ablehnung von finanziellen Einschnitten und Opfern für Arbeitslose (mehr)

  1. IHK-Coaching-Programm: Beratung für Existenzgründer

Bereits seit drei Jahren läuft ein relativ kostengünstiges Programm der IHK für Existenzgründer, um die ersten Jahre erfolgreich zu bestehen (mehr)

  1. Nach Fusion mit Kontron AG: Ehemalige Jumptec baut Stellen ab

Stellenabbau war kaum zu verhindern und wäre ohne Fusion wohl noch schlimmer ausgefallen - der Aufwärtstrend ist allerdings schon wieder in Sicht.(mehr)

  1. Ein Kulturwirt und 700 000 Euro für die Region

Um die Region Niederbayern besser vermarkten zu können, wird eine neue Stabsstelle eingerichtet - außerdem macht der Ausbau des Münchner Flughafens große Hoffnung (mehr)

  1. Großaufträge von BMW und VW beflügeln Heyco

Neue Aufträge machen Heyco und der Region Tittling Hoffnung auf stabile Arbeitsplätze und steigende Umsätze (mehr)

  1. Wie Österreich am einstigen Musterland vorbeizog

Alle wirtschaftlichen Indikatoren sehen Österreich mit steigendem Trend vor Deutschland - verantwortlich dafür sind laut ÖVP eine gelungene Ausgabensenkung, ein Privatisierungsprogramm, Bürokratieabbau, aktive Wirtschaftspolitik, Clusterbildung, ein flexibler Arbeitsmarkt, eine harmonische Sozialpartnerschaft, steuerliche Vorteile, effektive Bildungspolitik und gesicherte Finanzierungen (mehr)

  1. "Ostbayern darf den Zug nicht verpassen"

Die Integration der tschechischen und deutschen Wirtschaft findet zu einem großen Teil bereits statt, ostbayerische Firmen müssen sich gut auf die EU-Osterweiterung vorbereiten (mehr)

  1. Cluster-Bildung über die Grenzen hinweg

Niederbayerischer Leichtmetall-Cluster arbeitet mit oberösterreichischem Automobil-Cluster zusammen, um sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und voneinander zu profitieren (mehr)

  1. Deutsche Post baut auch in Ostbayern Ausbildungsstellen ab

Bei einem deutschlandweiten Abbau der Ausbildungsstellen bei der Post von über 30% ist die Landshuter Niederlassung am stärksten betroffen (mehr)

  1. "Bierpreis-Erhöhung absolut notwendig"

Durch enormen Preiswettbewerb zwischen den Brauereien wurden überfällige Erhöhungen des Verkaufspreises lange hinausgezögert, doch die wachsenden Verluste auch der ostbayerischen Brauereien zwingen zu Preiserhöhungen (mehr)

  1. Kollegen solidarisch: Klinik-Mitarbeiter können Job behalten

Um Kündigungen im Zuge der Umstrukturierung zu vermeiden, reduzieren die Mitarbeiter der Kliniken in Deggendorf und Plattling freiwillig ihre Stunden. (mehr)

  1. Erfolgsquote des Arbeitsamtes kann sich sehen lassen

Durch erfolgreiche Eingliederungsmaßnahmen in den ersten Arbeitsmarkt konnten 72% der beim Arbeitsamt Deggendorf arbeitslos gemeldeten wieder einen Job finden (mehr)

  1. Wirtschaft braucht vor allem Visionen

Für gute Ideen und Visionen in der Wirtschaft gibt es viel Unterstützung, wie auf einem Diskussionsforum von Post und Telekom versichert wird (mehr)

  1. Regionalmanager: Kreisausschuss stellt Weichen

Um den Landkreis Freyung besser zu vermarkten, soll die Stelle eines Regionalmanagers geschaffen werden, auch wenn Uneinigkeit darüber besteht, ob diese noch dem Haushalt 2002 oder erst 2003 zugeschlagen werden soll (mehr)

  1. Die Häring Service Company hat für die Niederlassung in Stuttgart einen neuen Partner und Gesellschafter gefunden

Die grösste Arbeitgeberin im Landkreis Freyung-Grafenau, die Häring Service Company mit ihren 1600 Mitarbeitern, baut ihre Niederlassung in Stuttgart weiter aus und ist mit der Knoche & Barth Logistik in Heilbronn eine enge Kooperation eingegangen (mehr)

  1. Mehr Platz und Personal für die Physiotherapie im Krankenhaus

Das Krankenhaus Waldkirchen wurde in den vergangenen zwei Jahren umfassend saniert und erweitert und die Abteilung für Physiotherapie durch die Einstellung einer leitenden Physiotherapeutin personell verstärkt (mehr)

  1. Rodenstock dementiert Verkaufs- Meldungen

Entgegen von Verkaufsgerüchten suchen die Gesellschafter von Rodenstock lediglich zusätzlich Investoren, wollen aber in jedem Fall die Mehrheit behalten - statt Krise wird Aufwärtstrend signalisiert (mehr)

  1. Positiver Trend bei LINOS hält an: Mit dem Umsatz geht es genauso aufwärts wie mit den Aufträgen

Während sich die Umsatz- und Auftragslage verbessern, bleibt das Marktumfeld schwierig und weiter werden Mitarbeiter entlassen (mehr)

  1. Für die eigene Schule Neues gelernt

An der Berufsschule und der FOS Regen führte das Lehrerkollegium einen "Pädagogischen Tag" durch, um mittels einer Ist- und Soll-Analyse zur weiteren Verbesserung der Schulqualität beizutragen (mehr)

  1. Nachtmann verlagert Produktion: 40 neue Arbeitsplätze für Riedlhütte

Anfang 2003 wird die Produktion nach Riedlhütte und Weiden ausgelagert und die Säurepolieranlage kann künftig im Dreischichtbetrieb gefahren werden (mehr)

  1. "Wem oder was sollen wir noch glauben?"

Der Pfarrkirchener Südfleisch-Schlachthof muß erneut überraschend 110 Mitarbeiter entlassen, da der Betrieb nach Waldkraiburg umsiedelt und der Rottaler Schlachthof komplett  die Produktion von SB-Fleisch übernimmt (mehr)

  1. Plattling neues Porsche-Zentrum

Das einizige Porschezentrum Niederbayerns mit 13 Mitarbeitern wird künftig von Deggendorf nach Plattling wechseln (mehr)

  1. Neoplan trotzt Branchenkrise

Weil es gelungen ist, neue Aufträge zu gewinnen, und weil ein Teil der im Berliner Neoplan-Werk still gelegten Produktion nach Niederbayern verlagert wurde, ist das Neoplan-Werk in Pilsting entgegen dem Branchentrend zufriedenstellend ausgelastet. (mehr)

  1. "Ostbayern braucht dringend eine Reform des Arbeitsmarkts"

Um den Arbeitsmarkt stärker zu reformieren und flexibilisieren, ist laut IHK-Präsident Thiele weniger Staat, weniger Bürokratie und mehr Markt nötig. (mehr)

  1. Präsident informiert sich über den örtlichen Arbeitsmarkt

Der Präsident des Landesarbeitsamtes Bayern pflegt bei einem Besuch des Deggendorfer Arbeitsamtes den Kontakt zu den Regionen und diskutiert mit dem Direktor des Arbeitsamtes Deggendorf über die Umgestaltung der Bundesanstalt und die Neuausrichtung der Aufgaben in den Arbeitsämtern. (mehr)

  1. Psychisch behindert: Sieht man nicht, macht aber arbeitslos

Die Eingliederung von Schwerbehinderten, vor allem von psychisch Schwerbehinderten, in den ersten Arbeitsmarkt ist sehr problematisch. Der Gebrauchtmöbelladen "Tagwerk" stellt eine mögliche Arbeitsstelle dar. (mehr)

  1. Die Bauern werden trotz Krise weiter überleben“

Die Redner beim Jahrtag des Bauernvereins beschwören den Zusammenhalt und den Kampfeswillen ihres Berufsstands. (mehr)

  1. Deutsche Industriebank will Auftritt verstärken

Die überregionale IKB Deutsche Industriebank AG will verstärkt dem Mittelstand in Niederbayern maßgeschneiderte Lösungen von Finanzierungsfragen anbieten und greift dabei auf gute Kontakte zu großen Finanz- und Versicherungsunternehmen zurück. (mehr)

  1. Europas Kaminkehrer üben in Niederbayern

Im neuen Kompetenzzentrum für Biomasse-Heizungen in der Nähe von Dingolfing sollen auch Kaminkehrer aus Österreich, der Schweiz und tschechische Berufskollegen nach dem deutschen Muster der Immissionsschutzmessung geschult werden. (mehr)

  1. Vogt: Zwei Aufsichtsräte legen ihr Mandat nieder

    Die Krise bei Vogt Elektronik geht weiter - Neben der Amtsniederlegung zweier Aufsichtsräte reichen zahlreiche entlassene Arbeitskräfte Klagen beim Arbeitsgericht ein (mehr)

 


Unternehmen machen mobil gegen "Technikferne"

Ausstellung an der Fachhochschule wirbt für Berufe in der Metall- und Elektrobranche

Deggendorf (mic). "Zukunft Technik": So heißt eine Ausstellung, die von heute bis Donnerstag an der Fachhochschule zu sehen ist. 21 Unternehmen aus der Region wollen auf diesem Weg Werbung für technische Berufe machen. Als Gäste haben sich 1500 Schülerinnen und Schüler angekündigt.
Die Ausstellung geht auf eine Initiative des Bayerischen Unternehmensverbands Metall und Elektro (BayME) und des Verbands der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (VBM) zurück. FH-Präsident Prof. Dr. Reinhard Höpfl begrüßte die Gäste am Montagabend in der Hochschule. Trotz vieler Millionen Arbeitsloser mangle es dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Elektroindustrie an Fachkräften. Technischer Nachwuchs sei Mangelware und das werde bis auf weiteres auch so bleiben. Zwar steige die Zahl der Studienanfänger in den Studiengängen Maschinenbau und Elektrotechnik, doch sie liege nach wie vor unter dem Niveau der 80-er Jahre und halte mit dem wachsenden Bedarf nicht Schritt.
Die Gründe dafür vermutet Höpfl weniger in der Technikfeindlichkeit der Jugend, als vielmehr in kulturellen Ursachen. Die Jugend umgebe sich mit jeder Menge Technik, "doch Technik zu verwenden und sie zu verstehen, sind zwei paar Stiefel". So diene etwa technisches Spielzeug nicht mehr der Erkundung von Technik; es solle die Kinder vielmehr ruhig stellen, damit sich die Großen den eigenen Vorlieben widmen könnten: "Es kostet weniger Mühe, dem Kind ein hochgerüstetes Citybike zu kaufen, als gemeinsam mit ihm ein Fahrrad zu reparieren", erklärte Höpfl. Die Konsequenz sei nicht Technikfeindlichkeit, wohl aber Technikferne.
Dr. Josef Dachs, Mitglied des Vorstands der Region Niederbayern beider Verbände und Geschäftsführer der Deggendorfer Werft- und Eisenbau GmbH, betonte, dass in der Technik die Zukunft in der Berufswelt liege. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage der Verbände habe dies bestätigt: "Den größten Bedarf in den kommenden Jahren sehen die Betriebe bei den Ingenieuren." Von den aktuell zu besetzenden Stellen in den niederbayerischen Metall- und Elektrounternehmen entfallen 36 Prozent auf Ingenieure und 43 Prozent auf Metall- und Elektro-Facharbeiter. Im September seien den Arbeitsämtern in Niederbayern noch 94 unbesetzte Ausbildungsstellen für Metall- und Elektroberufe gemeldet gewesen. Gleichzeitig wurden nur 18 nicht vermittelte Bewerber gezählt. Dachs: "Rein rechnerisch standen jedem Bewerber fünf Lehrstellen zur Verfügung."
Elektroberufe seien durchaus attraktiv. Dachs korrigierte das Bild vom Arbeiter mit Blaumann und Ölkännchen in der Hand. Die Berufe seien modern, angefangen bei A wie Anlagenmechaniker, über Energieelektroniker, IT-Systemelektroniker, Mechatroniker bis Z wie Zerspanungsmechaniker.
Rüdiger-Gerd Sappa, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Niederbayern-Oberpfalz von BayME und VBM, eröffnete die Ausstellung. Er freute sich, dass sich zahlreiche Firmen und Niederbayern und der Oberpfalz beteiligen.
Real und doch noch in einiger Ferne: Prof. Dr. Gerd Hirzinger, Direktor des Instituts für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrttechnik begeisterte die Zuhörer mit seinem Vortrag über mechatronische Systeme - vom Weltraum bis zur Chirurgie. Humorvoll schilderte er seine Vision vom Robonauten oder vom Heinzelmännchen-Roboter, der etwa alten Menschen rund um die Uhr zu Diensten ist.
Zurück auf den Boden der Tatsache brachte die Zuhörer die Podiumsdiskussion. Mit dabei: Reinhard Höpfl, Dr. Josef Dachs, die Maschinenbau-Studentin Sabine Beer und Wolfgang Lorenz, Studiendirektor am Robert-Koch-Gymnasium. Zentrales Thema: Wie kann man Kinder, Jugendliche und vor allem auch Lehrer für die Technik begeistern? Podium und Zuhörer waren sich einig, dass in Zusammenarbeit mit der Industrie ein modernes Bild dieser Berufe vermittelt werden muss. Und: Die Jugendlichen müssen früh für Technik begeistert werden - im Idealfall schon von den Eltern. Die Moderation der Diskussion übernahm Gerd Brunner, stellvertretender Chefredakteur der Passauer Neuen Presse.

Aus: Deggendorfer Zeitung, 12.11.02

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"Staatsregierung opfert unsere Arbeitsplätze"

Gewerkschaft IG Bau gibt München Teilschuld an der Krise des Hauzenberger Granitunternehmens Kusser

von Eva Fischl
Hauzenberg. Die Konjunkturkrise hat ein neues Opfer gefordert: Die Hauzenberger Georg Kusser GmbH & Co.KG gibt es in ihrer bisherigen Form nicht mehr, nach PNP-Informationen sollen 75 der 85 Mitarbeiter entlassen werden.
Nach Angaben der IG Bau plant das Unternehmen bis Mitte nächsten Jahres das Gros der Belegschaft abzubauen - zehn Mitarbeiter, sechs im Bruch und vier in der Verwaltung - sollen weiterhin beschäftigt werden. "Wir überlegen zwar, wie es weitergehen könnte, aber daran ist wohl nichts mehr zu rütteln", sagt Willi Urmann, Bezirkssekretär der IG Bau in Passau. "Die Schließung des Werks ist beschlossene Sache. Die Manager sehen im Standort Hauzenberg seit Jahren nur noch ein Verlustgeschäft."
Geschäftsführer Jürgen Fischer bestätigte gegenüber der PNP entsprechende Pläne. Über die Größenordnung der Kündigungen könnten aber erst nach Abschluss der internen Verhandlungen Angaben gemacht werden. Das Unternehmen stehe nicht vor dem Aus, sondern sei als bislang eigenständige GmbH &Co.KG im Mutterkonzern als Basalt AG-Granitwerke Georg Kusser Hauzenberg aufgegangen.
In den Verhandlungen über einen Sozialplan, die am Freitag beginnen sollen, sieht die Gewerkschaft nun die einzige Möglichkeit, für die Mitarbeiter noch etwas erreichen zu können. Und dabei wolle man sich dieses Mal nicht über den Tisch ziehen lassen. "Wir haben vor drei Jahren und im vergangenen Jahr bereits Verhandlungen über einen Sozialplan geführt. Beide Male mussten 30 beziehungsweise 25 Leute gehen", sagt Urmann. Jedes Mal sei man "ein wenig erpresst worden", klagt Urmann. Nach dem Motto: Sind die Forderungen zu hoch, sperren wir ganz zu.
Für die 75 Mitarbeiter, die im nächsten halben Jahr voraussichtlich ihren Arbeitsplatz verlieren, hat Urmann wenig Hoffnung. "Die Arbeitsmarkt-Situation im Raum Hauzenberg ist eine Katastrophe." Urmann sieht auch keine Möglichkeit, dass diese Leute bei anderen ostbayerischen Granit-Betrieben weiter beschäftigt werden können: "Die ganze Branche leidet unter der Konkurrenz aus dem Ausland." Gut ausgebildete Maschinisten könnten bei anderen Industrie-Betrieben unterkommen, aber auch hier seien die Chancen eher gering.
Teilschuld an der Kusser-Misere gibt die Gewerkschaft der bayerischen Staatsregierung. Beim Erweiterungsbau des Münchner Flughafens habe das Unternehmen große Hoffnungen gehegt, den Zuschlag für die Lieferung der Granitfliesen zu bekommen. Urmann: "Kusser wäre dafür geradezu prädestiniert gewesen." Die bayerische Staatsregierung, mehrheitlich an der Betreibergesellschaft beteiligt, entschied sich aber für chinesischen Granit. Hätte Kusser den Auftrag bekommen, wäre das Werk für die nächsten zweieinhalb Jahre ausgelastet gewesen. Für die Gewerkschaft "eine große Sauerei". Urmann: "Die Staatsregierung opfert für unwesentlich billigeren Granit lieber unsere heimischen Arbeitsplätze."
Der Verlust des Auftrags habe sicher zur Krise beigetragen, sagt Fischer. Darüber hinaus befinde sich die gesamte Granitindustrie in einer Strukturkrise. Der steigende Wettbewerbsdruck, die Situation am Bau und die Haushaltssperren der Kommunen täten ein Übriges. Das habe im Fall Kusser zu Umsatzrückgängen von 35 Prozent in den vergangenen drei Jahren geführt, die Gewinnsituation sei entsprechend.
Fischer, seit zwei Jahren Geschäftsführer, hofft indes, dass man mit der neuen Struktur gute Zukunftsperspektiven hat: "Der Gesellschafter hat sich in dieser Situation seiner Verantwortung nicht entzogen und steht hinter dem noch zu verhandelnden Sozialplan."

Aus: Passauer Neue Presse, 12.11.02

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Branche in der Krise

Die goldenen Zeiten der Granitindustrie im Bayerischen Wald - um die Jahrhundertwende fanden in den zahlreichen Steinbruchbetrieben über 1500 Menschen Arbeit, allein im Hauzenberger Granitgebiet lassen sich mehr als 200 ehemalige Abbaustätten nachweisen - sind lange vorbei. Die Branche steckt in einer ausgewachsenen Krise.
Josef Kusser, Ex-Vorsitzender der Fachabteilung Granit-Industrie im Bayerischen Industrieverband Steine und Erden und Seniorchef des gleichnamigen Granitunternehmens aus Aicha vorm Wald (zwei eigenständige Firmen), befürchtet, dass viele Betriebe aus der Region dasselbe Schicksal ereilen könnte wie das Hauzenberger Unternehmen. "Der eine oder andere wird wohl in nächster Zeit auch aufgeben müssen", schätzt Kusser. Es sei ohnehin erstaunlich, dass die Betriebe immer noch über die Runden kommen. Vor etwa zwanzig Jahren habe es um die hundert Granitunternehmen in der Region gegeben, heute sei ihre Zahl merklich zusammengeschrumpft.
Nach Angaben von Jürgen Karl, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK für Niederbayern, gibt es in Ostbayern noch 15 Betriebe mit etwa 600 bis 800 Beschäftigten. Die Granit-Branche habe wohl mit der allerschwierigsten Situation zu kämpfen.
Gründe für die schlechte Lage in der Branche sind laut Kusser vor allem die "miserablen Vorgaben" vom Bau und die verheerenden politischen Rahmenbedingungen. Außerdem sehe man sich ohnmächtig der Billig-Konkurrenz aus dem Ausland ausgesetzt. Kusser: "Unsere Politiker meinen, wir können zaubern - aber mit indischen oder chinesischen Sozialleistungen konkurrieren, das geht nicht." Die Perspektive? "Firmen mit Nischenprodukten werden überleben." efi

Aus: Passauer Neue Presse, 12.11.02

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Ostbayern durchlebt harten Ausleseprozess

Experten sehen den Beginn eines schmerzhaften Strukturwandels - "Arbeitnehmer müssen sich gewaltig umstellen"

von Eva Fischl

Passau. "Nur die Besten überleben" - das darwinistische Prinzip wird in der Wirtschaftskrise zur schmerzhaften Realität. Mittelstands-Experten prophezeien Ostbayern in den nächsten Jahren einen harten Ausleseprozess. Im PNP-Gespräch beschreiben sie den Strukturwandel in der Region: Zahlreiche Firmen werden vom Markt verschwinden, Mitarbeiter müssen sich gewaltig umstellen und von lieb gewonnenen Gewohnheiten trennen.

"Es finden zurzeit gravierende Marktbereinigungen statt", sagt Prof. Dr. Herbert Kittl, Chef der gleichnamigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberaterkanzlei in Passau. Darin sind sich die Experten einig. Doch welche Unternehmen wird es treffen? "Zulieferer, die keine eigenen Produkte, keine eigene Identität haben", sagt Franz-Xaver Kirscher, Kopf der KPWT AG in Eggenfelden. Der Griesbacher Mittelstandsberater Franz Ecker: "Verlängerte Werkbänke und Dienstleister ohne eigenes Know-how sind ebenso chancenlos."


"Nur tote Fische treiben im Strom"


Bei den Verlierern auf Konzernebene sieht Walter Meissner, Unternehmensberater und Vorsitzender des Mittelstandsverbands Controlling Arbeitskreis Ostbayern, Unternehmen mit gewaltigem Missmanagement, bei den kleineren Betrieben diejenigen, die ihren Focus zu sehr aufs Tagesgeschäft richten und dabei die strategische, marktwirtschaftliche Ausrichtung völlig vernachlässigen: "Wenn dann die Zeit knapp wird und die finanzielle Lage immer verzwickter, können sie nicht mehr aufholen." Für Dr. Peter Küffner, Wirtschaftsberater und Steuerberater aus Landshut, liegt der Knackpunkt in der Innovation: "Nur tote Fische treiben im Strom."

Das gelte auch für das Handwerk. "Bestehen kann nur, wer den Service-Gedanken als Wettbewerbsvorteil nutzt", meint Kittl. Gerade im Hinblick auf die EU-Osterweiterung würde den Betrieben bei Qualität, Termintreue, Zuverlässigkeit und Kundenorientierung noch mehr abverlangt als heute. Meissner: "Wer hier nicht ganz schnell umstellt, gehört zu den Verlieren und hat sich das auch selbst zuzuschreiben."

Fleiß, Tradition und Standardprodukte reichen für eine Zukunft des Mittelstandes und des Handwerks keinesfalls aus, ist sich auch Ecker sicher. Betriebe dieser Struktur fielen automatisch durch den Rost. Das neue Rückgrat der Region werden seiner Ansicht nach Betriebe sein, die Innovation und Dienstleistung verbinden und so den Wettbewerber zwar nicht im Preis, aber in der Qualität schlagen können. Denn mit großen Industrieansiedlungen könne man in Ostbayern kaum noch rechnen. Vielmehr, so meinen die Experten, werden bestehende Konzerne ins ferne Ausland verlagern.

Was bedeutet das für den Arbeitsmarkt, für die Mitarbeiter? "Die Arbeit geht uns nicht aus", sagt Küffner. Dennoch erforderten Dienstleistungen zum Beispiel ein konkretes Niedriglohnmodell, ansonsten übernehme der offene Wettbewerb das Ruder. Auf Grund der angespannten Lage am Arbeitsmarkt müssen Mitarbeiter auch Zugeständnisse machen, glaubt Ecker, der die "Aufhebung des unsinnigen Flächentarifvertrags" herbeisehnt. Ostbayerische Arbeitnehmer, weil bodenständig geprägt und in der Region verwurzelt, würden zur Sicherung ihres Arbeitsplatzes zeitlich begrenzt auch einmal Mehrarbeit ohne Lohnausgleich oder Kürzungen beim Urlaub mittragen müssen.


"Arbeitsplatz vor der Haustüre ist passé"


Denn vom "Arbeitsplatz vor der Haustür" müsse sich der ostbayerische Arbeitnehmer verabschieden. "Die Zeiten, an denen ein Mitarbeiter von 8 bis 17 Uhr an seinem Schreibtisch sitzt, werden bald Vergangenheit sein", sagt Kirschner. Was Großkonzerne schon lange praktizieren, werde sich auch der Mittelstand zu eigen machen: Mobile, flexible Mitarbeiter, die zwischen Firmensitz und neuen Niederlassungen - für viele läge die Chance bei den künftigen EU-Partnern im Osten - hin und her pendeln. Und: "Mitarbeiter, die glauben, dass sie mit ihrer Ausbildung für ihr restliches Berufsleben qualifiziert sind, sind die Arbeitslosen von morgen." Auch die Bereitschaft zum Zweit- oder gar Drittjob müsse wachsen.

Aus: Passauer Neue Presse, 09.11.02

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"Jedes dritte Unternehmen besteht Rating nicht"

Unternehmensberater: Ohne Bewertung gibt es keine Kredite mehr - Firmen sollten sich zunächst intern prüfen

von Oliver Hausladen
Passau
. Ein Drittel der kleinen und mittelständischen Betriebe in Niederbayern würde momentan den neuen Rating-Anforderungen der Banken für Kredite nicht genügen, die teilweise schon ab 1. Januar 2003 in Kraft treten. Damit sind zehntausende Arbeitsplätze gefährdet, weil sich die betroffenen Firmen dann eventuell nicht mehr finanzieren können.
Unternehmen sollten sich jetzt vorbereitenZu diesem Schluss kamen die Unternehmensberater Franz Ecker und Dr. Peter Küffner beim Mittelstandsforum "Finanzierung" bei der IHK Passau. Ihr Rat an die Firmen: Sich jetzt schnell fit machen für die neuen Rating-Anforderungen. Das Rating ist ein Verfahren, mit dem die Banken Bonität und Zukunftsaussichten eines Unternehmens prüfen. Damit soll das Risiko für die Banken minimiert werden, Kredite an Firmen zu vergeben, die das Geld nicht mehr zurückzahlen können. Die Referenten gaben den Unternehmen den Tipp, ihre Firma zunächst selbst zu raten, bevor das Unternehmen von der Bank bewertet wird.
"Wer finanziert künftig den Mittelstand?" Die Antwort auf diese Kernfrage des IHK-Forums am Dienstag stieß auf großes Interesse bei den Unternehmern: Mehr als 400 Gäste aus allen zur IHK gehörenden Branchen waren nach Passau gekommen.
"Schuld an der derzeitigen Finanzierungsmisere sind vor allem die schlechte konjunkturelle Lage und die zu geringe Eigenkapitalausstattung der meisten Betriebe", sagte IHK-Präsident Gerhard Thiele .
Alle Unternehmer würden zukünftig verschärften Rating-Richtlinien ihrer Banken unterliegen. Entscheidend werde deshalb zunehmend sein, wie zeitnah und offen die Firmen ihre Rating-Faktoren mit den Hausbanken besprechen, meinte Thiele weiter. Daneben müsse auch die Kapitalbeschaffung durch alternative Finanzierungsmethoden jenseits des normalen Bankkredits mehr in den Vordergrund rücken.
Auf die Gründe für die bereits jetzt sehr restriktive Kreditpolitik der Banken ging Mittelstandsberater Franz Ecker ein. Ecker war früher selbst Banker. "Das operative Geschäft bei fast allen Großbanken in Deutschland ist derzeit defizitär", sagte Ecker. Außerdem hätten die Banken unter teilweise hohen Kreditausfällen zu leiden, durch das Basel-II-Abkommen entstehe zusätzlicher Kostendruck.


"Stehen vor einer Bankenkrise"


"Wir stehen deshalb vor einer Bankenkrise", erläuterte der Mittelstandsberater. In den nächsten drei bis vier Jahren werde sich die Bankenlandschaft in Deutschland gravierend verändern, nur maximal zwei der vier Großbanken könnten überleben, glaubt Ecker. Auch für die Unternehmer habe das Konsequenzen: Die Banken würden nur noch wenig Risiko eingehen und Kredite nur mehr an Firmen vergeben, die durch ein gutes Rating positive Zukunftsperspektiven vorweisen können. "Ohne eine gute Bewertung wird gar nichts mehr gehen", stellte Ecker klar heraus.
Äußerst sinnvoll sei es dabei, das eigene Unternehmen zuerst intern selbst zu bewerten. Durch das so genannte "Pre-Rating" könne schon im Vorfeld der eigentlichen Entscheidung über die Kreditvergabe herausgefunden werden, wo die Stärken und Schwächen der Firma liegen.
Ein wichtiger Aspekt beim Rating sei vor allem, eine klare Zukunftsperspektive vorweisen zu können. "Die Bank muss beispielsweise konkret sehen können, wie die Firma ihren Eigenkapitalanteil steigern kann", erläuterte Ecker. Eigenkapital werde in Zukunft ohnehin der Schlüssel zu Kreditvergaben sein.
Außerdem sollten Unternehmen darauf achten, dass die internen Abläufe der Firma stimmen, die Strategie des Unternehmens nachvollziehbar ist, die Produkte am Markt etabliert sind und auch ein guter Lieferanten- und Kundenstamm vorhanden ist. "Das wären die idealen Bedingungen für die positive Kreditentscheidung", sagte Ecker.


Rating-Schnitt liegt im Moment bei 4,5


Dr. Peter Küffner, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer aus Landshut, schätzt, dass derzeit nur etwa 20 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe auf die neuen Rating-Anforderungen vorbereitet sind. "Hier muss sich schnell etwas ändern, sonst werden mindestens ein Drittel der Betriebe bei Kreditvergaben auf der Strecke bleiben", warnt Dr. Küffner. Dass momentan die meisten Firmen alles andere als gut gewappnet seien, bewiesen die aktuellen Ratings der Banken, in denen der Schnitt auf Schulnoten umgerechnet bei 4,5 liege.
Entscheidend werde auch sein, offen und schnell mit der Hausbank über das Unternehmen zu sprechen. "Die Firmen sollten zu den Banken gehen und fragen, wie das Unternehmen jetzt bewertet würde und wo die Stärken und Schwächen liegen", rät der Steuerberater.
Beide Referenten sehen die Zukunft aber trotz der schwierigen Bedingungen nicht nur negativ: "Rating wird auch Sieger schaffen, ganz klar", meint Franz Ecker. "Wenn sie sich jetzt fit machen, kann ein Großteil der bayerischen Unternehmer auch künftig vernünftig wirtschaften", glaubt Dr. Peter Küffner.
Aus: Passauer Neue Presse, 07.11.02

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Textilwerke stellen sich auf hartes 4. Quartal ein

Unternehmen will mit Exportplus gegensteuern

Deggendorf (efi). Die allgemeine Konsumflaute in Deutschland macht auch vor den Textilwerken Deggendorf (TWD) nicht Halt: Geschäftsführer Gerhard Havranek rechnet mit einem "schwierigen vierten Quartal".
"Der Markt macht die Musik - und der ist im Moment sehr verhalten", sagt Havranek. Bereits das dritte Quartal sei sehr schwierig gewesen. Vor allem der Einbruch im Einzelhandel - hier gebe es ein Minus von zwanzig Prozent - mache der Branche zu schaffen. Im textilen Einzelhandel sei die Lage noch gravierender. "Das Inlandsgeschäft hat stark nachgelassen", sagt Havranek. Deshalb versuche man jetzt mit vermehrtem Export gegenzusteuern. Auch die im Sommer eingeweihte neue Spinnstraße soll vor allem durch Export-Aufträge zu ihrer vollen Auslastung kommen.
Trotz der schwachen letzten drei Monate und der trüben Aussichten für das letzte Quartal hält Havranek an den gesteckten Umsatzzielen für das Gesamtjahr fest: "Wir gehen davon aus, dass wir die 320 Millionen Euro erreichen werden." Bis Mitte des Jahres sei man über den Planungen gelegen und könne dadurch ausgleichen.
Gerüchte, wonach die TWD erneut Kurzarbeit und Entlassungen planen, bezeichnete Havranek gegenüber der PNP als "aus der Luft gegriffen". Davon sei derzeit keine Rede. Dass man in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld immer alles tun müsse, um sich anzupassen, sei selbstverständlich. Überkapazitäten würden aber bei der TWD gerade durch Arbeitszeitkonten abgebaut - "Unsere Mitarbeiter haben im ersten Halbjahr viele Plus-Stunden angesammelt. Die können jetzt wieder auf null zurückgefahren werden", sagt Havranek.

Aus: Passauer Neue Presse, 07.11.02

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Ostbayerns Wirtschaft verharrt in der Depression

Manager benoten aktuelle Stimmung mit 4,5 - "Rot-Grüner Regierungsstart bringt nicht die erhofften Impulse"

von Eva Fischl
und Alexander Kain

Passau. Ein Schritt vorwärts, zwei zurück: Ostbayerns Wirtschaft wirkt derzeit wie gelähmt. Dieser Eindruck drängt sich mit dem Ergebnis der aktuellen Umfrage des Konjunkturbarometers der Passauer Neuen Presse auf: Für die aktuelle Stimmung vergeben die Top-Manager der Region die Note 4,5 - im Vergleich zum Vormonat noch einmal eine minimale Verschlechterung um 0,04.
Seit Monaten ist die Stimmung in der ostbayerischen Wirtschaft auf Talfahrt, eine Besserung der Lage offenbar noch lange nicht in Sicht. Denn auch die Note für die kurzfristige Aussicht - also für die Lage in drei Monaten - fällt mit einer 4,46 so schlecht aus wie noch nie. Keine guten Voraussetzungen für die ohnehin saisonell bedingten schwachen Wintermonate.
Allein die langfristigen Erwartungen sehen in der November-Bilanz ein wenig schöner aus: Mit der Note 3,75 (nach 3,82 im Oktober) setzt die Kurve, die die voraussichtliche Stimmung in einem Jahr wiedergibt, ihren flachen Aufwärtstrend fort. Doch in der Summe ist keine Bewegung in der Region spürbar, die Wirtschaft verharrt offenbar in einer Depression.
Das zeichnet sich auch auf dem ostbayerischen Arbeitsmarkt ab. Elf der 14 Jury-Mitglieder gehen nach wie vor davon aus, dass eher Arbeitskräfte freigesetzt werden. Zwei votierten unentschieden und nur ein Manager ist der Ansicht, dass gute Leute, allerdings auf lange Frist gesehen, nach wie vor gesucht werden.
Dass die Stimmung in der Wirtschaft so am Boden ist, das rechnen die Mitglieder der Konjunktur-Jury vor allem der Politik an. Sie zeige keine Perspektiven auf, sorge nicht für die nötige Aufbruchstimmung im Land, ergab eine Sonderbefragung im Rahmen des Konjunkturbarometers. Auf die Frage, was die rot-grünen Koalitionsvereinbarungen für die Wirtschaft bedeuten, meinte das Gros von zehn Managern, dies sei eine weitere Verschlechterung der Lage, drei bezeichneten die Pläne der neuen Bundesregierung sogar schlichtweg als "katastrophal".
Gut einen Monat nach den Bundestagswahlen haben sich die Hoffnungen auf wichtige Impulse durch die neue Regierung offenbar total zerschlagen. Die Rede ist vom "Hauptproblem Neuauflage der rot-grünen Regierung" oder von der "Unsicherheit über die wirtschaftspolitischen Entscheidungen".Auf die Frage, welcher der beiden Koalitionspartner eher der wirtschaftspolitische Reformmotor sein könnte, nannten sechs der Jury-Mitglieder die Grünen, nur einer votierte für die SPD.
Die andere Hälfte der Manager mochte weder in den Grünen noch in den Sozialdemokraten einen Reformmotor sehen.
Folgerichtig konnte auch eine der ersten Maßnahmen der neuen Regierung - die Zusammenlegung der Ressorts Wirtschaft und Arbeit unter dem Superminister Wolfgang Clement (SPD) - die Konjunktur-Jury kaum überzeugen.
Nur drei Manager beurteilten die Einsetzung Clements als positiv, allerdings mit der Einschränkung, dass dies nur für diese Regierungs-Konstellation gelte. Drei weitere erklärten, sie bewerteten die Einsetzung Clements neutral. Die restlichen acht Manager halten Clement entweder für "eine Personalie, die überschätzt wird", oder bezeichneten die Einsetzung sogar als "Blendwerk", weil sich wirtschaftspolitisch dadurch nichts ändern werde.

Aus: Passauer Neue Presse, 02.11.02

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"Ried für ostbayerische Firmen interessant"

Über 20 Betriebe zwischen Altötting und Zwiesel auf Bau-Messe vertreten

Passau/Ried (frk). Auch Handwerksbetriebe sollen internationaler werden. Um diesen Ratschlag der Handwerkskammer beherzigen zu können, stellt rund ein Dutzend Betriebe aus Ostbayern seine Leistungen auf der diesjährigen Baumesse in Ried vom 8. bis 10. November vor.
Wie jetzt Messe-Direktor Mag. Fritz Racher in Passau mitteilte, sei Oberösterreich und damit auch die Rieder Messe u.a. wegen der räumlichen Nähe gerade für ostbayerische Firmen vor dem Hintergrund der in Deutschland lahmenden Konjunktur interessant. Deshalb komme die weit überwiegende Mehrzahl der 29 deutschen Aussteller-Firmen aus Ostbayern. So präsentieren sich beispielsweise die Fa. Spröba Insektenschutz aus Fürstenzell, die Fa. Fischer Zaunbau aus Untergriesbach oder die Laumer Bautechnik aus Massing in Ried.
Insgesamt sind vom 8. bis 10. November 236 Firmen aus sechs Ländern vertreten. Schwerpunkte der Messe sind laut Racher Althaussanierung, Fertighäuser, Energietechnik, Mauertrockenlegungen und Altbekanntes sowie Neuigkeiten für Neubauten. Abgerundet wird das Ausstellungsprogramm durch Vorträge zu den Themen "Wie entsteht ein Feng- Shui-Haus?", "Feuchte Mauern - Was tun?", oder "Schimmelpilz - Ursachen - Beseitigung". Auch ein Vortrag zu Wärmepumpenheizsystemen sowie Be- und Entlüftung sei geplant.
Zudem gebe es die Sonderschauen "Lebenszeichen - Beispiele neuer Architektur im Innviertel" (bis 4. Februar 2003) sowie "Modell-Eisenbahnen" (9. bis 10. November).Auf die Baumesse folgt in Ried eine Fachmesse für Bäuerliche Direktvermarktung. (16. bis 18. 11.)

Aus: Passauer Neue Presse, 02.11.02

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Wo gibt’s noch Jobs in Passau, Herr Schöpf?

Arbeitsamtsdirektor im PNP-Interview: Chancen am ehesten in Pflegeberufen, Call Centern und Lebensmittel-Verkauf

von Alois Schießl

Auf dem Arbeitsmarkt in der Region Passau sieht es derzeit ziemlich düster aus: Mit über 10 600 Arbeitslosen sind 21,5 Prozent mehr Menschen ohne Anstellung als vor Jahresfrist, es gibt 400 weniger offene Stellen - und die Wirtschaftsprognosen sind alles andere als optimistisch. Die PNP wollte daher von Arbeitsamtsdirektor Jakob Schöpf wissen, wo Arbeitswillige momentan die besten Job-Chancen haben, welche Qualifikationen gefordert sind und welche Perspektiven der regionale Arbeitsmarkt noch bietet.

 

Herr Schöpf, in welchen Berufssparten gibt es derzeit im Raum Passau noch Vermittlungschancen?

 

Schöpf: "Die größten Chancen auf Arbeit bestehen derzeit im Bereich Kranken- und Altenpflege, für Außendienst-Mitarbeiter, bei Call-Centern, für Fachverkäufer in Lebensmittel-Geschäften und Baumärkten, für Fachkräfte mit guten Buchhaltungskenntnissen sowie für Steuerfachgehilfen."

 

Und welche Jobs fehlen am stärksten?

 

"Stellenangebote fehlen uns vor allem im Büro- und Verwaltungsbereich, im Bau- und Baunebengewerbe, für Schlosser und Mechaniker und für Helfer-Tätigkeiten. Auch für Verkaufskräfte im Einzelhandel gibt es zu wenig Angebote - hier beobachen wir eine zunehmende Verlagerung zu nicht versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Darüber hinaus bräuchten wir ein größeres Angebot an Teilzeit-Stellen mit möglichst flexiblen Arbeitszeiten für Eltern, die wegen der Kinderbetreuung ansonsten keine Arbeit aufnehmen können."


Gute Ausbildung und
Mobilität gefragt


Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, damit sie nicht in die Arbeitslosigkeit abdriften?

 

"Es ist wichtig, auf eine gute Ausbildung und lebenslange Qualifizierung zu achten, Weiterbildungsangebote wahrzunehmen. Überregionale Mobilität ist ebenfalls hilfreich. Sollte es tatsächlich zu einer Kündigung kommen, sollte die Arbeitssuche auf alle Fälle bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit einsetzen."

Immer mehr Menschen werden unverschuldet arbeitslos, weil ihre Firma pleite geht. Was können Betroffene tun, damit sie schnell wieder in Arbeit kommen?


"Wichtig ist eine möglichst frühzeitige Meldung beim Arbeitsamt - die kostet nichts und man muss dazu auch nicht arbeitslos sein - damit wir schnell Vermittlungsbemühungen einleiten können. Jeder Einzelne hat selbst vielfältige Möglichkeiten, Eigeninitiativen zu ergreifen: z.B. den Stelleninformationsservice des Arbeitsamtes oder das Internetangebot der Bundesanstalt für Arbeit nutzen, Anzeigen in Tageszeitungen und anderen Medien auswerten, eigene Anzeigen schalten, wie es z.B. das Arbeitsamt zusammen mit der PNP anbietet. Auch eine Arbeitsaufnahme in Österreich, wo das Job-Angebot vergleichsweise besser ist, sollten Betroffene in Erwägung ziehen."


"Alle offenen
Stellen melden"


Was wünschen Sie sich von Seiten der Arbeitgeber?


"Meine Bitte an Arbeitgeber wäre, alle offenen Stellen an das Arbeitsamt zu melden, uns genaue Anforderungsprofile freier Stellen zu geben. Wenn geeignete Bewerber nicht verfügbar sind, sollte mit dem Arbeitsvermittler nach Alternativen gesucht werden. Arbeitgeber sollten auch mehr Flexibilität hinsichtlich Arbeitszeit, Qualifikation, Alter und Geschlecht zeigen. Bislang hat das Arbeitsamt Passau heuer 5200 Personen in Arbeit vermittelt. Nachdem sich aber noch überhaupt keine Anzeichen für eine Belebung auf dem heimischen Arbeitsmarkt erkennen lassen, befürchte ich, wir werden wohl noch eine längere Durststrecke vor uns haben."

Aus: Passauer Neue Presse, 12.11.02

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Auf Atex-Areal wird bereits tüchtig aufgeräumt
2003 baut die AMF eine neue Produktionsstraße

AMF-Geschäftsführer Hable will an die 40 bis 50 Millionen Euro investieren — Mit Neueinstellungen begonnen

von Egon M. Binder

Elsenthal. Fast jedes Ende bringt ein neues Beginnen mit sich. Und das hat auf dem ehemaligen Atex-Werksgelände bereits begonnen. Mit dem Abbruch der Atex-Produktionshallen kann — vertraglich gebunden — zwar erst ab April 2003 begonnen werden, doch das große Aufräumen in und rund um die Hallenbereiche hat, für jedermann sichtbar, bereits begonnen.
Ende Juni standen die Hartfaser- und Spanplattenpressen der Atex-Werke für immer still, wurden an die 390 Beschäftige arbeitslos. In den folgenden Wochen wurde das ‚‚bewegliche Gut" durch den Konkursverwalter versteigert, die Produktionsanlagen demontiert. Abnehmer für die Großanlagen wurden vor allem in Osteuropa gefunden.
Während aber die Demontagen und Entsorgungsmaßnahmen in den Fabrikationshallen durch die Konkursverwaltung erst bis Ende März 2003 über die Bühne gegangenen sein müssen, lässt der neue Besitzer des Atex-Werks-Geländes, die benachbarte AMF, bereits jetzt tüchtig aufräumen, sind viele Atex-Hinterlassenschaften bereits verschwunden, zeigt sich das Atex-Areal etwas aufgeräumter als man dies bislang gewohnt war.
Da ja die AMF nicht gleich auf Anhieb alle Lager- und Versandhallen braucht, sondern vorerst zur Lagerung ihrer Mineralfaserplatten nur die östlichst an der Kleinen Ohe gelegenen Halle benötigt, hat der AMF-Geschäftsführer eine der Lagerhallen mit einer Gesamtfläche von 3000 Quadratmetern an die benachbarte Häring Service Company vermietet.
Im Bereich des bisherigen Atex-Werksverkaufs hat sich indessen eine neue Firma niedergelassen, die von ehemaligen Atex-Mitarbeitern gegründet wurde. Ein Fußbodenmarkt, den Herbert Rothkopf und H. Binder betreiben, bietet Parkett, Korkböden, Laminat, Paneele und Designelemente an.


Pläne liegen bereits in den Schubladen


In der Chefetage des AMF-Mineralfaserplatten und Funktionsdeckenherstellers liegen bereits die Pläne für den Bau einer neuen, feuerfesten Mineralfaserplatten-Produktionsstraße. ‚‚In den ersten Bauabschnitten werden wir an die 20 Millionen Euro investieren. Insgesamt rechnen wir mit einem Investitionsvolumen von 40 bis 50 Millionen Euro," so AMF-Geschäftsführer Eduard Hable in unserem gestrigen Gespräch.
Im April 2003 soll mit dem Abriss der teils aus der Vorkriegszeit stammenden Hallen begonnen werden. Geht alles nach Plan, wird die AMF Mitte 2004 die Produktion in den neuen Fabrikationshallen aufnehmen können.


Die Neueinstellung hat bereits begonnen


Wenn auch die Neueinstellung von Arbeitern erst nach der Montage aller Maschinen im Jahre 2004 im großen Rahmen beginnen kann, so hat Eduard Hable bislang bereits 20 ehemalige Atex-Arbeiter angeheuert und die Auszubildenenen der Atex übernommen. Benötigt werden in der ersten Phase vor allem Industriemechaniker und Energieelektroniker wie Schlosser. ‚‚Es ist nicht richtig, wenn behauptet wird, dass wir nur Arbeiter unter 30 Jahren Jahren einstellen werden. Wir haben bereits Atex-Arbeiter übernommen, die 46 und 48 Jahre alt sind. Bei tüchtigen Leuten gibt es bei uns kein festgelegtes Einstellungsalter", macht Eduard Hable den arbeitslos gewordenen Atex-Arbeitern Hoffnung.


In diesem Jahr erneut ein großes Umsatzplus


Äußerst zufrieden zeigt sich Hable mit dem diesjährigen Geschäftsverlauf. Die Belegschaft konnte auf 220 Personen allein in Elsenthal aufgestockt werden. Der Umsatz wird bis Jahresende um acht Prozent auf rund 60 Millionen Euro gesteigert werden können.

Aus: Grafenauer Anzeiger, 13.11.02

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Kappa Wellpappe will im Zwieseler Werk 1,3 Millionen Euro investieren

Trotz Rezession weiter im Plus — Chancen durch EU-Osterweiterung erwartet

von Claudia Winter
Zwiesel. Endlich wieder mal eine gute Nachricht: Trotz Rezession konnte die Firma Kappa Wellpappe in Zwiesel ihren Umsatz von 6,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 8,1 Millionen Euro steigern. "Diese Entwicklung wird weiter anhalten. Wir können das Werk Zwiesel in den nächsten Jahren weiter stärken und kräftig investieren", davon ist Geschäftsführer Thomas Stein überzeugt. Im Landkreis Regen waren gestern Regierungspräsident Dr. Walter Zitzelsberger, Landrat Heinz Wölfl, der Chef der Wirtschaftsabteilung bei der Regierung in Landshut Günther Keilwerth, Bürgermeister Robert Zettner und Wirtschaftsreferent Johannes Müller auf Besichtigungstour. Im Zwieseler Winkel stand der Besuch der Firma Kappa Wellpappe auf dem Programm.
Die Delegation zeigte sich erstaunt, welch enormer technischer Aufwand zur Verarbeitung von Wellpappe erforderlich ist. Ob Schwergut, Schüttgut oder Gefahrgut - für alles werden bei Kappa Spezialverpackungen hergestellt. "Unser Plus ist die hohe Flexibilität", sagt Geschäftsführer Stein. Wenn nötig, seien die Mitarbeiten bereit, Überstunden zu machen und auch am Wochenende zu arbeiten. Das Zwieseler Werk des Milliardenkonzerns Kappa Packaging entwickele und liefere alles, was gewünscht werde, egal ob nur ein einziges Stück oder mehrere Millionen. Etwa 20 verschiedene Branchen vom Bereich Lebensmittel über Textil bis hin zur Auto-Zulieferer-Industrie werden bedient.
Außergewöhnlich ist bei Kappa die Lieferung deutschlandweit. "Wir können sogar eine einzelne Palette noch zu vertretbaren Preisen bis nach Rügen liefern", sagt Thomas Stein. Möglich macht dies die Partnerschaft mit dem Logistikunternehmen Militzer & Münch. Dieser so genannte Just in Time-Service soll noch weiter ausgebaut werden. Ab Januar will Kappa die benachbarte, leer stehende Salco-Halle mieten. Dort will man künftig die Produkte eines führenden niederbayerischen Automobil-Zulieferers verpacken und direkt an den Kunden weitergeben.
"Wir werden auch die nächsten drei Jahre unseren Umsatz um jeweils 20 Prozent steigern", prognostiziert der Geschäftsführer. Erst einmal will er die Kapazität im nächsten Jahr mit zwei neuen Maschinen verdoppeln. Schon im Januar wird für 600 000 Euro eine neue Faltschachtelmaschine angeschafft und im zweiten Halbjahr will Stein 700 000 Euro in eine Hochleistungsstanze investieren. Die Mitarbeiterzahl von derzeit 68 soll sich in den nächsten Jahren bei rund 90 einpendeln. Auch Lehrlinge will Thomas Stein künftig wieder im Werk Zwiesel ausbilden.
Angesichts der guten Auftragslage und der zu erwartenden Steigerung mit der bevorstehenden Osterweiterung hat Thomas Stein weit mehr im Auge. Er ist überzeugt, dass sich die Verarbeitung von jetzt 15 000 Quadratmeter Wellpappe auf 50 000 Quadratmeter steigern lässt. Dazu wird allerdings ein Neubau notwendig, der dann wohl in Fürhaupten entstehen würde. Über diese Mega-Lösung wird der Kappa-Hauptkonzern Ende nächsten Jahres beraten. Günther Keilwerth zeigte sich angenehm überrascht und sagte schon jetzt optimale Unterstützung von staatlicher Seite zu.
Im Standort Zwiesel sieht Thomas Stein nur Vorteile. Schon ab 2003 machen Aufträge aus Tschechien 25 Prozent des Umsatzvolumens aus. "Mit der Osterweiterung eröffnet sich da ein riesiges Gebiet", ist der Werkleiter überzeugt.

Aus: Bayerwald-Bote, 13.11.02

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Lichtblicke in Zeiten der Wirtschaftsflaute: Ein Wellness-Paradies und Ideen in Cristalite

Regierungspräsident Zitzelsberger besichtigte gestern den Bodenmaiser "Hammerhof" und Schock in Regen

von Johannes Fuchs
Bodenmais/Regen. Die Vielfalt der Wirtschaftsbetriebe zeigen - das ist der Hintergedanke der alljährlichen Betriebsbesichtigungen mit Regierungspräsident Dr. Walter Zitzelsberger. Gestern standen unter anderem der "Hammerhof" in Bodenmais und die Firma Schock in Regen auf dem Programm. Warum Landrat Heinz Wölfl den "Hammerhof" ausgewählt hatte, das konnten Zitzelsberger und Günther Keilwerth, Abteilungsleiter Wirtschaft und Verkehr bei der Regierung, schon von außen sehen: Auf dem großzügigen Areal in Kothinghammer wird gebaut. Eckard und Maria Baumgartner haben den großen Schritt gewagt und ihr 90-Betten-Haus um einen geräumigen Wellness-Bereich erweitert.
Susanne Wagner, Tourismusreferentin des Landkreises, kann diese Entscheidung nur loben. "Die Anfragen nach Hotels mit guten Wellness-Angeboten haben unglaublich zugenommen." Dafür sind die Baumgartners künftig gewappnet. Zum Teil schon in Betrieb sind ein luftiges Hallenbad, zwei Saunen, ein Kräuterbad, Fitnessraum und ein Multimedia-Entspannungsraum. Vor dem Gebäude sieht es noch nach Baustelle aus, dort sollen noch ein Außenbecken und eine Liegewiese entstehen.
"Gibt's auch ein Partner-Wannenbad mit Sekt?" wollte der Landrat wissen. Gibt es, erklärte Wellness-Bereichsleiterin Ursula Brem-Feldheim, und dazu werden sogar frische Früchte gereicht. Eines fand Sauna-Fan Wölfl aber doch noch zu verbessern: "Eine Sauna braucht neben den Duschen auch ein Kaltwasserbecken." Aber auch dafür wäre locker noch Platz.
Ähnlich beeindruckend wie die nagelneue Wellness-Landschaft ist auch die Geschichte des "Hammerhofes". Das Anwesen war bis 1989 ein reiner Bauernhof, nur in den 50er Jahren versuchte man sich kurze Zeit als Jugendherberge. Dann baute Eckard Baumgartner zum Hotel um, und in Bodenmais hieß es: "In der abgelegenen Lage, direkt an der Durchgangsstraße von Böbrach her, das wird nichts."
Irrtum: Heute freut sich Baumgartner über die Möglichkeit, sein Haus zu erweitern. Und so manchen Gast fängt er wohl schon auf der Anreise ab, bevor der überhaupt nach Bodenmais kommt.
Eine Erfolgsgeschichte ganz anderer Art bekam Zitzelsberger in Regen vorgestellt. Seit 1979 ist dort die Firma Schock aktiv und mit heute 200 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Gefertigt werden Arbeitsplatten und Küchenspülen aus Cristalite, einem Verbundmaterial aus etwa 85 Prozent Quarzsand und 15 Prozent Polyacryl-Kunststoff.
Landrat Wölfl zeigt das Unternehmen umso lieber her, als ihm die Firmenleitung im württembergischen Schorndorf vor zwei Jahren buchstäblich einen Schock versetzt hatte. Damals kam das Unternehmen ins Schlingern, schließlich übernahm eine Investmentgesellschaft zu 100 Prozent. Seither läuft der Betrieb wieder in sicheren Gleisen. Rund 400 000 Spülen werden jährlich produziert, zunehmend für den Export.
Auch über ein neues Standbein neben der Küchenausstattung denkt man jetzt nach. "Cristalite ist sehr gut für Fußbodenplatten geeignet", sagte Managing Director Dr. Ekkehard Liefke, "da stünde uns ein riesiger Markt offen." Da spitzte Bürgermeister Walter Fritz die Ohren: "Unser Rathaus-Foyer braucht einen neuen Boden, das wäre doch eine gute Referenzfläche."

Aus: Bayerwald-Bote: 13.11.02

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Wirtshaus AG greift zum letzten Strohhalm

Nach schlechten Erfahrungen soll neue Geschäftsführerein endlich schwarze Zahlen liefern - Sonst droht das Aus

Eggenfelden (rw). Letzte Chance für "Unser Wirtshaus": Nach hohen Verlusten im ersten Geschäftsjahr soll nun mit Barbara Seitl als Betreiberin die Kunst gelingen, endlich schwarze Zahlen zu schreiben. Bis Ende Dezember muss die Wendung zum Guten hin vollzogen sein. Ansonsten ist das Modell der Wirtshaus AG finanziell am Ende. Vielleicht war ein Schuss Galgenhumor mit im Spiel, die Aktionärsversammlung ausgerechnet für den 11.11. einzuberufen. Und wenn man schon dem Zeitpunkt symbolischen Charakter zumessen mag, dann kann man den Faden weiter spinnen und festhalten, dass die Versammlung genau bis 23.23 Uhr dauerte, was noch einmal verdeutlichte, dass es bei der AG kurz vor zwölf ist.
Vor einem Jahr war das Gasthaus mit dem bezeichnenden Namen "Unser Wirtshaus" am Stadtplatz mit großen Hoffnungen eröffnet worden. Zuvor hatte dort das alteingesessene Gasthaus Diem dicht gemacht. Eggenfeldener Bürger bedauerten das Sterben der bayerischen Wirtshauskultur. Um die zu retten, fand sich bald ein Kreis zusammen. Feder führend dabei waren zwei Eggenfeldener Unternehmer, der Kachelofen-Fabrikant Ulrich Brunner und der Wirtschaftsprüfer Dr. Franz Xaver Kirschner. Eine Aktiengesellschaft wurde gegründet. Die Aktionäre zahlen 165 000 Euro ein (je Aktie 150 Euro) und finanzierten damit weit gehend den 195 000 Euro teuren Umbau zum urig bayerischen Wirtshaus.
Auf dem Papier sah alles prächtig aus. Ulrich Brunner, von Beginn an Vorstandsvorsitzender der AG, steht auch nach den jetzigen Verlusten grundsätzlich zu dem Konzept. "Die Lage am Stadtplatz, die bestehende Konkurrenzsituation und die Ausstattung der Räume sind gut." Es haperte an etwerialkosten 30 Prozent des Umsatzes aus. Diese Zahlen legten auch Kirschner und Brunner ihrem Konzept zuas anderem: Branchenüblich machen in der Gastronomie die Personalkosten 35 bis 40 Prozent und die Mat Grunde.
Doch dabei hatten sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der heißt bei der AG Geschäftsführer und hat die Aufgabe, den Laden betriebswirtschaftlich so zu führen, dass die kalkulierten Zahlen in der Praxis auch erreicht werden. Das funktionierte nicht. "Dabei verlangten wir nichts Utopisches, die Zahlen waren realistisch", betont Brunner. Die AG hatte offenbar keinen glücklichen Griff bei der Wahl der Geschäftsführer. Das erste Duo schmiss im Mai das Handtuch. Der Nachfolger tönte, so Brunner, er könne die Zahlen locker schaffen, sprach gar von nur 25 Prozent Materialeinsatz und 30 Prozent Personalkosten. Seine Ankündigungen erwiesen sich bald als hohle Sprüche. Die Realität holte ihn und damit die Wirtshaus AG schon im ersten Monat ein. Die genauen Zahlen legten Brunner und Aufsichtsratsvorsitzender Karl Riedler den Aktionären vor. Gut 200 waren gekommen, repräsentierten über 500 Anteile und mehr als die Hälfte des eingezahlten Kapitals. Den Abschluss für 2001 (für Ende November und Dezember) legte Riedler vor. Er endete mit einem Minus von 38 000 Euro. Da dachte man noch an Anlaufschwierigkeiten, allein für Werbung waren 22 000 Euro angefallen. Dabei war der Umsatz mit 90 000 Euro höher als erwartet. Dass das Defizit so hoch war, lag schon damals an zu hohen Personalkosten. Aber auch das war verständlich, musste sich doch zu Beginn eine Stammmannschaft erst herausbilden.
Wie Ulrich Brunner in seinem Geschäftsbericht weiter ausführte, lag der Umsatz im Januar auch auf hohem Niveau, aber es blieben 15 000 Euro Minus. Dann schien es so, als gerate die AG auf den richtigen Weg. Im Februar gab es keine roten Zahlen mehr. Umso härter die Hiobsbotschaft für März, der mit einem Verlust von 20 000 Euro endete. Brunner und der Aufsichtsrat, der noch zweimal tagen sollte, zogen die Notbremse, führten harte Gespräch mit den Geschäftsführern. Die warfen daraufhin das Handtuch.
Der neue Mann sollte es zum Besseren wenden. Doch die Misere blieb. "Wir hatten dann von Mai bis Oktober in etwa die gleiche Situation und erwirtschafteten je Monat zwischen 10 000 und 20 000 Euro Verluste", legte Brunner den Aktionären dar.
Diese haben seinen Worten nach die schlechten Nachrichten zwar mit Enttäuschung aufgenommen. "Aber es gab keine Anklagen, eher herrschte die Meinung vor - das schaffen wir". Einige Anwesende hätten sogar eine Kapitalerhöhung vorgeschlagen. Doch die hätte vier Wochen vorher schriftlich angekündigt werden müssen.
Für den juristisch korrekten Ablauf der Aktionärsversammlung sorgte Franz Xaver Kirschner. Die Neuwahl der Aufsichtsräte erwies sich dabei als der am längsten dauernde Punkt. Vorgeschlagen waren 2. Bürgermeisterin Anita Meister (neu für Riedler, der nicht mehr kandidieren wollte), Xaver Gfirtner (alt) und Dr. Hans-Georg Wesemann (bisher kommissarisch für Sparkassendirektor Hans Fischer, der sich im Mai von dem Posten getrennt hatte). Die Kandidaten hatten zwar laut Brunner ihr Einverständnis signalisiert, waren aber nicht anwesend.
Dagegen regte sich Protest. Spontan wurden drei Kandidaten aus der Versammlung vorgeschlagen und dann auch gewählt und zwar Manfred Jochum als Vorsitzender, Heiner Wilczek und Alfred Leitner aus Wurmannsquick.
Nun wird ein letzter Versuch zur Rettung von "Unser Wirtshaus" unternommen. Die 29-jährige Barbara Seitl soll nun das Gasthaus rentabel machen. Zur Seite steht ihr dabei Petra Luger, die ehrenamtlich täglich Buchführung macht und die Rentabilität berechnet. Eine positive Entwicklung ist dabei zu erkennen. Die Personalkosten sind bereits deutlich gesunken, machen nur noch gut 40 Prozent des Umsatzes aus und liegen damit nahe den Zielvorgaben. Und wenn nicht mehr so viel weggeworfen werden muss wie früher, dürften auch die Materialkosten bald auf erträgliches Niveau sinken. Eine Sorge hat Seitl: "Wir haben einen wunderschönen Saal mit rund 50 Plätzen, der ideal für Weihnachtsfeiern wäre. Mein Vorgänger hat sich leider nicht mehr darum gekümmert. Ich hoffe, dass wir noch viele Buchungen bekommen".
Erfüllt sich die erhoffte Trendwende, dürften neben den Aktionären insbesondere Ulrich Brunner und Franz Xaver Kirschner aufatmen. Denn geht das Projekt in den Graben, so haften die Aktionäre nur mit ihrer Einlage. Für die übrigen Verbindlichkeiten bürgen großteils die beiden Eggenfeldener Unternehmer.

Aus: Rottaler Anzeiger, 13.11.02

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"Fit machen für Osterweiterung"

Passau (wr). Für die nächste Amtsperiode hat sich das Wirtschaftsforum Passau vor allem ein Ziel gesetzt: Schwerpunktmäßig geht es darum, die Unternehmen der Region auf die EU-Osterweiterung im Jahr 2004 vorzubereiten. Das machte der Vorsitzende des Forums, Uni-Altkanzler Dr. Karl August Friedrichs, bei der jüngsten Mitgliederversammlung klar.
In den zukünftigen EU-Partnerländern bereits tätige Unternehmer sollen zusammen mit Fachleuten interessierte Unternehmer auf Chancen, Möglichkeiten und Schwierigkeiten hinweisen, die zum Beispiel die Gründung von Unternehmen nach dem EU-Beitritt mit sich bringen. Wichtig sei, dass sich Unternehmen gleicher Branchen und gleicher Zielsetzungen grenzübergreifend austauschten. Als Motto für dieses Anliegen wählte das Forum "Unternehmer für Unternehmen". Professor Dr. Walter Schweitzer, Rektor der Uni Passau, sagte, dass die 20-jährigen Beziehungen der Universität zu den EU-Kandidaten und dadurch gesammeltes Wissen auch für die Unternehmen der Region wertvoll sein könnten.

Aus: Passauer Neue Presse, 14.11.2002

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Equal Ostbayern GmbH will Probleme auf regionalem Arbeitsmarkt bekämpfen

EU-gefördertes Projekt soll benachteiligten Arbeitsuchenden den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern - Auftaktveranstaltung in Passau

Passau (efi). Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Ostbayern ist alles andere als rosig. Das erschwert die Suche für Menschen, die sich ohnehin die wenigsten Hoffnungen auf einen neuen Job machen können: Langzeitarbeitslose, Behinderte, Asylbewerber, Alleinerziehende oder ältere Menschen. Hier versucht eine neue Gemeinschaftsinitiative Abhilfe zu schaffen. Unter dem Motto "Brücken zur Arbeit" will die Equal Ostbayern GmbH benachteiligte Jobsuchende wieder in den Arbeitsmarkt eingliedern, sie beraten, qualifizieren und für künftige berufliche Herausforderungen fit machen.
Hinter "Equal" verbirgt sich eine Initiative der EU, die mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds für den Zeitraum von 2000 bis 2006 insgesamt 2,847 Milliarden Euro zur Verfügung stellt. Aufgestockt wird die Summe durch nationale Fördermittel - hier legen zum Beispiel in Bayern der Freistaat, Arbeitsverwaltung sowie die Kommunen und Landkreise, in denen die Projekte laufen, noch einmal zusammen.
Laut Roland Brandmeier vom bayerischen Arbeitsministerium, der bei der Auftaktveranstaltung des ostbayerischen Projekts in Passau die Initiative vorstellte, soll jede Region selbst entscheiden, wie sie ihre Fördermittel einsetzen will. Perdita Wingerter, Geschäftsführerin der Equal Ostbayern GmbH: "Wir wollen ein Netz aller relevanten Akteure am regionalen Arbeitsmarkt aufbauen." Dazu sollen Beratungsstellen, Gewerkschaften, Kammern, Tarifpartner, Arbeitsämter, Unternehmer und Betroffene an einen Tisch gebracht werden. "Ein Austausch von Informationen, Know-how und Erfahrung ist wichtig", sagt Wingerter.
Um Synergieeffekte zu nutzen, arbeitet Equal Ostbayern auch mit den transnationalen Partnerprojekten BEST-Training in Österreich und IFOA in Modena/Italien zusammen. Konzepte, die sich in einer Region gut erprobt haben, sollen auf diesem Weg schnell und unbürokratisch ausgetauscht werden können.

Aus: Passauer Neue Presse, 14.11.02

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Mühlbauer AG erzielt besten Monatswert bei Aufträgen
Die Mühlbauer Holding AG & Co. KGaA mit Sitz in Roding (Lkr. Cham), eigenen Angaben nach weltweit führender Hersteller von schlüsselfertigen Lösungen zur Produktion von Chipkarten und Smart Labels, konnte sich auch im dritten Quartal 2002 positiv entwickeln. Wie das Unternehmen mitteilt, festigte Mühlbauer seine wieder erstarkte Geschäftstätigkeit im Vergleich zum bereits eingetrübten Vergleichszeitraum des Vorjahres deutlich - und das, obwohl die Gesamtwirtschaft weiterhin auf der Stelle trete und keine Anzeichen von konjunktureller Erholung zu spüren seien. Die Belebung der Geschäftstätigkeit äußere sich zudem in der zu Beginn des vierten Quartals (Oktober 2002) verzeichneten signifikanten Erhöhung der Auftragseingänge, die mit 10,5 Millionen Euro den höchsten Monatswert im laufenden Geschäftsjahr markieren.    wr

Aus: Passauer Neue Presse, 14.11.02

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Deggendorfer Stangl AG verstärkt Vorstandsressort
Der Aufsichtsrat der Deggendorfer Stangl AG hat den 39-jährigen Diplom-Ingenieur Frank Masuhr zum stellvertretenden Vorstand im Bereich Technik bestellt. Masuhr war seit über zwölf Jahren im Gebäudetechnik-Bereich der Krantz TKT GmbH Bergisch Gladbach tätig, seit 2001 gehörte er zur Geschäftsführung der Krantz TKT GmbH Holding. Mit der Ernennung Masuhrs macht die Stangl AG eigenen Angaben nach einen entscheidenden Schritt vom eigentümer- zum managementgeführten Unternehmen. Frank Masuhr wird ab 2. Dezember zunächst gemeinsam mit Vorstand Franz Stangl das Ressort Technik leiten, nach einer Übergangsphase soll der 39-Jährige dann im Laufe des nächsten Jahres alleine den Bereich Gebäudetechnik verantworten. Hier erhofft sich das Management, dass Masuhr insbesondere im Vertrieb der technischen Leistungen neue Impulse setzt. Die Stangl AG zählt den Angaben nach in Deutschland zu einem der führenden Anbieter in der Haus- und Versorgungstechnik sowie im Facility Management. 1150 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2001 einen Umsatz von etwa 170 Millionen Euro.      

Aus: Passauer Neue Presse, 14.11.02

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Carlyle wird neuer Mehrheitseigner bei Edscha

US-Beteiligungsgesellschaft erwirbt 75 Prozent des Grundkapitals - Edscha-Vorstände an Finanzinvestor beteiligt

von Eva Fischl
Remscheid. Die US-Finanzgruppe Carlyle übernimmt beim Remscheider Auto-Zulieferer Edscha, der mit zwei Werken in Hengersberg und Hauzenberg vertreten ist, das Steuer. Die Amerikaner erwerben über eine Beteiligungsgesellschaft mindestens 75 Prozent des Grundkapitals, teilte das Unternehmen jetzt mit.
Die bisherigen Eigentümer - unter anderem liegen 27,6 Prozent bei PCI Edscha Partners, 14,8 Prozent bei der Deutschen Beteiligungs AG und 23,3 Prozent bei Edscha-Vorstandsvorsitzendem Horst Kuschetzki - erhalten 26,50 Euro in bar je Aktie der im SMAX notierten Edscha AG. Die Kartellbehörden müssen der Übernahme allerdings noch zustimmen. Unternehmenssprecherin Christiane Nadol rechnet bis Jahresende mit einer Entscheidung.
Bereits im Mai hatten die Finanzinvestoren PCI Edscha Partners und Deutsche Beteiligungs AG angedeutet, ihre Anteile veräußern zu wollen. Die Suche nach einem neuen Investor sei eng mit dem Vorstand abgestimmt worden: "Mit Carlyle haben wir einen Partner, der umfassende Branchenkenntnisse besitzt", sagt Kuschetzki.
Die Übernahme erfolgt durch die Carlyle-Tochter EdCar Beteiligungs GmbH & Co. KG. Daran sind auch die vier Vorstände der Edscha AG - Horst Kuschetzki, Peter Mazzucco, Axel Schultmeyer und Dr. Hagen Wiesner - mit insgesamt 23 Prozent beteiligt. Laut Kuschetzki soll so der unternehmerische Einfluss im Management verbreitert werden.
Die Carlyle Group mit Stammsitz in Washington D.C. zählt weltweit zu den größten Finanzinvestoren mit Eigenmitteln in Höhe von 13 Milliarden Euro. In Europa hat das US-Unternehmen bereits über ein Dutzend Transaktionen durchgeführt und hält unter anderem Anteile an der Grazer Andritz AG oder der Honsel KG Meschede.
In den ostbayerischen Werken bleibt alles beim Alten. "Die Übernahme hat auf das operative Geschäft keinen Einfluss", sagt Pressesprecherin Nadol. Edscha erwartet im Geschäftsjahr 2002/2003, das am 30. Juni endet, einen Umsatz von 950 Millionen Euro. Die beiden ostbayerischen Werke steuern den Angaben nach ein Volumen von rund 300 Millionen Euro bei. Der Automobil-Zulieferer beschäftigt weltweit 6000 Mitarbeiter - 1500 Menschen arbeiten in Hauzenberg und Hengersberg .

Aus: Passauer Neue Presse, 14.11.02

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"Fub" erleichtert Frauen die Arbeitsplatzsuche

Beratungsstelle "Frau & Beruf" bietet Sprechstunden in Freyung an - Beratung und Seminare sind kostenlos

Freyung (bha). Schule abgeschlossen, Baby-Pause beendet, Job verloren - was kommt danach? Speziell für Frauen bietet die Beratungsstelle "Frau & Beruf" (fub) Hilfe bei der Suche nach einem Arbeitsplatz an. Auch in Freyung werden Sprechstunden abgehalten. Die Beratungsstelle mit Sitz in Passau hat heuer im August ihre Tätigkeit aufgenommen. Seither haben bereits über 100 Frauen Rat gesucht. Die Beratungsstelle "Frau & Beruf" gab es in Passau schon einmal - unter der Trägerschaft der VHS Passau, die die Beratungsstelle allerdings Ende 2000 aufgab. Jetzt wurde ein neuer Träger gefunden: die K.E.R.N. GmbH (Kompetenzzentrum für Existenzgründung und Regionale Netzwerke). Neu ist auch, dass die Beraterinnen nicht nur Sprechstunden in Passau, sondern auch in Freyung und Pfarrkirchen anbieten. In Freyung wird mit dem Jobclub der DAA kooperiert, weshalb die Beratungsgespräche dort stattfinden.
Um die Sorgen und Nöte der arbeitssuchenden Frauen nehmen sich die Diplomkauffrauen Silke Fritz und Alexandra Horsch an. Beide haben sich auf verschiedene Gebiete spezialisiert: Silke Fritz berät vor allem Existenzgründerinnen und gibt Tipps, wie Bewerbungen richtig gemeistert werden. Alexandra Horsch hilft Frauen, die nach der Familienpause wieder in den Beruf einsteigen wollen.
Außerdem werden kostenlose Seminare und Workshops rund um das Thema Beruf und Selbständigkeit sowie Bewerbungstrainings oder Internet-Schulungen angeboten. Auch wer sich über Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote informieren will, findet bei "Frau & Beruf" Unterstützung.
Einen Arbeitsplatz vermitteln können die Beraterinnen allerdings nicht. "Unser Angebot ist ergänzend zum Arbeitsamt gedacht", betont Silke Fritz. "Wir können den Frauen neue Wege aufzeigen und bei der Arbeitsplatzsuche helfen. Dann müssen die Frauen selbst aktiv werden."
Eine Stärke der Beratungsstelle sei aber, dass mehr Zeit für persönliche Gespräche sei. "Wir gehen in den Beratungsgesprächen individuell auf die jeweilige Lebenssituation der Frau ein und zeigen verschiedene Lösungswege auf", erklärt Silke Fritz. Es werden zum Beispiel Fähigkeiten und Stärken der Arbeitsplatzsuchenden ausgelotet, Bewerbungsstrategien geschildert sowie Gründerkonzepte entwickelt und geprüft.
Wie erfolgreich die Beratung ist, hängt aber in erster Linie von den Frauen selbst ab. Sie seien auf die aktive Mitarbeit der Frauen angewiesen, betonen Silke Fritz und Alexandra Horsch. Deshalb fiel die Erfolgsbilanz bei den bisher beratenen Frauen recht unterschiedlich aus: "Einige haben bereits wieder einen Arbeitsplatz, andere begleitet man bei der Bewerbung oder vermittelt ihnen weitere Ansprechpartner. Wieder andere wollen nur mit jemand Neutralem über ihre Schwierigkeiten sprechen", erinnert sich Alexandra Horsch.
Die Beratungsgespräche sind vertraulich und kostenlos. Denn das Projekt "Frau & Beruf" wird vom Bayerischen Sozialministerium, dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und Sponsoren gefördert. In Freyung ist geplant, alle zwei Wochen eine Sprechstunde abzuhalten. "Wenn die Nachfrage größer ist, kommen wir auch wöchentlich", verspricht Silke Fritz.
Bei der Beratung spielt es auch keine Rolle, welche berufliche Vorerfahrung oder Ausbildung die Frauen haben: "Das Spektrum reicht von Schülerinnen, die nicht wissen, was sie nach der Ausbildung machen sollen, über Frauen in oder nach der Elternzeit, bis hin zu Frauen über 50, die sich nach einer Umschulung in einem neuen Berufsfeld verwirklichen wollen", sagt Alexandra Horsch. Für sie alle versuchen die beiden Berufsberaterinnen, den (Wieder-) Einstieg in den Beruf so leicht wie möglich zu machen.

Beratung nur nach persönlicher Voranmeldung unter Tel. 0851/931 7740. Bürozeiten: Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr und Montag bis Donnerstag 14 bis 16 Uhr.

Aus: Passauer Neue Presse, 15.11.02

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Quebag baut neue Halle im Gewerbegebiet

Der Krise zum Trotz: Das Unternehmen investiert 275 000 Euro - Anfang Dezember soll der Bau abgeschlossen sein

Pocking (ja). Für eine positive Nachricht in wirtschaftlichen Krisenzeiten sorgt die Quebag: Die Bezugs- und Absatz AG investiert in Pocking. Derzeit entsteht im Gewerbegebiet eine neue Halle mit 750 Quadratmetern. Hauptsächlich Lagerfläche benötigt das Unternehmen, das 1976 als Selbsthilfeeinrichtung für Landwirte gegründet worden ist. 275 000 Euro werden in den Neubau investiert, Fertigstellung soll schon im Dezember sein.
Notwendig sei der Neubau durch kontinuierlich steigende Nachfrage und Umsatzzahlen in den vergangenen Jahren geworden, erklärt Quebag-Vorstand Hans Jodlbauer. An stetige Steigerung ist die Quebag gewöhnt. 1976 wurde das Unternehmen als Selbsthilfeeinrichtung für Landwirte gegründet. Ziel war und ist es, durch einen gemeinsamen Einkauf hochwertige Betriebsmittel und Investitionsgüter für die Mitglieder günstig zu beschaffen, um so die wirtschaftliche Leistung der Betriebe zu steigern. In Kelleberg stand die erste Geschäftsstelle der Quebag, die schon im ersten Firmenjahr 1,25 Millionen Euro umsetzte. So musste erweitert werden. Noch im Gründungsjahr zog das Unternehmen nach Pocking um und richtete mit der Erzeuger-Gemeinschaft-Niederbayern (EGN) im Rathaus ein Büro ein. Im Keller wurde ein kleines Warenlager aufgebaut. Doch auch hier wurde es schnell zu eng. Nach mehreren Zwischenlösungen konnte das Unternehmen 1983 sein neues Gebäude beziehen, 1998 wurde schließlich im Gewerbegebiet Pocking noch einmal und noch großzügiger gebaut. Das Sortiment konnte so erweitert werden, heute kommen auch verstärkt Privatverbraucher in das Geschäft am Schäfflerring.
Die durch die neue Halle erweiterte Kapazität ermöglicht nun weitere Größenvorteile. Neben dem Preisvorteil betont Vorstandsvorsitzender Jodlbauer: "Die Halle erlaubt ein wetterunabhängiges Be- und Entladen, was vor allem bei Futtermitteln wichtig ist." Zwar sei die Situation in der heimischen Landwirtschaft nicht besonders rosig, so Jodlbauer, doch die Quebag habe sich schon immer als Partner der Landwirte verstanden und will ihnen auch künftig mit hochwertigen Produkten zu fairen Preisen zur Seite stehen.
Die Quebag Bezugs- und Absatz AG hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 9,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Für heuer erwartet Quebag-Vorstand Jodlbauer trotz der allgemeinen Krise in der Landwirtschaft eine Steigerung auf 9,6 Millionen Euro. Die Aktienanteile der Quebag sind zu 100 Prozent im Besitz von rund 4500 bayerischen Landwirten.

Aus: Passauer Neue Presse, 15.11.02

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Wie die Regierung die Wirtschaft fördert

Bad Füssing (fjh). Im Rahmen der Wirtschaftsförderung durch die Regierung von Niederbayern besuchte Günter Keilwerth, Abteilungsdirektor Wirtschaftsförderung, mit Bürgermeister Alois Brundobler, Bauamtsleiter Josef Flock und Kurdirektor Rudolf Weinberger einige der jüngst im Gemeindebereich geförderten Projekte. Eines davon war der Thermengolfclub Bad Füssing-Kirchham, wo Präsidentin Christl Mürz die Besucher begrüßte. Bürgermeister Alois Brundobler erläuterte Direktor Keilwerth die Anlage und informierte gleichzeitig über die Trägerschaft des Clubmanagements und die Struktur der Partnerhotels. Neben einem Ausbau des Gerätehauses und der Nachbesserung technischer Einrichtungen seien zusätzliche Investitionen notwendig geworden. Christl Mürz führte die Besucher durch die Anlage und konnte über hervorragende Erfahrungen seit der Platzeröffnung berichten. Direktor Keilwerth zeigte sich von Anlage und Clubeinrichtungen sehr beeindruckt. Nächstes Ziel der Besichtigung war der neue Campingplatz Holmernhof, den Inhaber Hans Köck präsentierte. Den Abschluss bildete das Kurhotel Zink. Hier führten die Inhaber Karl und Trudy Zink sowie Juniorchef Rudolf Margraf durch eine beeindruckende Bäderlandschaft. Direktor Günter Keilwerth zeigte sich im abschließenden Gespräch mit Bürgermeister und Kurdirektor von den Besichtigungen beeindruckt. Vor allem seien die Zuschussmittel in hervorragender Weise zum Einsatz gebracht worden.

Aus: Passauer Neue Presse, 15.11.02

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Riedl: "Wir müssen Impulse setzen"

Bürgermeister referierte über Wirtschaftslage und Investitionen der Stadt

von Sabine Wagle
Pfarrkirchen. "Wir befinden uns in einer Zeit, die nicht zu großen euphorischen Äußerungen Anlass gibt", sagte Bürgermeister Georg Riedl vor den Besuchern der Bürgerversammlung in der Stadthalle. In seiner eineinhalbstündigen Rede ging der Rathauschef auf die Geschehnisse in der Stadt ein. Ein Aspekt kam dabei immer wieder deutlich zur Sprache: die derzeitige konjunkturelle Lage. Es war eine Nachlese auf die vergangenen Monate. Was hat sich in der Stadt in dieser Zeit getan? Die Antworten darauf standen im 90-seitigen Manuskript, das sich der Bürgermeister für die vier Bürgerversammlungen in diesem Jahr zurechtgelegt hat. Dabei geht es unter anderem um die Einrichtungen der Kreisstadt, die Eckdaten des Haushalts, die Stadtentwicklung und die Wirtschaft.

Lage der Kommunen

Riedl nutzte die Gelegenheit, auch über die allgemeine wirtschaftliche Situation der Gemeinden zu sprechen und meinte: "Wenn die Kommunen kein Geld mehr haben, schaut es schlecht aus." Den Gemeinden dürfe die Basis nicht genommen werden. Riedl: "Von einem Euro bleiben der Stadt momentan nur 28 Cent."
Doch der Bürgermeister machte auch Mut: "Das Rad in Pfarrkirchen wird sich weiter drehen. Wir an der Basis müssen Impulse setzen." Er hoffe, dass auch die Bürger dazu bereit sind, etwas dazu beizutragen. "Es muss ein Ruck durch die Gesellschaft gehen."
Riedl erläuterte die größten Baumaßnahmen, in die die Stadt investiert. Abgeschlossen sei bereits der Umbau der alten Knabenschule zum Rathaus II. Kosten: 1,9 Millionen Euro. Als "Renner" bezeichnete er das Bürgerbüro, das beispielhaft in Bayern sei. Laufende Projekte seien der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Reichenberg (Arbeiten wurden in Eigenregie ausgeführt), die Sanierungsmaßnahme "Rathaus I" mit einem Kostenaufwand von 1,6 Millionen Euro und die Hochwasserfreilegung am Dr.-Bayer-bach, die mit insgesamt 5,2 Millionen Euro zu Buche schlägt.
Absolut dringlich sei nach den Worten des Bürgermeisters die Ortsumgehung Waldhof als Verbindungsachse nach Süden und Norden. Die Maßnahme stehe bereits in der ersten Dringlichkeitsstufe. Riedl: "Wir brauchen einen funktionsfähigen Anschluss zur A 94." Er ist sich sicher: "Die Autobahn wird auf jeden Fall kommen."
Stichwort Verkehrskonzept: "Wir können froh sein, dass wir das durchgesetzt haben." Durch sie sei eine Aufsplittung des Nord-Süd-Verkehrs erfolgt. Das ist insofern wichtig, da eine Umgehung vorerst nicht realisierbar sei.
Auch die sozialen Einrichtungen der Stadt wie Kindergärten, Schulen, Kinderkrippe waren Thema bei dieser Bürgerversammlung. Dabei ging es auch um die neue Praxisklasse an der Hauptschule. Sie wurde eingerichtet für Schüler mit Defiziten in den Lernfächern, damit diese auch die Chance auf einen Abschluss haben. Schwerpunkte in dieser Klasse ist sind praxisbezogene Unterrichtseinheiten. "Eine tolle Sache", sagte Riedl. Zurzeit besuchen 17 Schüler die Klasse. Neun kommen aus dem Stadtgebiet.
Positives wurde auch über das Volksbildungswerk berichtet. Insgesamt werden dort 256 Veranstaltungen in Pfarrkirchen und den Außenstellen geboten.

Weniger Einnahmen

Auf die Eckdaten des Haushalts (Gesamtvolumen 32,7 Millionen Euro mit Abwasser- und Stadtwerken) eingehend meinte Riedl: "Wenn auch auf Grund der gesamtwirtschaftlichen Lage rückläufige Einnahmen hingenommen werden müssen", sei man derzeit noch in der Lage alles Notwendige zu finanzieren. Aber: "In Zukunft müssen wir uns anstrengen und alle mit anpacken."
Einen besonderen Dank hatte der Bürgermeister am Schluss seiner Ausführungen für alle parat, die ehrenamtlich tätig sind. Er lobte dabei die Arbeit in den Vereinen und Verbänden der Stadt: "Unser Vereinsleben ist bestens." Das solle auch weiterhin so bleiben.

Aus: Passauer Neue Presse, 15.11.02

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Graphit Kropfmühl AG meldet "positive Trendwende"
Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat die Graphit Kropfmühl AG nach eigenen Angaben "die positive Trendwende" geschafft. Der Umsatz habe bei 16,9 Millionen Euro gelegen, nachdem er im ersten und zweiten Quartal jeweils nur knapp über 15 Millionen Euro erreicht habe. Auch sei es gelungen, im dritten Quartal mit 0,25 Mio. Euro wieder ein positives Ergebnis (EBIT) auszuweisen, nachdem das zweite Quartal noch mit einem Minus von 500 000 Euro abgeschlossen worden sei. Das Unternehmen veredelt Naturgraphit und bezeichnet sich als einzigen deutschen Hersteller für Silicium-Metall. Für das vierte Quartal erwartet die Graphit Kropfmühl AG den Mitteilungen zufolge "eine deutliche Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahresquartal."

Aus: Passauer Neue Presse, 16.11.02

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"Die Wirtschaft braucht immer mehr Industriemeister"

Anforderungen an technisches Können steigen

Landau (red). Der Bedarf an Industrie-Meistern wird künftig noch steigen.
Davon ist Günter Tettinger, Vorsitzender der Industrie-Meister-Vereinigung Niederbayern (IMV), überzeugt. "Damit Management-Entscheidungen von Beschäftigten effizient umgesetzt werden können, braucht es Vermittler, die die Praxis aus dem Effeff kennen, hohen technischen Sachverstand haben und vor allem auch über Führungseigenschaften verfügen", so Tettinger. Industrie-Meister wiesen diese Eigenschaften auf. Weil Tettinger davon ausgeht, dass die technischen Anforderungen weiter steigen, die Flexibilität sich erhöhen und die Umsetzgeschwindigkeit in den Betrieben zunehmen werden, sagt er den Industrie-Meistern eine gute Zukunft voraus.
Auf der kürzlich stattgefundenen 20-Jahrfeier der IMV Niederbayern bei Dingolfing betonte IMV-Bundesvorsitzender Hans Steinhanses, mit einem Industriemeister verfüge eine Firma über einen bestens qualifizierten Praktiker, der Kosten- und Ertragsbedingungen sichern helfe.
"Meister haben das Profil einer Führungskraft, absolvieren produktionsorientierte Aufgaben, verfügen über ein solides technisches Fachwissen und haben die Voraussetzungen, um die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge im Auge behalten zu können", betonte auf dieser Versammlung Walter Keilbart, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Niederbayern.
Zudem zeigte er sich davon überzeugt, dass gerade der wirtschaftliche Aufschwung der vergangenen Jahrzehnte in Niederbayern engagierten Meistern mit zu verdanken sei. Dies seien Menschen, die enorm leistungsfähig und -bereit seien, betonte Keilbart.

Aus: Passauer Neue Presse, 16.11.02

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Immer mehr Firmen in Not: Stadt baut ihre Unternehmer-Beratung aus

16 Betriebe nutzten bereits den kostenlosen Service - Weitere Termine am 25.11. und 18.12.

von Werner Schötz
Mit ihrem neuen Angebot, Unternehmern in Nöten mit kostenlosen Beratungsgesprächen mögliche Auswege aus ihrem betriebswirtschaftlichen Dilemma aufzuzeigen, hat die Stadt zusammen mit dem RKW-Beraterhaus (eine Selbsthilfe-Organisation der bayerischen Wirtschaft) offenbar den Nagel auf den Kopf getroffen.
"Das Interesse ist enorm. Nach zwei ganztägigen Beratungsterminen im Oktober und November, bei denen insgesamt 16 Firmen je eine Stunde beraten wurden, ist unser dritter Beratungstag am 25. November bis auf einen Termin schon wieder voll", berichtet Günther Hepner, Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung der Stadt. Am 18. Dezember gibt's deshalb bereits die nächsten "Unternehmer-Gespräche", für die sich Firmeninhaber , Betriebsleiter oder Existenzgründer unter Tel. 0851/396 533 anmelden können.
Unter den bereits beratenen Firmen waren Handwerker und Dienstleister ebenso wie Betriebe aus Handel, der Baubranche oder dem produzierenden Gewerbe. "Und jeder, der nach dem Gespräch mit uns hinausgegangen ist, hat gesagt, dass er den Service und die Hinweise, die er erhalten hat, super findet", berichtet RKW-Berater Josef Wetzl. Wie sich herausstellte, hatte die Mehrzahl der Ratsuchenden Probleme mit der Deckung des Finanzbedarfs und der Liquidität. Aber auch im Bereich Absatz und Marketing bzw. beim Controlling gebe es in vielen Firmen noch großen Nachholbedarf. "Firmen mit Finanzengpässen haben wir zum Beispiel auf öffentliche Fördermaßnahmen wie die Konsolidierungsdarlehen der LfA-Förderbank Bayern hingewiesen", so Günther Hepner. Manche Ratsuchenden hätten nicht einmal gewusst, dass es so etwas überhaupt gibt.
Diese Unkenntnis im Förderdschungel abzubauen, sieht OB Albert Zankl als vordringliche Aufgabe des städtischen Beratungsservice. "Wir wollen möglichst vielen Firmen, die unter anderem wegen des Banken-Ratings in Kalamitäten kommen, über die Klippen helfen. Denn wenn's der Wirtschaft schlecht geht, geht es auch der Stadt schlecht."

Aus: Passauer Neue Presse, 18.11.02

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Handwerkskammer lässt Beitragssätze unverändert

Vollversammlung verabschiedet Haushaltsplan

Passau (wr). Der Kammerbeitrag für Handwerksbetriebe in Niederbayern bleibt unverändert. Das hat die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz kürzlich bei ihrer Vollversammlung in Schwandorf beschlossen.
Die beiden Kammerpräsidenten Franz Prebeck (Niederbayern) und Hans Stark (Oberpfalz) wiesen darauf hin, dass der Pflichtbeitrag, den Betriebe an die Kammer entrichten müssen, im elften Jahr hintereinander nicht erhöht worden sei. Der Kammerbeitrag wird nach dem Äquivalenzprinzip und der Leistungsfähigkeit berechnet. Alle Betriebe führen einen jährlichen Grundbeitrag von 117 Euro ab. Hinzu kommt ein gestaffelter, vom Gewinn abhängiger Zusatzbeitrag.
Die Einnahmen aus den Pflichtbeiträgen machen 16 Prozent der Gesamteinnahmen des Kammerhaushalts aus. Für das kommende Jahr stellte die Vollversammlung den Gesamthaushaltsplan mit einer Summe von über 56,3 Millionen Euro fest. Dabei sollen die Mittel wirkungsvoll für Interessenvertretung, Selbstverwaltung und Dienstleistungen zugunsten des Handwerks in Ostbayern verwendet werden.
So schulte die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz im vergangenen Jahr rund 38 000 Teilnehmer in über 2700 Lehrgängen in Berufsbildungsmaßnahmen. Für etwa 12 000 Personen nahm sie Gesellen-, Fortbildungs- und Meisterprüfungen ab. 5000 Betriebe wurden rechtlich, technisch oder betriebswirtschaftlich beraten, 9000 Ausbildungsverhältnisse bearbeitet und 6000 Aus- und Weiterbildungsberatungen auf dem Gebiet der Berufsbildung durchgeführt.
Die Mitglieder der Vollversammlung betonten darüber hinaus erneut den Stellenwert des Handwerksmeisters. In einem Positionspapier wiesen sie auf die Einzigartigkeit dieses "Wirtschaftsmodells" hin, das bei zahlreichen internationalen Delegationen großes Interesse geweckt habe.

Aus: Passauer Neue Presse, 19.11.02

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Unternehmensberatung Universitas neu in Eggenfelden
Die früher im Raum Regensburg ansässige internationale Unternehmensberatung Universitas ist vor kurzem nach Eggenfelden umgesiedelt. Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben darauf spezialisiert, deutsche Firmen bei deren internationalen Expansionen und Rationalisierungen zu unterstützen. Die Palette reicht von Unterstützung bei Im- und Export über Produktionsverlagerung bis zum Beschaffungsmanagement. Inhaber Roland Herbert bezeichnete Osteuropa als die Priorität seiner Firma. Kontakte bestehen unter anderem nach Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien. Auch ist die Universitas mit Partnern in Jordanien, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Brasilien tätig. Auf Grund der Mitgliedschaft in einem internationalen Consulting-Network ist die Unternehmensberatung auch mit weiteren Partnern in vielen Ländern verbunden.

Aus: Passauer Neue Presse, 19.11.02

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Pöschl-Tabak will auch die Chinesen zu Schnupfern machen

Schnupftabak-Weltmarktführer aus Niederbayern peilt neue Märkte in Asien und Amerika an - Traditionsfirma feiert im Dezember 100. Geburtstag

von Oliver Hausladen
Geisenhausen. Schnupftabak aus Niederbayern soll künftig das Reich der Mitte erobern: Um seine Stellung als Weltmarktführer zu festigen, plant die Pöschl Tobacco Group mit Stammsitz in Geisenhausen bei Landshut, auch Chinesen zu Schnupfern zu machen.
"China hat gigantisches Potenzial", erläutert Detlef Hoffmann, Pressesprecher des Unternehmens, das im Dezember seinen 100. Geburtstag feiert. Pöschl hat erst vor kurzem eine Niederlassung in Hongkong eröffnet, von wo aus der Markt erobert werden soll. "Die Chinesen haben ohnehin eine jahrhundertelange Schnupfer-Tradition, wir wollen das neu beleben." Auch der amerikanische Kontinent soll in den kommenden Jahren verstärkt mit Schnupftabak beliefert werden.
Durch die Expansion könne Pöschl auch künftig seine Unabhängigkeit trotz der Konzentrationstendenzen auf dem Weltmarkt sichern, sagt Dr. Ernst Pöschl. Er leitet das Unternehmen zusammen mit Dr. Robert Engels.


90 Prozent Marktanteil in Deutschland


Trotz der allgemein schlechten Wirtschaftslage geht es Pöschl gut: Nach eigenen Angaben hat die Firma bei Schnupftabak in Deutschland einen Marktanteil von über 90 Prozent, international sind es rund 50 Prozent. Der Jahresumsatz belief sich im vergangenen Jahr auf knapp 140 Millionen Euro. 600 Mitarbeiter arbeiten weltweit für Pöschl, 230 davon in Geisenhausen. Neben Schnupftabak wird Pfeifen- und Feinschnitttabak produziert.
Die Geschäftsführung kann auf wachsende Absatzmengen verweisen: In den vergangenen Jahren stieg die monatliche Absatzmenge von 149,3 Tonnen 1997 auf 206,5 Tonnen im vergangenen Jahr. Durch neue Produkte wie "Gletscherprise" oder "Gawith" konnte Pöschl im Gegensatz zu anderen Tabakunternehmen in Niederbayern stetig wachsen. Dass sich das Familienunternehmen so gut behaupten kann, hat für Detlef Hoffmann mehrere Gründe: "Wir expandieren ständig und bieten immer wieder neue Marken und Geschmacksrichtungen. Außerdem haben wir einen sehr guten Ruf."
Der Hauptabsatzmarkt für Schnupftabak liegt im süddeutschen Raum, in den westdeutschen Bergbau-Gebieten sowie in den neuen Bundesländern. Pöschl exportiert aber mittlerweile auch in 60 Länder weltweit.
Pöschl Tabak wurde im Dezember 1902 vom damals 29-jährigen Schnupftabakvertreter Alois Pöschl in Landshut gegründet. Der Durchbruch auf dem Weg zur heutigen Bedeutung gelang in den dreißiger Jahren mit der Marke "Doppelaroma" . Ein Meilenstein in der jüngeren Firmengeschichte war der Umzug 1995 in die moderne Produktionsstätte in Geisenhausen, heißt es.
"Die Schnupftabak-Herstellung läuft vollautomatisch ab", erläutert Hoffmann. Der Tabak wird vor allem vom amerikanischen und afrikanischen Kontinent importiert. Danach wird der Rohstoff zu Tabakmehlen gemahlen, je nach Rezept und Sorte kommen Aromastoffe, Menthol und Öle hinzu. Eine Tabakmischung besteht aus bis zu 20 verschiedenen Rohtabaksorten. Rund 80 verschiedene Schnupf- und Rauchtabake gibt es im Pöschl-Sortiment, täglich laufen in Geisenhausen etwa 80 000 Dosen gefüllt mit Schnupftabak vom Band.


Nur ein Prozent aller Kunden sind weiblich


Das klassische Bild vom bayerischen Schnupfer mit Schnurrbart und Lederhose stimmt laut Hoffmann schon lange nicht mehr: "Die Altersspanne unserer Kunden geht von 18 bis 85, es sind einfache Leute genauso darunter wie Professoren." Nur bei den Frauen gibt es noch Aufholbedarf: Der Pressesprecher schätzt den Anteil weiblicher Schnupfer nur auf etwa ein Prozent. Mit speziellen Werbekampagnen und eventuell anderem Verpackungsdesign und Geschmacksrichtungen will Pöschl diese Klientel zukünftig besser ansprechen.
In der Pöschl-Führungsetage ist dagegen keine Werbung mehr nötig: Pressesprecher Hoffmann greift selbst gerne mal zur Schnupftabakdose, genau wie seine beiden Chefs.

Aus: Passauer Neue Presse, 19.11.02

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Neue Jobs für frühere bps-Mitarbeiter

Sozialprojekt "Möwe" vorerst auf Eis

Deggendorf (lam). 24 der ehemals 51 Mitarbeiter der in Insolvenz gegangenen bps haben inzwischen neue Verträge mit dem Deutschen Erwachsenenbildungswerk bzw. der cwi.
"Wir sind in die Verträge eingestiegen, so dass vor allem alle Jugendmaßnahmen ohne Probleme weiterlaufen konnten", so der Straubinger DEB-Nebenstellenleiter Harald K. Fellner, der auch die Deggendorfer Neugründung betreut. Nicht übernommen werden konnten wie berichtet das Call-Center und die kaufmännische Übungsfirma. Auch die Honorardozenten, die teils nur mit wenigen Stunden beschäftigt waren, haben keine neuen Verträge. Das Sozialprojekt "Möwe" liegt vorübergehend auf Eis: "Wir basteln derzeit an einem Konzept, das sich mit der Gemeinnützigkeit unseres Vereins verträgt", so Fellner.
17 Mitarbeiter hat die DEB übernommen, der Schulungsbetrieb läuft wie bisher weiter. Sieben Arbeitsplätze vor allem im Bereich Computertraining und Multimedia wurden von der cwi übernommen. Wieder andere Mitarbeiter sind bei anderen Firmen untergekommen. "Wie viele bps-Kräfte sich arbeitslos melden mussten, ist schwer zu sagen", so Ex-Geschäftsführerin Petra Blumentritt, die nun für die DEB arbeitet.
Die Aufarbeitung der Vergangenheit läuft indes weiter: Ende letzter Woche fand ein sogenannter "Berichtstermin" mit Insolvenzverwalter Hanns Pöllmann statt, der Vertretern von Vermietern und Belegschaft über den Stand der Dinge bei der insolventen bps berichtete. Das Verfahren, so Pöllmann zur DZ, werde sich mit Sicherheit über Jahre hinziehen. Schon jetzt zeichne sich allerdings ab, dass die Firma "über gewährte Subventionen in wirtschaftlich ungünstiger Weise disponiert" habe.

Aus: Deggendorfer Zeitung, 25.11.02

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DGB-Ortskartell spricht sich für Arbeitsmarkt-Reform aus

Regen (bb). In der letzten Ortskartellsitzung des DGB wurde zusammen mit dem Organisationssekretär der Region Donau-Wald, Christian Schlag, ausführlich über die Reform des Arbeitsmarktes diskutiert. Der DGB befürwortet das sogenannte Hartz-Konzept, ist allerdings strikt gegen eine erweiterte Befristung für Beschäftigte ab 50 Lebensjahren, weil dies nicht nur ungeeignet wäre, sondern auch gegen geltende EU-Richtlinien verstoßen würde. Eine Aufweichung des Kündigungsschutzes sei kein geeignetes Mittel zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit. Kollektive Leistungskürzungen für Arbeitslose, sei es beim Arbeitslosengeld oder bei der Arbeitslosenhilfe, widersprächen den Empfehlungen der Hartz-Kommission, damit würde die Geschäftsgrundlage für die Umsetzung der Hartz-Empfehlungen in Frage gestellt.
Das Ausbildungszeitwertpapier findet ebenfalls keine Zustimmung bei den Arbeitnehmervertretern. Als positiv sehen die Ortskartellmitglieder die Möglichkeit der beschleunigten Vermittlung von zukünftigen Arbeitslosen und die Integration von Sozial- und Jugendamt sowie der Drogen- und Schuldnerberatung in den Job-Centern. Zu der Umsetzung des Hartz-Konzeptes informiert der DGB in Form einer Abendinformationsveranstaltung voraussichtlich im Januar 2003.
Der DGB unterstützt auch das Beitragssatzstabilisierungsgesetz zur Krankenversicherung, weil hier die Leistungserbringer bei der Finanzierung beteiligt werden. Es geht nicht um die Gefährdung der Versorgung, sondern um eine Begrenzung hoher Besitzstände. Ebenso ist die Verbreiterung der Solidarität durch die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze positiv zu sehen, zumal den Versicherten nicht mehr abgerungen wird. Es kommt zu keinen Leistungseinschränkungen oder weiteren Zuzahlungen für die Versicherten. Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll die Ausgangslage für notwendige Strukturreformen bereiten.
Weitere Forderungen sind die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, die Verschärfung der Erbschaftssteuer bei Großverdienern, die Versteuerung von Aktiengewinnen und Gewinnen bei Veräußerungen von Kapitalgesellschaften.

Aus: Der Bayerwald-Bote, 25.11.02

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IHK-Coaching-Programm: Beratung für Existenzgründer

Kammer hat Beratungsform vor drei Jahren initiiert

Passau (efi). Guter Rat ist teuer - in der Regel zumindest. Die bayerischen Industrie- und Handelskammern haben diesem Klischee ein Zeichen entgegengesetzt. Für Jungunternehmer, die in ihrer Anfangszeit ohnehin knapp kalkulieren müssen, hat die Organisation vor drei Jahren ein Coaching-Programm ins Leben gerufen. Das Ziel: Professionelle Beratung zu Existenzgründer-freundlichen Preisen.
Allein in diesem Jahr wurden nach IHK-Angaben rund 40 Existenzgründer, Jungunternehmer und Firmen-Nachfolger aus allen Branchen beraten und mit rund 95 000 Euro bezuschusst. Die finanzielle Förderung im Coaching-Programm beträgt bis zu 80 Prozent des täglichen Beraterhonorars (Höchstgrenze Einzelcoaching 613,55 Euro, Gruppencoaching 899,87 Euro). Sie wird bis zu 20 Beratungstagen innerhalb von drei Jahren, aber maximal für zehn Beratungstage im Jahr gewährt. Je nachdem welche Themen den Hilfesuchenden gerade beschäftigen, kann er sich von der IHK aus einem Pool von unabhängigen Unternehmensberatern einen geeigneten Coach vermitteln lassen.
Mit diesem Beratungsprogramm, so der Hintergedanke der IHK, sollen die Erfolgsaussichten der jungen Unternehmen gesteigert werden. Denn trotz allem persönlichen Engagement überlebten viele Gründer die ersten fünf Jahre nicht. Die Ursachen dafür lägen meist in einer falschen Finanzierung oder undurchdachter Planung.

Aus: Passauer Neue Presse, 21.11.02

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Nach Fusion mit Kontron AG: Ehemalige Jumptec baut Stellen ab

Geschäftsführer: Ohne Zusammenlegung wäre Schnitt schlimmer ausgefallen - Kontron steigert Umsatz im 3. Quartal

Eching/Deggendorf (oh). Ein knappes halbes Jahr nach seiner Fusion mit der Kontron AG im Juli muss die ehemalige Jumptec AG in Deggendorf elf Stellen abbauen und wird damit künftig 130 Mitarbeiter beschäftigen. "Ohne die Fusion wäre der Schnitt aber deutlich schlimmer ausgefallen", sagt Heinz Iglhaut, Geschäftsführer der Kontron AG für den ehemaligen Bereich des Minicomputer-Herstellers Jumptec.
"Die allgemein sehr schlechte Wirtschaftslage" habe laut Iglhaut dazu geführt, dass ein Stellenabbau von acht Prozent unvermeidlich geworden sei. Zwar hätte die ehemalige Jumptec noch Wachstumsraten vorzuweisen, diese seien aber weit geringer als in den Vorjahren. "Es wird aber wieder aufwärts gehen", ist sich Iglhaut sicher. Durch die Fusion mit dem laut eigenen Angaben weltweit führenden Anbieter miniaturisierter Computer, der Kontron AG mit Stammsitz in Eching bei Münschen, könne die ehemalige Jumptec von Synergieeffekten profitieren und sich besser auf dem Markt behaupten. Iglhaut ist sich auch sicher, dass kein weiterer Stellenabbau nötig sein wird. Die Kündigungen betrafen laut Iglhaut nicht nur den Standort in Deggendorf, sondern fast alle Kontron-Niederlassungen.
Auch die aktuellen Quartalszahlen der Kontron AG stimmen Iglhaut optimistisch: Das Unternehmen kann ein Umsatzwachstum von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 60,2 Millionen Euro vorweisen. Kontron berichtet zudem über einen steigenden Auftragsbestand und erste Synergieeffekte durch die Fusion.
"Die Integration geht zügig voran", erläutert Vorstandsvorsitzender Hannes Niederhauser. Die Zusammenlegung der ehemals 50 eigenständigen Tochtergesellschaften auf sieben Segmente und 13 Unternehmen soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Vertriebskanäle in Amerika und Europa sind bereits integriert.
Trotz des Wachstums im 3. Quartal berichtet Kontron über einen Umsatzrückgang von 199 auf 193 Millionen Euro in den ersten neun Jahresmonaten. Der Gewinn vor Steuern lag im 3. Quartal bei 0,9 Millionen Euro, der Quartalsüberschuss betrug 500 000 Euro. Positiv hätten sich auch die Kosten entwickelt: Sie sanken von 25,7 Millionen Euro im Vorquartal auf 23,2 Millionen Euro. Mit einer Liquidität von 60 Millionen Euro, 49 Millionen Euro Cash und einem positiven operativen Cashflow von 1,6 Millionen Euro im dritten Quartal kann laut Kontron-Vorstand die finanzielle Lage als gut bezeichnet werden.
Der im 3. Quartal um zwei auf 97 Millionen Euro gestiegene Auftragsbestand und die verbesserte Kostenstruktur lassen Kontron verhalten optimistisch in die Zukunft blicken: Trotz der anhaltend schlechten Weltkonjunktur geht das Unternehmen für das 4. Quartal von einem leicht steigenden Umsatz aus.
Um die Finanzkraft weiter zu stärken, führt Kontron ein Aktien-Rückkaufprogramm durch. Falls der Aktienkurs in den nächsten Monaten weiter deutlich unter dem Buchwert der Firma liege, werde der Hauptversammlung im Frühjahr der Rückkauf von bis zu zehn Prozent der Aktien (4,5 Millionen Stück) vorgeschlagen.

Aus: Passauer Neue Presse, 21.11.02

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Ein Kulturwirt und 700 000 Euro für die Region

Niederbayern-Forum will Regierungsbezirk besser vermarkten - Ab Januar wird neue Stabsstelle eingerichtet

von Walter Schöttl
Landshut. Ab Januar soll Niederbayern schlagkräftiger vermarktet werden. Um die Maßnahmen besser zu bündeln, ist eine neue Stabsstelle geschaffen worden, der Werbeetat für die nächsten vier Jahre beträgt 700 000 Euro.
Wie Staatsminister Erwin Huber im Anschluss an eine Sitzung des "Niederbayern-Forums" mitteilte, habe für das Gremium Regionalmarketing derzeit die höchste Priorität. Dem auf Initiative Hubers gegründeten Niederbayern-Forum gehören Vertreter der Wirtschaft, Kommunen, Kammern, Hochschulen und Politik an. Das Forum hat es sich zur Aufgabe gemacht, die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Entwicklung Niederbayerns zu analysieren, zu diskutieren und weiterzuentwickeln.
"Niederbayern ist besser als sein Ruf", betonte der Chef der Staatskanzlei. Huber erwartet sich nun von Aktivitäten wie einem klar strukturierten Internetauftritt oder Präsentationen auf Messen und Ausstellungen deutliche Impulse für die Region. Die personellen und finanziellen Voraussetzungen dafür seien geschaffen. Ab Anfang Januar wird der promovierte Kulturwirt Dr. Stefan Hahn in enger Zusammenarbeit mit der Regierung von Niederbayern das Regionalmarketing koordinieren. 700 000 Euro, die je knapp zur Hälfte vom Bezirk Niederbayern und vom Freistaat bereitgestellt werden, stehen für die nächsten vier Jahre zur Verfügung. Mit der BMW AG und der Zahnradfabrik Passau, den beiden größten Arbeitgebern im Regierungsbezirk, habe man auch private Sponsoren gewinnen können.
Mit großen Erwartungen, aber nicht ganz ohne Sorgen, sieht das Forum die weitere wirtschaftliche Entwicklung im Regierungsbezirk. Positive Impulse sind für den Staatskanzlei-Chef: BMW hat weitere Investitionen im dreistelligen Millionenbereich angekündigt.
Dazu werde Niederbayern in den nächsten Jahren besonders stark von den Auswirkungen der strukturellen und verkehrlichen Entwicklung des Großflughafens München profitieren. Nach jüngsten Prognosen, so der Minister, würden am Flughafen auf Grund des starken Passagieraufkommens in nächster Zeit 60 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Außerdem rechnet man in dem breiten Gürtel um den Airport mit einem Bevölkerungszuwachs von 50 000 Einwohnern.
"Das stärkste Wachstum wird sich nach Osten in den niederbayerischen Raum entwickeln", ist Huber überzeugt. Besonders der Regionale Planungsverband Landshut - Region 13 - sei jetzt gefordert, die Impulse zu nutzen, so der Landshuter Oberbürgermeister Josef Deimer: "Wir wollen schließlich von dieser Entwicklung nicht überrollt werden."
"Tief greifende Auswirkungen" erwartet Huber für Ostbayern auch durch die Osterweiterung der EU, für die jetzt die Weichen - insbesondere für den Beitritt Tschechiens - gestellt seien. "Ostbayern und Tschechien werden nach einer Übergangszeit zu einem Wirtschaftsraum", konstatierte Huber. Das könne zwar durchaus positive Auswirkungen haben, andererseits werde sich der Wettbewerb verstärken. Huber: "Wir wollen die Entwicklung schon jetzt beeinflussen, damit wir dann gerüstet sind."

Aus: Passauer Neue Presse, 21.11.02

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Großaufträge von BMW und VW beflügeln Heyco

Remscheider Autozulieferer und Werkzeughersteller baut Werk in Tittling aus - Kühlteile für den neuen BMW 1er

von Alois Schießl
Tittling. Umsatzrückgänge, Zusammenstreichen von Investitionsvorhaben und Personalabbau. Dies planen oder realisieren derzeit viele Betriebe. Nicht so der Autozulieferer und Werkzeugbauer Heyco.
Der Stammsitz des 65 Jahre alten Unternehmens ist in Remscheid, das größte Produktionswerk aber steht in Tittling. Und das wird erneut ausgebaut. "Jedes Jahr investieren wir hier im Schnitt drei Millionen Euro. 2001 haben wir zudem eine Million Euro in die Erweiterung der Produktionsflächen gesteckt", teilt Werkleiter Werner Krippner mit. Und Ernst Peter Heynen, Chef des Gesamtunternehmens, stellt zufrieden fest: "Und jetzt haben wir aufgrund neuer Aufträge für eine Million Euro eine neue Halle hochgezogen."
Heyco sei es gelungen, Aufträge von BMW für die Lieferung von Kühlsystem-Komponenten u.a. für den neuen kleinen BMW, den 1er, sowie für Entwicklungsarbeiten für VW-Modelle zu bekommen. "Damit und mit einer bisher schon an sich guten Auftragslage können wir unsere Aufwärtsentwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen", ist Heynen zuversichtlich. Krippner kündigt zudem die Einstellung von bis zu 20 neuen Mitarbeitern an, womit sich die Beschäftigtenzahl in Tittling auf rund 460 erhöhen würde. Heyco-Betriebsrat Willi Haas freut dies ebenso wie den Tittlinger Bürgermeister Herbert Zauhaar. Tittling biete rund 1600 Arbeitsplätze (sozialversicherungspflichtig). "Da ist das Wohl und Wehe eines Betriebs mit über 400 Mitarbeitern schon enorm wichtig", sagt er. Und Tittling hat auch schon Zeiten erlebt, als es dem Heyco-Werk, das in der Bayerwald-Gemeinde 1960 angesiedelt wurde, schlecht ging. Das war in den Jahren 1975, 1978, 1984 und etwa 1990. Dazwischen schwankte die Mitarbeiterzahl zwischen 600 (1977) und 300 (1987). In den vergangenen Jahren aber ging es meist wieder aufwärts. "Die wichtigste und glücklichste Entscheidung war die verstärkte Konzentration auf die Produktion von Kunststoff-Komponenten für die Automobil-Industrie und die Aufnahme einer Produktion in Tschechien", so Heynen. Und weil immer mehr Autoteile, die früher aus Metall bestanden, heute aus Kunststoff hergestellt würden, sei er auch weiterhin optimistisch.
Dies gelte für Umsatz und Mitarbeiterzahl, so der Firmenchef. Vor zwei Jahren habe das Heyco-Unternehmen insgesamt 700 Beschäftigte gezählt (davon 420 in Tittling), 2001 sei die Zahl auf 760 (Tittling 430) und in diesem Jahr auf 810 (Tittling 440) erhöht worden. Für 2003 rechnet Heynen mit 840 Mitarbeitern (in Tittling 460).
Möglich geworden sei dies, weil zwischen 2000 und 2003 der Umsatz um rund zehn Mio. Euro auf 85 Mio. Euro habe gesteigert werden können. Für 2003 rechnet der Firmenchef mit einer weiteren Erhöhung um drei bis vier Prozent. Die Gewinn-Situation nennt er zufriedenstellend, auch wenn der Preiskampf schon enorm sei.
In Tittling produziert Heyco neben Kunststoffteilen u. a. Werkzeugkoffer für die Erstausstattung von Autos (z.B. für BMW), Schmiedeteile z.B. für Abgassysteme sowie Stabilistatoren für Lkws in Lohnarbeit.

Aus: Passauer Neue Presse, 22.11.02

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Wie Österreich am einstigen Musterland vorbeizog

Alpenrepublik bei Beschäftigung und Wachstum vor Deutschland - Oberösterreich besonders erfolgreich- PNP zeigt Unterschiede auf

von Alois Schießl
Linz/Passau. Häufig war es eine Art Hassliebe, fast immer aber Bewunderung wegen der wirtschaftlichen Prosperität des großen Nachbarn, was das Verhältnis der Österreicher zu den Deutschen einst prägte. Doch jetzt ist Neues hinzugekommen: Mitleid. Mitleid ob des deutschen Abstiegs. Und dazu die Sorge, dass Österreich auf das Niveau des einstigen wirtschaftlichen Musterknaben absinkt, denn: der David hat den Goliath auf vielen Gebieten überholt.
Schadenfroh? Nein, das wolle er auf gar keinen Fall sein, sagt Ludwig Scharinger, Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich, vor Unternehmern in Linz, und lächelt. "Unsere Freunde tun uns leid. Wir machen uns Sorgen."
Seine aufmerksamen Zuhörer warnt er: "Wir müssen aufpassen, dass die miese Stimmung in


Kooperieren mit Oberösterreich


Deutschland nicht zu uns herüberschwappt, und wir in den Abwärtssog geraten." Den ostbayerischen Unternehmern rät er gar, sich mit den "starken oberösterreichischen Firmen und Banken" zu verbünden, um einigermaßen durch das Jammertal zu kommen.
"Wir Österreicher haben lange auf den großen Bruder geschaut. Jetzt sehen so manche bewundernd nach Österreich", sagt Scharinger selbstbewußt. Und dabei bleibe es nicht. Immer mehr Bürger und Unternehmer suchten Anlagemöglichkeiten in Österreich, und immer mehr Firmen dächten über die Verlagerung ihrer Firmensitze in die Alpenrepublik nach. Die Gründe? Die lägen auf der Hand.
Scharinger ("es drängt mich, den Vergleich Österreich zu Deutschland darzustellen") nennt etliche, weitere liefern das österreichische Wirtschaftsministerium, die staatliche österreichische Ansiedelungs-Agentur "Austrian Business Agency" (Aba) sowie die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute. Da sind:

Arbeitslosenquote
Deutschland: 9,8 Prozent (Erwartung für das Gesamtjahr 2002) Bayern 5,9 Prozent, Niederbayern rund sieben Prozent.
Österreich: 4,2 Prozent, Oberösterreich 4 Prozent.
Wachstum
Deutschland: 2002 rd. 0,5%?
Österreich: 0,9 Prozent.
Haushaltsdefizit
Deutschland: 3,8 Prozent des Brutto-Inlandsproduktes (BIP).
Österreich: 1,3 Prozent.
Insolvenzen
Deutschland: Anstieg im ersten Halbjahr 2002 um 64 Prozent.
Österreich: 4,2 % Anstieg.
Firmenneugründungen
Deutschland: Rückgang um 12,4 Prozent (1997 bis 2001).
Österreich: 2,5 Prozent Zunahme Stimmung
Deutschland: Nur neun Prozent der Bürger glauben, dass es 2003 wirtschaftlich besser, 41 Prozent dass es schlechter wird.
Österreich: 29 Prozent optimistisch, 21 Prozent pessimistisch.
Effizienz in der Wirtschaft
Deutschland: Verschlechterung. 2002 belegte die Bundesrepublik weltweit Platz 21, 1999 Rang 20 (Kriterien: Produktivität, Arbeitsmarkt, Finanz- und Managementpraktiken und Globalisierung; das Rating erstellte das Schweizer Management Institut IMD).
Österreich: Verbesserung. 2002 Platz zwölf, 1999 Rang 23.
Direktinvestitionen
Deutschland: Zufluss in US-Dollar im Jahre 2001 im Vergleich zu 1995 Minus 42 Prozent sowie 2001 zu 2000 Minus 84 Prozent.
Österreich: Zufluss in US-Dollar 2001 gegenüber 1995 plus 98 Prozent und 2001 gegenüber 2000 ein Minus von 33 Prozent.
Standort-Attraktivität
Deutschland: Stagnation. Weltweit 2002 wie 1998 Platz 15 (Quelle: IMD).
Österreich: Verbesserung. 2002 Platz 13; 1998 Platz 24.


Gründe für den österreichischen Erfolg


Günter Stummvoll, Finanzsprecher der ÖVP im österreichischen Parlament, verhehlt nicht, dass ihn diese Entwicklung "schon stolz macht." Die aber komme nicht von ungefähr: "Wir hatten große Probleme, aber wir haben eine gute Wirtschaftspolitik gemacht", sagt er.
In der Tat war die Ausgangslage Österreichs vor einigen Jahren nicht gut. Noch 1995 musste das Land ein Haushaltsdefizit von fünf Prozent des BIP melden, womit die Qualifikation für die Währungsunion auf dem Spiel stand. Doch während es im zehn Mal größeren Deutschland "weiter so" hieß, schnürte Österreich ein Paket mit diesen Schwerpunkten:

Ausgabensenkung
Der stellvertretende Leiter der sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreichs, Harald Kaszanits, erzählt von Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe durch geringe Abschlüsse im öffentlichen Dienst von 0,8 bis zwei Prozent in den Jahren 1997 bis 2002 und von Einsparungen bei staatlichen Stellen und Beschäftigten durch die Einführung moderner EDV-Systeme (allein Oberösterreich hat durch Straffung der Verwaltung Einsparungen von bis zu 20 Prozent erreicht). Zudem seien Doppelarbeiten durch Schaffung von Koordinationsstellen elemeniert worden und habe man einen strikten Ausgabekurs gesteuert.

Privatisierungsprogramm
Anfang der 90er Jahre wurden Industrien (etwa Chemie, Stahl- und Aluwerke) in Linz, Steyr und Ranshofen privatisiert. Das Ergebnis: Österreich drückte das Haushaltsdefizit bis 1999 auf 1,9 Prozent. 2000 wurde sogar ein ausgeglichener Staatshaushalt erreicht. Die Folge: Das Schweizer Management Institut IMD hievte Österreich im Bewertungspunkt "Management der öffentlichen Finanzen" von Rang 31 im Jahr 1997 auf derzeit Platz drei - weltweit. Deutschland übrigens rutschte von Rang 35 auf 37 ab.

Bürokratie-Abbau
BMW-Sprecherin Heike Müller zeigt sich beeindruckt: "Seit 2001 und noch bis 2005 bauen wir für 500 Millionen Euro unser Motorenwerk im oberösterreichischen Steyr-Werk aus. Vom Einreichen der baurechtlichen Unterlagen bis zur Genehmigung vergingen gerade einmal sieben Wochen."
Laut österreichischem Wirtschaftsministerium ist dies keine Ausnahme. So seien die Betriebsgenehmigungszeiten von im Schnitt 36 Monaten vor zehn Jahren auf derzeit zwei bis drei Monate zurückgegangen. Dagegen müssen deutsche Firmen im Schnitt auf ihre Baugenehmigungen ein Jahr und länger warten, nur in Bayern und vor allem in Ostbayern geht es spürbar schneller. Deutschland insgesamt aber fiel bei den Genehmigungszeiten im internationalen Ranking von Platz 23 im Jahr 2000 auf Platz 33 in diesem Jahr. Österreich verbesserte sich von Rang 24 auf 18.

Aktive Wirtschaftspolitik
Die war in Österreich Harald Kaszanits zufolge aktiv. An einzelnen Punkten erwähnt er:
Clusterbildung
Laut Prof. Friedrich Schneider von der Linzer Johannes Kepler-Universität werden in Österreich Fördergelder nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt, sondern gezielt in zukunftsträchtige Projekte gesteckt. Der Staat fördere massiv Unternehmensnetzwerke und baue Innovationszentren auf, die die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe erhöhten. Und besonders erfolgreich sei hier Oberösterreich.
Zudem wurden in Österreich die Infrastrukturausgaben von 1995 bis 2001 um 35 Prozent (Deutschland plus 16,5 Prozent) erhöht. Auch dadurch gelang es Experten nach, die Exportquote auf deutsches Niveau von 37 Prozent zu treiben ( Bayern 42,6 Prozent, Niederbayern vor allem wegen BMW 50 Prozent).

Flexibler Arbeitsmarkt
Laut österreichischer Wirtschaftskammern ist das "Hartz-Konzept" in Österreich bereits weitgehend umgesetzt. So etwa dauere die Vermittlung eines Arbeitslosen in Österreich im
Schnitt lediglich rund 100 Tage, in Deutschland dagegen 300 Tage. "Arbeitsämter gibt es in Österreich nicht, das sind Arbeitsmarkt-Servicestellen. Und die


Deutsche im Schnitt drei Mal so lange arbeitslos


sind effizient, weil sie sehr konkrete Jahresziele erfüllen müssen und einer peniblen Erfolgskontrolle unterliegen", stellt Dr. Erhard Prugger von der Wirtschaftskammer Oberösterreich fest. Und die Möglichkeiten zur flexiblen Arbeit seien größer.

Sozialpartnerschaft
"In Österreich herrscht zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften kein Kampfton", so ein Unternehmer. Streiks gebe es so gut wie nie. Laut IMD Studie hat sich das Verhältnis Arbeitgeber-Arbeitnehmer in Österreich zwischen 2000 und 2002 sogar noch spürbar verbessert, während es sich in Deutschland verschlechtert hat.
Steuerliche Vorteile
Wie Rene Siegl von der Austrian Business Agency mitteilt, ist die Unternehmens-Besteuerung in Österreich niedriger. Es gibt lediglich den Körperschaftssteuersatz
von 34 Prozent. Die Verwertung von Inlands- und Auslandsverlusten gegenüber Deutschland sei erleichtert worden. In der Steuerfreiheit von Dividenden und capital gains (realisierter Kursgewinn bei Börsengeschäften) aus Auslandsbeteiligungen gebe es eine langjährige Stabilität. Zudem sei ein Aussensteuergesetz unbekannt und das Stiftungsrecht für Ausländer hoch interessant.

Bildungspolitik
"Wir haben hier kontinuierlich investiert - und bei uns war Leistung nie ein Schimpfwort", heißt


Pisastudie: Österreich weit vor Deutschland


es aus dem österreichischen Bildungsministerium. Die Pisastudie bestätigt dies. Danach liegen österreichische Kinder in der Lesekompetenz und im Leseverständnis weltweit auf Platz elf; Deutschland hinter Spanien und Tschechien auf Platz 21. In der Mathematik-Kompetenz nehmen österreichische Schüler Rang zehn, deutsche Platz 20 ein, und bei den Naturwissenschaften Platz acht (Deutschland 19).

Finanzierungen
Kredite erhalten Firmen in Österreich leichter als in Deutschland, weil, so Banker Scharinger, die Banken in Österreich in ihrem Kosten-Einnahmeverhältnis (Cost/Income-Ratio) wesentlich gesünder seien. "Und damit sind sie risikofester und können Firmen auch eher und länger durch schwierige Zeiten begleiten", betont Scharinger.
Natürlich erkennen auch die österreichischen Fachleute an, dass Deutschland mit der Wiedervereinigung eine zusätzliche Last zu schultern hat. Außerdem spült der Tourismus Milliarden in die Kassen. Und dennoch ist Scharinger überzeugt: "Viele Probleme in Deutschland sind hausgemacht."
Gerade Ostbayern und Oberösterreich, die in ihren jeweiligen Ländern mit am Besten dastünden, sollten sich vom bundesdeutschen Trend nicht zu sehr anstecken lassen. "Eure Lage darf nicht noch schlechter werden. Für Schadenfreude ist wirklich kein Platz", ruft er ostbayerischen Firmen zu - und lächelt dabei nicht mehr.

Aus: Passauer Neue Presse, 22.11.02

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"Ostbayern darf den Zug nicht verpassen"

Experten diskutieren über EU-Osterweiterung: Tschechien holt wirtschaftlich schnell auf - Nachbar-Markt nutzen

von Eva Fischl
Passau. Geographisch gesehen hat Ostbayern die besten Karten: Die Region, am Rand von EU-Grenzen gelegen, wird mit der Osterweiterung zum Herzstück des neuen Wirtschaftsraumes. Doch die vielgepriesene Brückenkopf-Funktion könnte sich angesichts der Konjunkturflaute und des strukturpolitischen Stillstands schnell zum Nachteil umkehren, befürchten Experten. Die Gefahr: Anstatt eines florierenden Zentrums wird Ostbayern zum wirtschaftlichen Niemandsland zwischen den Ballungszentren in Ost und West.
Eines dieser neuen Ballungszentren entwickelt sich gerade im Nachbarland Tschechien. Anlässlich der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer für Niederbayern diskutierten jetzt Experten mit Unternehmern aus der Region über die Herausforderungen, die der EU-Beitritt des Nachbars im Jahr 2004 für beide Regionen mit sich bringt.
IHK-Präsident Gerhard Thiele befürchtet vor allem ein enormes Fördergefälle, das Ostbayern in eine Schattenlage drängen würde: "Bleiben die Pläne hinsichtlich der Gemeinschaftsaufgabe der EU beim Alten, dann ist Tschechien ein Niedrigstlohnland mit Höchstförderung, Ostbayern wird zum Höchstlohnland mit Niedrigstförderung." Thiele forderte die Beibehaltung eines Mindestmaßes an Unterstützung, damit die Unterschiede nicht zu krass ausfallen. Denn einem von staatlicher Seite auch noch begünstigten Verdrängungswettbewerb müsse gegengesteuert werden. Der Freistaat Bayern habe ein eigenes Programm aufgelegt, die EU zumindest ein begrenztes. Der Bund stelle für die Anpassung der Grenzregionen überhaupt keine Mittel zur Verfügung, kritisierte Thiele.
Dennoch sollte man den "Konkurrenten vor der Haustüre" als lukrativen Wirtschaftspartner sehen. Thiele: "Unternehmer, die sich schon auf die EU-Osterweiterung vorbereitet haben und ein Engagement in Tschechien haben, die profitieren bereits heute und werden in den nächsten Jahren Vorteile daraus ziehen können."
Dass ausländische Investoren den tschechischen Markt immer mehr für sich entdecken, stellte auch Dipl.-Ing. Vratislav Kulhánek, Vorstandsvorsitzender von Skoda Auto in Prag, fest. Über 55 000 Firmen quer durch alle Branchen würden aus dem Ausland geleitet, Großkonzerne wie Nestlé, Procter & Gamble oder eben die Skoda-Mutter Volkswagen unterhielten Niederlassungen. Außerdem, so Kulhánek, hätten 40 Prozent der Top 100 der internationalen Automobilzulieferer eine Produktionsstätte in der Tschechischen Republik.
Viele tschechische Unternehmer wollen, sagt der Skoda-Frontmann, ausländische Partner finden - und könnten mit Pfunden wuchern: Die dortige Industrie habe mittlerweile eine hohe Qualität erreicht, die mit westlichen Standards mithalten könne. Hinzu komme der hohe Bildungsgrad der Bevölkerung und der demographische Schwerpunkt in der Altersgruppe von 20 bis 27 Jahren. Für Investoren, die den tschechischen Markt erschließen wollen, biete der Staat Steuervergünstigungen, Standort- und Investitionsförderungen.
Dr. Ralf Dreyer, stellvertretender Leiter der Delegation der Europäischen Kommission in Prag, stellte fest, dass die Integration Tschechiens in die EU bereits lange stattgefunden habe. 65 Prozent ihres Handels wickle die Tschechische Republik mit der EU ab, der deutsche Anteil betrage 35 Prozent.
Das Fazit der Diskussionsrunde: Tschechien habe wirtschaftlich schon sehr weit aufgeholt. Unternehmen täten gut daran, sich auf dem Nachbar-Markt zu positionieren und sich nicht von der Entwicklung überrollen zu lassen. Denn früher oder später würden Ostbayern und Böhmen zu einer Wirtschaftsregion zusammenwachsen. Ostbayern dürfe deshalb den Zug nicht verpassen.

Aus: Passauer Neue Presse, 23.11.02

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Cluster-Bildung über die Grenzen hinweg

Ostbayerisches Firmen-Netzwerk trifft sich mit oberösterreichischem Pendant

von Oliver Hausladen
Passau. "Gemeinsam sind wir stärker" - unter diesem Motto haben sich 69 meist niederbayerische Firmen zum Leichtbau-Cluster zusammengeschlossen, den die Fachhochschule Landshut vor zehn Monaten initiiert hat. Zusammenarbeiten will man auch mit Oberösterreich, wo schon seit 1997 ein Automobil-Cluster besteht. Zum gegenseitigen Kennenlernen und Informationsaustausch fand am Donnerstag die erste gemeinsame Veranstaltung der beiden Cluster im Passauer Holiday Inn statt.
Viele Firmen wollen in das Netzwerk"Unser Leichtbau-Cluster ist sehr gut angelaufen", freut sich Professor Dr. Otto Huber von der FH Landshut. Er hat dort den Lehrstuhl für Leichtbautechnik im Fachbereich Maschinenbau inne, der für fünf Jahre von BMW finanziert wird. "Die rege Nachfrage der Firmen bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."
Der Cluster werde durch die Hightech-Offensive Bayern finanziert, so dass die Teilnahme für Firmen im Moment noch kostenlos sei. Die meisten der Teilnehmer seien Zulieferer großer Automobilbauer, aber auch andere Branchen wie Maschinenbau und Möbelindustrie sind mit im Verbund.
Die Firmen haben laut Prof. Huber im Cluster mehrere Vorteile:
Information: Die FH baut eine Informationsplattform auf. Eine Datenbank mit Firmendaten der Teilnehmer wird ebenso erstellt wie ein gemeinsamer Internet-Auftritt für den Cluster.
Kommunikation: Unter den einzelnen Firmen werden Kontakte gebildet. So können Projekte, die für ein Unternehmen alleine nicht durchführbar wären, gemeinsam gelöst werden. Auch der Wissensaustausch untereinander ist möglich.
Qualifizierung: Die Aus- und Weiterbildung wird durch regelmäßige Veranstaltungen wie Kolloquien, Themenabende und Seminare unterstützt.
Kooperation: Die Unternehmen können gemeinsam oder auch mit der FH Projekte entwickeln und durchführen. Unter den Firmen sind auch weitergehende Zusammenarbeiten, etwa Logistik- oder Einkaufskooperationen, möglich.
Marketing: Informationsmaterial und Broschüren für die Firmen werden erstellt. Außerdem werden Ausstellungen organisiert.
Labornutzung: Die Testlabors der FH können von den Teilnehmern gemietet und benutzt werden.
Studenten: Die Maschinenbau-Studenten der FH nehmen regelmäßig an den Informationsveranstaltungen teil und kommen so in Kontakt mit den Firmen. Der Cluster vermittelt Betriebspraktika in den praktischen Studiensemestern.
"Zusammenarbeit ist wichtig, weil die Anforderungen immer höher werden", sagt Prof. Huber. Die Autos der Zukunft müssten immer leichter, umweltschonender und preiswerter werden. Das Ziel des Clusters sei es, die Leichtbautechnologien in der Region zu fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Firmen zu stärken.
Die Zusammenarbeit dürfe nicht an Ländergrenzen Halt machen, betonte Huber. Deshalb veranstaltete der Leichtbaucluster zusammen mit dem Automobilcluster Oberösterreich eine erste gemeinsame Tagung, weitere Projekte für das kommende Jahr sind bereits geplant.
"Unsere Cluster ergänzen sich sehr gut", meint Wolfgang Bittner, Manager des Automobil-Clusters Oberösterreich. Während für die Landshuter Initiative mehr der Informationsdienst im Vordergrund stehe, gehe es in Oberösterreich vor allem darum, die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Teilnehmer zu stärken. Oberösterreich sei ein großer Automobilzulieferer, kleine und mittelständische Betriebe in diesem Bereich in dieser Branche hätten in beiden Ländern oft die gleichen Probleme.


"Viel von Österreich abschauen"


In Oberösterreich existiert der Cluster bereits seit 1997. 286 Unternehmen sind mit dabei. Finanziert wird der Cluster zu 60 Prozent aus Geldern der Unternehmen, die neben einem Grundbetrag leistungsbezogen einzahlen, den Rest finanziert das Land Oberösterreich mit Fördermitteln. "Die Firmen sind bereit, etwas zu zahlen, weil wir ihnen etwas bieten", ist sich Bittner sicher. "Wir können uns bei der Strukturierung des Clusters viel von Österreich abschauen", meinte Prof. Huber.
Dass die Zusammenarbeit und die Vernetzung von Wissen immer wichtiger wird, bestätigten auch Jürgen Korzonnek von BMW und Dr. Ulrich Eritt von Audi in ihren Vorträgen: "Gute Zulieferungspartner werden für Großbetriebe in Zukunft immer wichtiger werden, weil wir auf Qualität angewiesen sind", sagten beide übereinstimmend.

Aus: Passauer Neue Presse, 23.11.02

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Deutsche Post baut auch in Ostbayern Ausbildungsstellen ab

Landshuter Niederlassung am stärksten betroffen - Ausbildungsstandort in Eggenfelden wird gestrichen

Passau/München (oh). Die Deutsche Post AG baut zum Ausbildungsjahr 2003 etwa 900 seiner 2900 Ausbildungsplätze in Deutschland ab. Bis auf den Standort Landshut würde die Rationalisierung in Niederbayern aber moderat ausfallen, sagt Post-Pressesprecher Erwin Nier. "Die Reduzierung ist wegen der Umstrukturierung im Konzern nötig", erläutert Nier. Außerdem solle den Auszubildenden bei guter Leistung auch weiter die Chance auf Übernahme geboten werden können. Gravierend wird der Abbau in Landshut auffallen, wo künftig nur mehr 16 anstatt wie bisher 30 Ausbildungsplätze vergeben werden. In den übrigen ostbayerischen Post-Ausbildungsstellen Passau, Mühldorf, Straubing und Regensburg, wo jeweils etwa 20 Jugendliche ausgebildet werden, soll die Zahl laut Nier "jeweils um zwei bis drei" gesenkt werden. Der Ausbildungsstandort in Eggenfelden, in dem bisher aus dem Briefzentrum Straubing "ausgelagerte" Jugendliche geschult wurden, wird komplett gestrichen. "Durch die reduzierten Quoten hätte sich das nicht mehr gerechnet", so Nier. Der Pressesprecher rechnet nicht damit, dass in den kommenden Jahren ein weiterer massiver Abbau nötig wird. Die Gewerkschaft ver.di hat angekündigt, am 23. November in Pfarrkirchen und am 13. Dezember in München gegen den Abbau der Ausbildungsplätze zu protestieren.

Aus: Passauer Neue Presse, 26.11.02

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"Bierpreis-Erhöhung absolut notwendig"

Brauerei-Direktor Dr. Volker Kannacher: Mehrheit der ostbayerischen Brauereien schreibt Verluste

von Alois Schießl
Aldersbach. Damit die ostbayerische Brauereien-Landschaft nicht austrocknet, ist eine "zumindest moderate Anhebung des Bierpreises" notwendig.
Dies betonte Dr. Volker Kannacher, Direktor der Brauerei Aldersbach und zugleich stv. Vorsitzender der Tarifgemeinschaft des bayerischen Brauerbundes, im Gespräch mit unserer Zeitung.
"2,5 bis drei Prozent" seien auf jeden Fall notwendig - und auch vertretbar. "Vermutlich die Mehrheit der 88 Brauerein in Niederbayern schreibt rote Zahlen und lebt von der Substanz - auch weil notwendige Bierpreiserhöhungen in der Vergangenheit nicht vorgenommen worden sind", sagte Kannacher. Während der Lebenshaltungs-Index zwischen 1995 und 2002 von 100 auf 111 Prozent gestiegen sei, sei der Bierpreis-Index von 100 auf 99 gefallen. Dies hänge primär mit dem enormen Preiswettbewerb der Brauereien untereinander zusammen.
Könne im kommenden Jahr die Erlös-Situation nicht verbessert werden, werde die Zahl der mittelständischen niederbayerischen Brauereien weiter zurückgehen. Ein Konjunkturaufschwung sei nicht zu erwarten, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen seien "verheerend" und die Banken bei Kreditvergaben äußerst zurückhaltend. Die Kriterien der Finanzierungsrichtlinien Basel II könnten viele Brauereien nicht erfüllen.
Für die Zukunft einer Brauerei spiele dabei deren Größe so gut wie keine Rolle. "Es gibt große Brauerein, die langfristig nicht überleben werden, und es gibt kleine Brauereien, die es auch noch in 100 Jahren geben wird", so Kannacher.
Wichtig sei, dass die ostbayerischen Brauereien nach ökonomischen Gesichtpunkten und mit einem geeigneten Marketing-Konzept geführt werden. "So wie früher geht es jedenfalls vielfach nicht mehr. Ich stelle immer wieder fest, dass manche Kollegen entweder wenige oder gar keine Unternehmenskennzahlen haben, diese selten regelmäßig ermitteln und auswerten und danach auch handeln. In vielen Brauereien stimmt auch die Produktivität nicht. Manchmal ist sie erschreckend niedrig", stellte Kannacher fest.
Viel zu viele Firmen suchten ihr Heil in niedrigen Preisen. Kannacher: "Wer glaubt, nur über den Preis verkaufen zu können, der kann gleich ans Aufhören denken und sollte lieber heute als morgen eine Partnerschaft mit einer anderen Brauerei eingehen".
Dass man auch in rückläufigen Märkten Erfolg haben kann, bewiesen zahlreiche ostbayerische Brauereien. Diese zeichneten sich durch gleichbleibende Qualität ihrer Produkte ebenso aus wie durch einen überdurchschnittlichen Service, Kundennähe und vor allem eine nachvollziehbare Preispolitik.
Kannacher fordert aber zugleich die Politik auf, die unternehmerischen Freiheiten zu erhöhen und etwa die "arbeitsplatzvernichtenden Gesetze und Bestimmungen" etwa in den Bereichen geringfügige Beschäftigte, Scheinselbständigkeit oder Betriebsverfassung zu ändern. Außerdem müsse Ostbayern etwa durch die schnelle Fertigstellung der A 94 und die Verbesserung des Straßennetzes als Standort verbessert werden.
Die Brauerei Aldersbach, der Kannacher vorsteht, ist eine ehemalige Klosterbrauerei, die seit fast 200 Jahren im Privatbesitz des Freiherrn von Aretin ist. Sie beschäftigt rund 75 Mitarbeiter und setzt jährlich deutlich über 100 000 Hektoliter Bier und alkoholfreie Getränke ab.
Und sie verkauft längst nicht mehr nur Bier, sondern bietet Kunden und Gästen in einem Bräustüberl, dem Kloster, im Brauereimuseum und im Klosterladen ein "Erlebnis für Leib und Seele". Zudem werden Geschenkartikel versandt.

Aus: Passauer Neue Presse, 26.11.02

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Kollegen solidarisch: Klinik-Mitarbeiter können Job behalten

Angestellte reduzieren freiwillig Stunden

von Wendelin Trs
Deggendorf/Plattling. Die Mitarbeiter der Kliniken in Deggendorf und Plattling stehen zusammen. Um Kündigungen im Zuge der Umstrukturierung zu vermeiden, reduzieren Kollegen freiwillig ihre Stunden. Noch vor wenigen Wochen sah es so aus, als ob die Schließung der Plattlinger Chirurgie nicht ohne Opfer zu bewerkstelligen sei. Der Personalrat ging von bis zu 46 Krankenschwestern und Pflegern aus, denen gekündigt hätte werden müssen. Die Zahl verringerte sich durch Schwangerschaften, Teilzeit etc. auf runde 19. Das bestätigt auch Krankenhausdirektor Robert Hundshammer auf Anfrage. Schließlich war Fakt: In Deggendorf müssen acht Mitarbeiter in der Probezeit gehen, in Plattling wird neun Kollegen gekündigt. Eine schriftliche Anfrage der Verwaltung bei der Belegschaft, ob Stundenreduzierungen zu Gunsten der bedrohten Arbeitsplätze möglich seien, blieb nach DZ-Informationen ohne Erfolg.
Doch dann gingen die Personalräte in Deggendorf und Plattling zusammen mit der Pflegedienstleitung von Station zu Station und appellierten an die Mitarbeiter. Und Personalrats-Vorsitzender Ernst Pawlitschko stieß mit seinem Team auf positive Resonanz. "Die Mitarbeiter haben sich bewegt und viele waren bereit, Stunden zu reduzieren", so Pawlitschko. Angestellte verzichten auf Arbeitszeit und damit auf Lohn, um Arbeitsplätze zu erhalten. Zwischen einer und neuneinhalb Stunden pro Woche weniger wollen sie zu Gunsten der von der Kündigung bedrohten Mitarbeiter arbeiten. Deshalb können nun voraussichtlich alle ihren Job behalten, wenn - so die Einschränkung - die acht Deggendorfer und neun Plattlinger Pflegekräfte bereit sind, halbtags zu arbeiten. Doch nach Pawlitschko sind die meisten damit einverstanden.
Auch Hundshammer hat die "positive Tendenz" festgestellt, will aber noch nichts bestätigen, so lange er keine schriftlichen Zusagen in Händen hält. "Ein großes Kompliment" seinerseits haben sich die Belegschaften links und rechts der Donau bereits verdient: "Die haben das Herz am rechten Fleck." Am Freitag wird Hundshammer dem zuständigen Krankenhausausschuss des Landkreises die neue Situation vorstellen.

Aus: Deggendorfer Zeitung, 27.11.02

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Erfolgsquote des Arbeitsamtes kann sich sehen lassen

Eingliederungsmaßnahmen von der Behörde als erfolgreich beurteilt - 72 Prozent mit neuem Job

Osterhofen (eb). 72 Prozent der Teilnehmer an Maßnahmen des Arbeitsamts bekamen ein halbes Jahr nach dem Abschluss einen neuen Job.
Das geht aus einer neu ermittelten "Eingliederungsquote" hervor, die jetzt erstmals den Nachweis ermöglicht, wie erfolgreich das Arbeitsamt seine Förderungsmittel einsetzt. Schwerpunkt der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen war laut Barbara Breese, Direktorin des Arbeitsamts Deggendorf, in den letzten Jahren zunehmend die Förderung in den ersten Arbeitsmarkt. Die neuen Zahlen bestätigten diese Zielsetzung.
Von allen erfassten Teilnehmern, die von Juli 2000 bis Juni 2001 eine geförderte Maßnahme beendet hatten, befanden sich nach sechs Monaten fast 57 Prozent in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, weitere 16 Prozent waren nach einem halben Jahr aus anderen Gründen ebenfalls nicht mehr arbeitslos. Lediglich gut ein Viertel aller Absolventen hatte bisher keinen Erfolg bei der Arbeitsplatzsuche und war noch oder schon wieder arbeitslos.
Die Eingliederungsquote ergänzt die bereits bisher zur Verfügung stehende Verbleibsquote, die lediglich darüber Aufschluss gab, wie viele Maßnahmeabsolventen nach sechs Monaten nicht mehr arbeitslos gemeldet sind.
Von den Personen, die an einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen hatten, waren über 55 Prozent nach sechs Monaten in Beschäftigung, weitere 15 Prozent waren nicht mehr arbeitslos.
Nicht nach diesen Kriterien kann die Förderung von Existenzgründungen beurteilt werden. Hier ist das Ziel der Förderung nicht die Aufnahme einer Beschäftigung, sondern einer selbstständigen Tätigkeit. Der Erfolg dieser Maßnahmen ist laut Breese besonders hoch. Von den mit Überbrückungsgeld geförderten Existenzgründern waren nach sechs Monaten 92 Prozent noch versorgt, nur acht Prozent hatten sich wieder arbeitslos gemeldet.

Aus: Osterhofener Zeitung, 27.11.02

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Wirtschaft braucht vor allem Visionen

Post und Telekom boten Informationsveranstaltung für den Mittelstand

von Doca Plodek
Pfarrkirchen. In der gegenwärtigen Zeit genügt es nicht mehr, nur schneller als die Konkurrenz zu sein, um seinen Platz im Wirtschaftsleben zu gewinnen oder zu sichern. Es braucht Strategie und Visionen. Deshalb veranstalteten die Deutsche Telekom und die Deutsche Post in der Stadthalle für Existenzgründer und Mittelstandsbetriebe eine Podiumsdiskussion mit begleitender Fachausstellung unter dem Moto "Kundengewinnung, Kundenbindung und Kosten sparen". Am Podium nahmen teil Peter Sonnleitner von der Industrie- und Handelskammer, Norbert Dorn (Post AG, Landshut), Prof. Dr. Peter Winkelmann (Fachhochschule Landshut), Silke Fritz (Projektmanagement KERN Existenzgründer) und vom T-Punkt der Deutschen Telekom AG die Geschäftsführer Günther Lachner und Adolf Remold.
Professor Winkelmann, der zwei Bücher über das Thema Marketing und Vertrieb geschrieben und herausgegeben hat, sprach von zwei großen Missverständnissen in diesem Bereich. Das erste sei es, zu glauben, dass Masse statt Klasse Erfolg versprechen würde. Manche Betriebe bombardierten ihre Kunden mit wirkungsloser Werbung. Als zweiten Punkt nannte er den Glauben, Kunden kämen von allein. Sie zu gewinnen und vor allem zu binden sei harte Arbeit. Kleine und mittelständische Unternehmen hätten dabei die selben Chancen wie ihre großen Konkurrenten. Die Wirtschaftslage sei nicht die Beste, doch das Schlimmste wäre der Verlust von Visionen.
Und für jene, die Visionen haben, bietet sich "KERN" als Gesprächspartner an. Projektmanager Silke Fritz: "Voraussetzung ist die Idee. Der Rest wird durch Seminare und Workshops, Bewerbungstraining, Gruppenberatung und Vortragsveranstaltung rund um das Thema Beruf und Selbstständigkeit gelernt."
Auch Peter Sonnleitner von der IHK betonte, dass die Größe eines Unternehmens nicht die entscheidende Rolle spiele. "Eine kleine Werbeagentur kann schnell die Qualität eines großen Unternehmens überflügeln." Die IHK sei bereit, jeden zu unterstützen, der mit guten und nachvollziehbaren Ideen komme.
Sonnleitner lobte die Leistungen der Telekom in Sachen Telekommunikation. "Man kann es mit guten Straßenverbindungen vergleichen. Beides ist für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region wichtig." Bürgermeister Georg Riedl bestätigte: "Für unsere Stadt ist die Telekom immer ein guter Partner gewesen und so wird es auch bleiben." Riedl lobte die Initiative der Unternehmer, solche Abende zu veranstalten. Kritik übte er an der Politik der Bundesregierung. Insbesondere mahnte er eine grundlegende Steuerreform an.
Zehn Informationsstände bot die begleitende Fachausstellung. Dabei reichte das Spektrum von der Computersicherheit über die Berufsausbildung bei der Telekom bis zur zielgruppengenauen Kundenansprache durch persönliche Werbebriefe.

Aus: Passauer Neue Presse, Pfarrkirchen, 27.11.02

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Regionalmanager: Kreisausschuss stellt Weichen

Empfehlung an den Kreistag: Stelle soll geschaffen werden - Kritik an Aufnahme in den Nachtragshaushalt 2002

von Andi Schloder
Freyung. Dass ein Regionalmanager in den Landkreis kommen muss, um die Region wirtschaftlich voranzubringen, darin waren sich alle Kreisräte einig. Doch bei den Beratungen des Kreis- sowie Haushaltsausschusses wurde kritisiert, dass die neue Stelle im Nachtragshaushalt verankert wird. "Viel besser ist es, sich im Haushalt 2003 damit zu befassen", sagte Kreisrat Heinrich Lenz - einer der Gegner der geplanten Vorgehensweise. Für ihn birgt die neu zu schaffende Stelle im Moment zu große finanzielle Risiken.
"Dieser Weg über den Nachtragshaushalt war absolut erforderlich. Wir können nicht länger warten, uns läuft die Zeit davon", konterte Landrat Alexander Muthmann. Wenn die Stelle jetzt geschaffen werde, dann könne man sofort mit den Einstellungsgesprächen beginnen. Eine Sichtung hat schon statt gefunden: Von 23 Bewerbern kamen drei in eine engere Auswahl.
Zur Vorgeschichte: Im so genannten Nachtragsstellenplan 2002 - dieser beinhaltet nachträgliche Veränderungen beim Personal - beabsichtigen Landrat Muthmann und seine Verwaltung, das Sachgebiet für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Regionalentwicklung um eine Stelle zu erweitern.
Derzeit sind dort zwei Beamte beschäftigt, die eine Verstärkung brauchen. "Um die wirtschaftliche und vor allem auch die touristische Entwicklung des Landkreises weiter positiv zu beeinflussen", meinte der Landrat, "ist die Erweiterung unvermeidlich.
Muthmann verwies auf andere Landkreise, die in dieser Entwicklung "schon lange voraus sind und mit einem Regionalmanager bestens fahren".
Betätigungsfelder für den Landkreis-Manager wären die Imagearbeit, neue Touristik-Initiativen zu schaffen und zu koordinieren, die AGENDA verwaltungsmäßig zu begleiten und vor allem die Koordination von "Leader Plus"-Projekten.
Laut Verwaltung gebe es zwei wesentliche Möglichkeiten, wie der Manager "beschaffen" sein muss. Wenn er im Sinne der so genannten Landesplanung eingestellt werde, dann darf er kein Berufsanfänger sein. Denn diese sind laut Mitteilung des Umweltministeriums nicht förderfähig.
Die zweite Variante wäre speziell auf das Aufgabenfeld "Leader Plus" bezogen. Da im Landkreis viele Projekte im Rahmen des EU-Förderprogramms laufen, "bietet sich ein solcher Manager zur Koordination der Projekte an", so der Landrat. Der Schwerpunkt der Projekte liegt überwiegend im touristischen Bereich - also wäre der "Leader Plus"-Manager im Grunde genommen ein "Landkreis-Touristiker ".
Zu den Kosten: "Leader Plus" läuft von 2002 bis 2006. In dem Zeitraum von vier Jahren gäbe es einen Zuschuss aus dem Fördertopf von 50 Prozent, für den Rest müsste der Landkreis aufkommen. Nach Ablauf der Förderung wäre es dem Landkreis überlassen, ob der Manager weiter beschäftigt wird oder nicht.
Den Leader-Manager sahen Landrat und Verwaltung als beste Lösung an.
Wie wichtig diese neue Stelle für den Landkreis ist, war den Kreisräten bewusst. Trotzdem stellte sich Heinrich Lenz dagegen. "Seit ich in den Ausschüssen sitze, wird nur Geld ausgegeben, wo wir doch keines mehr haben", begründete er seine Meinung.
"Als unbedingt notwendig" kommentierte Josef Geis die Schaffung der Stelle. Peter Kaspar gab zu bedenken, dass man außer vom Tourismus von sonst nichts mehr leben könne.
Auf die Seite von Lenz schlugen sich die Kreisräte Max Mayerhofer und Gerhard Töpfl. Ihrer Meinung nach wäre es besser gewesen, den Regionalmanager erst in den Besprechungen für den Haushalt 2003 aufzunehmen - nicht im Nachtragsstellenplan.
Bei der Abstimmung waren diese Drei dagegen - die Mehrheit stimmte zu. Mit der Bedingung: Die Verwaltung muss bis zur Sitzung des Kreistages ein genaueres Konzept vorlegen.
Aus: Passauer Neue Presse, Freyung, 28.11.02

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Die Häring Service Company hat für die Niederlassung in Stuttgart einen neuen Partner und Gesellschafter gefunden

Die Stuttgarter Niederlassung wird im kommenden Jahr auf rund hundert Mitarbeiter aufgestockt

Grafenau (bi). Die grösste Arbeitgeberin im Landkreis Freyung-Grafenau, die Häring Service Company mit ihren 1600 Mitarbeitern, baut ihre Niederlassung in Stuttgart weiter aus und ist mit der Knoche & Barth Logistik in Heilbronn eine enge Kooperation eingegangen. Die Unternehmensgruppen Häring und Frachtenkontor bündeln am Standort Stuttgart ab 1. Januar 2003 ihre speditionellen und logistischen Aktivitäten in einem Joint Venture für den Raum Baden-Württemberg.
Gesellschafter der unter dem Namen Häring GmbH & Co. KG, Stuttgart firmierenden Gesellschaft sind die Häring GmbH & Co. KG, Grafenau, und die Knoche & Barth Logistik GmbH, Heilbronn, ein Tochterunternehmen der Frachtenkontor-Gruppe in Duisburg.
Über viele Jahre hinweg verbindet beide Unternehmen eine freundschaftliche Zusammenarbeit. Neben der Konzentration auf die bestehenden Geschäftsfelder Automotiv, Markenartikeldistribution und Systemverkehre werden auch individuelle Logistiklösungen im Bereich des Outsourcings zu den Schwerpunkten am Standort Stuttgart gehören.
Die neue Häring GmbH & Co. KG, Stuttgart wird mit rund 100 Mitarbeitern für deren Kunden das bisherige Dienstleistungsangebot unverändert gewährleisten. Geschäftsführer werden Werner Glasmacher und Gerald Kuckenburg, bisher bereits Geschäftsführer der Knoche&Barth Logistik GmbH, Heilbronn, für die Bereiche operative Abwicklung, Produktion und Vertrieb. Christian Ueberham, derzeit Niederlassungsleiter von Häring Stuttgart, wird die Übergangsphase begleiten.
Die Unternehmen Häring und Frachtenkontor forcieren durch die gezielte Nutzung der entstehenden Synergien und Potenziale die weitere erfolgreiche Entwicklung der Firmengruppen," so der Mehrheitsgesellschafter Karl-Heinz Häring.

Aus: Grafenauer Anzeiger, 28.11.02

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Mehr Platz und Personal für die Physiotherapie im Krankenhaus

Zusätzliche Fachkraft eingestellt - Gruppenraum steht zur Verfügung

Waldkirchen (lb). Das Krankenhaus Waldkirchen wurde in den vergangenen zwei Jahren umfassend saniert und erweitert. Neben zusätzlichen Patientenzimmern, einer Aufnahmestation und einer neuen Küche wurden die Behandlungsräume der Abteilung für Physiotherapie (Krankengymnastik, Massage u. a.) um einen großen Gruppenraum erweitert, in dem Gruppentherapien durchgeführt werden. Dazu gehören Rückenschule, Wirbelsäulengymnastik, Atemtherapie, Entspannungsgruppen und Osteoporosegymnastik. Alle Gruppen werden von qualifizierten Physiotherapeuten geleitet. Teilweise ist eine Zuschuss der Krankenkassen möglich.
Unlängst wurde die Abteilung durch die Einstellung einer leitenden Physiotherapeutin personell verstärkt: Anja Wezel arbeitete die letzten Jahre in einem großen, renommierten Reha-Zentrum in Traunstein, in welchem auch Spitzensportler wie Tobias Angerer und Evi Sachenbacher (Skilanglauf-Medaillengewinnerin bei Olympia 2002) und Martin Braxenthaler (dreifacher Goldmedaillengewinner bei den Paralympics 2002) betreut wurden.
Ergänzend zu den Spezialausbildungen der bereits vorhandenen Mitarbeiterinnen verfügt Tanja Wezel über Fortbildungen in allen Bereichen der Orthopädie, Neurologie und Sportmedizin. Die Leistungen dieser verstärken Abteilung stehen für die stationären Patienten des Krankenhauses Waldkirchen, aber auch für ambulante Behandlungen zur Verfügung. Die Ambulanz besitzt die Zulassung für alle Krankenkassen und berufsgenossenschaftliche Heilbehandlungen.
Aus: Passauer Neue Presse, Waldkirchen, 28.11.02

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Rodenstock dementiert Verkaufs- Meldungen

Die Firma ist allerdings auf der Suche nach Investoren

von Ingrid Frisch
Regen/München. Die Botschaften ähneln sich, nur die Formulierungen sind verschieden: Von einem "Verkauf" der Firma Rodenstock, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung gestern gemeldet hat, will die Firmenleitung nicht reden. Dass die Familie Rodenstock auf der Suche nach Investoren ist, wurde allerdings bestätigt.
"Der Brillenhersteller Rodenstock steht zum Verkauf" - mit dieser Meldung hat die FAZ gestern für Gesprächsstoff gesorgt. Die Familie Rodenstock, die das Traditionsunternehmen in vierter Generation führt und vollständig besitzt, habe eine Frankfurter Firma mit der Suche nach Investoren beauftragt. Verkaufsprospekte seien an potenzielle Interessenten verschickt worden, so die Meldungen.
"Von einem Verkauf kann nicht die Rede sein", kommentierte Rodenstock-Sprecher Jürgen Hopf den FAZ-Bericht. Gespräche mit Investoren über Beteiligungen bestätigte Hopf dagegen. "Aber sowas kann man doch nicht Verkauf nennen", kritisierte er den "falschen Zungenschlag" des Zeitungsartikels. Anlass der Gespräche mit Finanzinvestoren sei keineswegs eine aktuelle Krise. "Wir brauchen keinen, um Verlustlöcher zu stopfen. Wir haben diese Löcher selbst gestopft", beschreibt der Pressesprecher die finanzielle Situation des größten deutschen Brillenherstellers.
Das Unternehmen, in dem konzernweit 5 800 Menschen, rund 960 davon im Werk Regen, beschäftigt sind, strebe heuer nach einem Verlust von 19 Millionen Euro im vergangenen Jahr sogar eine "schwarze Null" an.

Mit Investoren auf Wachstums-Kurs

Mit neuen Investoren und frischem Kapital setze Rodenstock auf Wachstum und wolle weg vom klassischen Familienunternehmen. Allerdings: "Es ist nicht im Interesse der Gesellschafter, die Mehrheit zu verlieren", betonte der Firmensprecher. Und: Weiterer Personalabbau sei in diesem Zusammenhang kein Thema.
Für Insider waren die Nachrichten vom angeblichen Verkauf so sensationell nun wieder nicht: "Ein bisserl überraschend" fand sie zum Beispiel Max Schiller, der Betriebsratsvorsitzende des Werkes Regen.
Die Suche nach Investoren sei aktuell, seit sich Rodenstock diesen Sommer mit einer GmbH eine neue Gesellschaftsstruktur gegeben habe. Im August ist dieser Schritt rückwirkend zum 1. Januar vollzogen worden.
Mit dieser neuen Gesellschaftsform habe die Firma Rodenstock zugleich "mehr Interesse nach außen signalisiert", so Pressesprecher Hopf. "Wir waren selbst überrascht von den Angeboten, die seitdem auf uns zukommen", beschreibt Jürgen Hopf das Interesse an Beteiligungen.
Von der Umstrukturierung in eine GmbH ist der Betriebsratsvorsitzende Max Schiller ganz konkret betroffen: Er sitzt als einer von zwei Arbeitnehmer-Vertretern im sechsköpfigen Aufsichtsrat der Rodenstock GmbH.
Vor gut zwei Wochen, bei der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats, war ein Verkauf des Unternehmens kein Thema, sagt Schiller.
Darüber, dass Firmenchef und Mehrheitsgesellschafter Randolf Rodenstock auf der Suche nach Investoren ist, seien die Beschäftigten auch bei der diesjährigen Betriebsversammlung informiert worden, erinnert Schiller.
Und auch bei der Betriebsversammlung am vergangenen Freitag in Frankfurt war von einem Verkauf keine Rede. "Ein Firmensprecher hat eine entsprechende Anfrage dementiert" , hat der Regener Betriebsratsvorsitzende mit eigenen Ohren gehört.

Belegschaft reagiert verunsichert

In der ohnehin verunsicherten Rodenstock-Belegschaft hat die Meldung vom angeblichen Verkauf dennoch für weitere Verunsicherung gesorgt, schilderte Schiller gestern die Stimmung im Betrieb: "Die Angst vor einer ungewissen Zukunft ist da".

Aus: Bayerwald-Bote, Regen, 28.11.02

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Positiver Trend bei LINOS hält an: Mit dem Umsatz geht es genauso aufwärts wie mit den Aufträgen

Aber: Der Personalabbau geht weiter und Kunden sind bei großen Serienaufträgen zurückhaltend

Regen/Göttingen (igf). Um sieben Prozent hat die LINOS AG ihren Umsatz gegenüber dem Vorquartal gesteigert. Auch bei den Aufträgen ging der Trend nach oben - um 1,6 Prozent auf 20,03 Millionen Euro. Das teilt das Unternehmen in seinem aktuellen Quartalsbericht mit. "Wir befinden uns auf einem guten Weg - allerdings in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld", bremste Prof. Dr. Gerd Litfin , Vorstandsvorsitzender der LINOS AG gestern allzu große Hoffnungen auf eine "Rückkehr auf den langfristigen Wachstumspfad".
Viele Kunden seien weiterhin vorsichtig mit großen Serienaufträgen. Vor allem in der Telekommunikation und der Halbleiterindustrie bleibe die Nachfrage verhalten.
Die Tendenzen in den drei Geschäftsfeldern sind recht unterschiedlich: Im Bereich Informations-Technik/ Kommunikation ist der Umsatz gegenüber dem zweiten Quartal 2002 um elf Prozent auf vier Millionen Euro gestiegen. Im Geschäftsfeld Gesundheit blieb der Umsatz mit 5,73 Millionen Euro nahezu unverändert. Der Aufwärtstrend im Geschäftsfeld Industrielle Fertigung ging mit 10,6 Prozent weiter.
Das Ziel, Kosten zu sparen, hat die LINOS AG im dritten Quartal 2002 konsequent fortgeführt. Arbeitszeiten sind gekürzt und der Personalstand auf 917 Mitarbeiter abgebaut worden.
Für den Standort Regen bedeutet das einen aktuellen Personalstand von 254 Mitarbeitern. Ende Januar diesen Jahres waren es noch 272, im April 2001 281 Mitarbeiter.
Bedingt durch Kündigungsfristen wird sich der Personalabbau erst im vierten Quartal in vollem Umfang bemerkbar machen.
Wegen starker Schwankungen bei der Nachfrage sind die Verantwortlichen bei LINOS mit Prognosen vorsichtig. Aber: "Die Erschließung wichtiger internationaler Märkte schreitet voran", sagte der Vorstandsvorsitzende. Und: "Steigende Auftragseingänge und die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen versprechen ein stabiles Geschäft".

Aus: Bayerwald-Bote, Regen, 28.11.02

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Für die eigene Schule Neues gelernt

"Pägagogischer Tag" der Berufsschule - Lehrer zeigen sich konstruktiv

Viechtach (vbb). Auch Lehrer können noch lernen: In der letzten Woche führte das gesamte Lehrerkollegium der Berufsschule und der Fachoberschule Regen (50 Lehrerinnen und Lehrer) in den Tagungsräumen des Hotels Schmaus in Viechtach ihren "Pädagogischen Tag" durch. Geleitet und moderiert wurde die zweitägige Fortbildung von den Entwicklungsexperten Dipl.-Ing. Johann Heiß aus Vilshofen und Studiendirektor Anton Kolbinger aus Landshut. Der Schulleiter, Oberstudiendirektor Bartholomäus Sagstetter, hieß sie im Kreis der Kollegen willkommen. Für die Organisation sorgte das Entwicklungsteam der Schule unter Federführung von Fachlehrer Peter Stolzenberger und Studienrat Kusser.
Ziel dieser Auftaktveranstaltung, die unter dem Motto "Mal einen Tag meine Schule gestalten" stand, waren neben der gemeinsamen Stärke- und Istanalyse der Schule eine Ziel- und Wegbeschreibung zur weiteren Verbesserung der Schulqualität. Zugleich sollte in Arbeitsgruppen die Verwirklichung der im Konsens gefundenen Zielvorgaben angestrebt werden.
Am ersten Tag bearbeiteten acht Arbeitsgruppen verschiedene Themenbereiche, die sich z.B. mit dem Schulgebäude, der Organisation und Zusammenarbeit im Kollegium sowie der Beziehung zwischen Schülern und Lehrern beschäftigten.
Die Ergebnisse dieser Arbeiten wurden anschließend im Plenum vorgestellt, analysiert und diskutiert. Sie bildeten damit die Grundlage für den zweiten Tag, an dem Teams gebildet wurden, um eine Umsetzung der geplanten Projekte in naher Zukunft zu gewährleisten. Es wurden Arbeitsaufträge vergeben, die von den jeweiligen Arbeitsgruppen nach vereinbarten Zeitvorgaben realisiert und evaluiert werden müssen.
Auch wenn diese Projekte sicher nicht ohne Reibungsverlust , ohne eigenes Engagement und ohne Anstrengung zu verwirklichen sein werden, so waren sich alle Beteiligten einig, dass die Schule auf diese Art eine nachhaltige und zukunftsorientierte Qualitätsförderung erfahren wird.
Aus aktuellem Anlass wurden abends nach einem gemeinsamen Arbeitsessen die Themen "Die Stärken der Berufsschule Regen/Viechtach" und "Die Zukunft beginnt heute" aufgegriffen und von verschiedenen Seiten beleuchtet. Dabei wurden nicht nur die Gefahren für die Schulstandorte Regen und Viechtach herausgearbeitet, sondern auch mögliche Chancen und Perspektiven erörtert. Für die Teilnehmer stand dabei fest, dass sie ihre gesamte Kraft für ihre Schule einsetzen werden und dass parallel dazu die Politik flankierend gefordert ist, um nicht unter die Räder der "Kompetenzbildung" bzw. in den Sog von sich bildenden "Großschulen" zu kommen.
Die Berufsschullehrer hoffen, dass die gute Arbeit, die seit Jahren in Regen und Viechtach geleistet wird, auch in Zukunft der Entwicklung der Schule dienlich sein wird. Positiv motiviert durch die produktive Fortbildung erwarten die Lehrerinnen und Lehrer der Berufsschule Regen/Viechtach und der Fachoberschule Regen weitere Fortbildungen, die im Rahmen der Schulentwicklung erfolgen werden.

Aus: Viechtacher Bayerwald-Bote, 28.11.02

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Nachtmann verlagert Produktion: 40 neue Arbeitsplätze für Riedlhütte

Modernisierte Säurepolieranlage fährt künftig im Dreischichtbetrieb

Riedlhütte (bbz). Die F.X. Nachtmann Crystal AG produziert künftig nicht mehr am Stammsitz in Neustadt/Waldnaab. Anfang 2003 wird die Produktion nach Riedlhütte und Weiden ausgelagert. Die Umstrukturierung schafft in Riedlhütte 30 bis 40 Arbeitsplätze. Nach Verlagerung der Heißproduktion zieht Nachtmann nun auch die Kaltproduktion von Neustadt ab. Die Säurepolieranlage in Riedlhütte soll bald im Dreischichtbetrieb laufen. Die Hauptverwaltung für alle Nachtmann-Werke wird mit 160 Angestellten in Neustadt/Waldnaab bleiben."Hintergrund ist die allgemeine Konjunkturkrise, die trotz eines verbesserten Auftragsbestandes ein rigoroses Liquiditäts- und Kostenmanagement fordert", so Nachtmann-Finanzvorstand Alois Kaufmann.
Laut Technik-Geschäftsführer Klaus Götz wird wohl nur eine Hand voll "Nachtmänner" von Neustadt nach Riedlhütte wechseln, die nach der Verlagerung benötigten 30 bis 40 Mitarbeiter werden vor Ort kommen. Mit diesen Schritten reagiert die Unternehmesnsleitung der Nachtmann AG auf die sich weiter verschärfende konjunkturelle Lage. Das Unternehmen zieht damit den für 2004 geplanten Rückbau des Standortes Neustadt auf reine Dienstleistungsfunktionen um zwei Jahre vor.
In Riedlhütte wurde vor kurzem eine hochmoderne Säurepolieranlage installiert, die in der Lage ist, die Kapazitäten des Werkes Neustadt deutlich besser und konstengünstiger zu produzieren.
Der Riedlhütter Nachtmann-Betriebsratsvorsitzende Georg Seidl trägt die Entscheidung der Konzernleitung voll mit, kann doch künftig die Säurepolieranlage in seinem Werk im Dreischichtbetrieb gefahren werden. Dadurch werden bis 40 Arbeitsplätze geschaffen.
Georg Seidl und seine Betriebsräte konnten mit der Geschäftsführung eine Einigung zur Auszahlung des Weihnachtsgeldes finden und haben der Splittung der betrieblichen Zusatzleistung zugestimmt. Die erste Hälfte wird noch in diesem Jahr, die zweite Hälfte bis Mitte nächsten Jahres ausbezahlt.

Aus: Bayerwald-Bote, Zwiesel, 28.11.02

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"Wem oder was sollen wir noch glauben?"

Bürgermeister Riedl fassungslos über Kündigung von 110 Südfleisch-Beschäftigten - Arbeitsamt: Schwierige Lage

von
Christian Wanninger

Pfarrkirchen. Die Hiobsbotschaft traf fast alle unvorbereitet. Mit so neuerlich massiven Entlassungen beim Pfarrkirchner Südfleisch-Schlachthof hatte niemand gerechnet. Die Belegschaft ist fassungslos, Bürgermeister Georg Riedl ringt um Worte, und wieder geht die Angst um, dass das Fleischzentrum vor dem völligen Aus stehen könnte. Daran ändern auch gegenteilige Beteuerungen des Konzerns nichts. Nachdem bei der Schließung der Tier- und Humannahrung im letzten Jahr knapp 100 Mitarbeiter ihren Job verloren haben, trifft es jetzt 110 der noch 270 Beschäftigten und 60 der zurzeit 180 bei Fremdfirmen tätigen Mitarbeiter. Sie werden in den nächsten Wochen ihre Kündigung erhalten. Grund dafür: Südfleisch siedelt die Zerlegung der geschlachteten Schweine und Rinder komplett an den Standort Waldkraiburg um. 
Im Gegenzug soll der Rottaler Schlachthof zum "Zentralbetrieb für die Produktion von SB-Frischfleisch" aufgebaut werden, wie Konzern-Pressesprecher Wolfgang Braun gestern betonte. Das heißt: Vor dem Hintergrund, dass auch große Lebensmitteldiscounter aller Voraussicht nach ins Wurst- und Fleischgeschäft einsteigen wollen, will Südfleisch eine breite Produktpalette für das Selbstbedienungs (SB)-Regal in den Lebensmittelmärkten erzeugen. Begonnen hat man damit bereits. Frisches Hackfleisch und Bratwürste in SB-Verpackung, Leberkäsbrät oder Kassler-Sortiment wird in Pfarrkirchen schon hergestellt.
Ob und wie sich dieses künftige Standbein (neben der Schlachtung, die verstärkt werden soll) auswirken wird, kann momentan niemand genau sagen. Braun spricht von "mittelfristigem personellem Neuaufbau und Schaffung neuer Arbeistplätze". Allerdings würden für die SB-Produktion bei der Belegschaft neue Qualifikationen erforderlich sein.
Diese mögliche neue Perspektive konnte nichts daran ändern, dass die Nachricht von den massiven Entlassungen in Pfarrkirchen und der ganzen Region wie eine Bombe einschlug und für Skepsis sorgt. Denn nach der Kündigungswelle im letzten Jahr und positiven Aussagen der Unternehmensspitze in den vergangenen Monaten hatte dies kaum jemand erwartet.
Bürgermeister Georg Riedl zeigte sich sprach- und fassungslos. Er hatte schon Ende letzter Woche von der geplanten Umstrukturierung erfahren.

"Ich vermisse ein schlüssiges Konzept"

"Ich habe mich sofort an den Vorstand gewandt und klar gemacht, wie unverständlich diese Maßnahme für mich ist", so Riedl gestern gegenüber der PNP. Für ihn sei nicht nachzuvollziehen, dass im Juni beim Tag der offenen Tür angekündigt wurde, Pfarrkirchen zu dem Fleischzentrum Süddeutschlands überhaupt zu machen und jetzt die Zerlegung abgezogen wird. "Das kann sich doch in fünf Monaten nicht alles völlig verändert haben."
Er sagt ganz offen: "Für wen hält uns die Konzernspitze eigentlich? Auf wen oder was sollen wir uns denn noch verlassen?" Riedl vermisst ein glaubhaftes Konzept, wie es mit dem Betrieb in Pfarrkirchen weitergeht. Deshalb stelle sich für ihn entgegen anders lautender Aussagen sehr wohl die grundsätzliche Frage nach der Zukunft des Betriebes. Darüber und "über das Schicksal von 110 Menschen" will er mit dem Vorstandsvorsitzenden der Südfleisch, Karl-Heinz Kiesel, reden. Für den 5. Dezember ist ein Treffen anberaumt. Dass sich dabei für die gekündigten Mitarbeiter etwas ändern wird, damit rechnet aber auch der Bürgermeister nicht.
Betriebsratsvorsitzender Ludwig Stummer hatte gestern einen schweren Gang vor sich - wieder einmal. "25 Jahre bin ich jetzt bei der Firma, aber seit ich dem Betriebsrat vorstehe, habe ich nur solche Sch... am Hut. Ich habe mir diese Arbeit ganz anders vorgestellt", sagte er zwei Stunden bevor er mit dem Chef des Schlachthofs, Anton Baur (er war zu keiner Aussage bereit), in die kurzfristig anberaumte Betriebsversammlung ging. Dort wurde den Mitarbeitern die Situation mitgeteilt. In einer außerordentlichen Betriebsratssitzung hatte Stummer am Morgen mit den Kollegen die neue Lage besprochen.

Schlechtestes Ergebnis im ganzen Konzern

"Der Pfarrkirchner Schlachthof ist der Betrieb mit dem schlechtesten Ergebnis im gesamten Konzern", hat Stummer trotz der Kündigungen Verständnis für die neuerliche Umstrukturierung. Eine Spezialisierung der einzelnen Schlachthöfe sei durchaus sinnvoll. Allerdings kann er seinen Ärger über Entscheidungen in der Vergangenheit nicht verhehlen. "Diese ganze Erweiterung in solcher Dimension und in allen Bereichen hätte man sich schenken sollen. Mit dieser Bauerei begann der Abstieg des Pfarrkirchner Betriebs", blickt er zurück auf die Investitionen zu Beginn der 90-er Jahre.
Den SB-Bereich, der in Pfarrkirchen in der Zukunft neben der Schlachtung die Hauptrolle spielen soll, sieht er durchaus als Chance. "Und so schlimm es ist: Lieber wird die Zerlegung verlegt, bevor der ganze Schlachthof zugemacht wird."
Dass dies angesichts der erneuten Kündigungen unter den Beschäftigten befürchtet wird, ist kein Wunder. Das weiß auch Stummer. Den Teufel will er

Hoffen auf den Markt der SB-Produkte

nicht an die Wand malen, sagt aber ganz klar: "Wir haben nur den Vorteil, dass diese Mengen, die wir hier schlachten, nicht so einfach woanders hin übertragen werden können." Deshalb werde es den Pfarrkirchner Betrieb auch weiter geben.
Die Existenz des Rottaler Schlachthofs hält auch Hans Danner, Aufsichtsrat in der Südfleisch Holding und Vorsitzender der niederbayerischen Viehvermarktungsgenossenschaft (VVG), größter Anteilseigner der Südfleisch, nicht für gefährdet: "Das ist kein Thema." Der Standort Pfarrkirchen bleibe der große Exportschlachthof und bekomme als neuen Schwerpunkt den SB-Bereich. Um am effizientesten arbeiten zu können, sei eine Zusammenfassung mancher Bereiche an einem Standort nötig.
Wie Südfleisch-Sprecher Wolfgang Braun wollte sich auch Danner nicht zu den genauen Verlusten äußern, die das Pfarrkirchner Fleischzentrum offenbar erneut schreibt. "An dieser Debatte beteilige ich mich nicht. Mit der Schlachtung allein ist kein Gewinn zu machen. So wird es Betriebe in der Südfleisch geben, die Geld verdienen und welche, die keines verdienen. Entscheidend ist das Gesamtergebnis des Konzerns." Und dies wird heuer laut Danner eine "schwarze Null" sein.
Danners Aufsichtsratskollege Kurt Haberl, zugleich Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), zeigte sich böse überrascht: "Mit so vielen Entlassungen haben wir nicht gerechnet." Er kündigte an, dass die NGG einen Sozialplan fordern "und auch bekommen" werde. Nach Gesprächen mit dem Betriebsrat wolle man sich überlegen, wie man diese hohe Zahl der Kündigungen möglicherweise reduzieren kann. Großen Illusionen gibt er sich aber nicht hin: "Wir werden diese wirtschaftliche Entscheidung des Unternehmens nicht ändern können."
Als "Hiobsbotschaft" bezeichnete auch Jutta Müller, stellvertretende. Direktorin des Arbeitsamtes Pfarrkirchen, diese Entwicklung bei Südfleisch. Denn die Aussicht, dass die von der Entlassung Betroffenen in absehbarer Zeit einen Job finden, hält sie für alles andere als gut. "Es gilt zwar nach wie vor, je höher der Qualifikationsgrad umso größer die Chance. Aber selbst vom Fachkräftemangel ist momentan keine Rede mehr, und die Einstellungsbereitschaft in der jetzigen Phase ist generell gering."
Bereits heute gibt es nach ihren Angaben ein Treffen mit Vertretern von Südfleisch im Arbeitsamt. Dann müsse man sehen, was gemeinsam zu machen sei. Den betroffenen Südfleisch-Mitarbeitern rät Müller, sich möglichst früh mit dem Arbeitsamt in Verbindung zu setzen.

Aus: Passauer Neue Presse, Pfarrkirchen, 28.11.02

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Plattling neues Porsche-Zentrum

Vertretung für ganz Niederbayern - Standort Deggendorf entfällt

von Oliver Hausladen
Plattling
. Mekka für Käufer und Besitzer der Zuffenhausener Edel-Sportwagen Porsche in Niederbayern ist künftig Plattling.
Am Dienstag öffnete nach dem Umzug aus Deggendorf, wo das Zentrum seit 1999 untergebracht war, die neue Niederlassung an der Dr.-Wandinger-Straße in Plattling.
"Der Hauptgrund für unseren Wechsel war, dass es uns in Deggendorf zu eng wurde", erläutert Georg Gabriel, Geschäftsführer des "Porsche-Zentrums Niederbayern." Vor allem für Präsentation und Verkauf der dritten Porsche-Modellreihe, dem Offroader "Cayenne", habe in der Deggendorfer Industriestraße der Platz nicht mehr gereicht. "Mit jetzt knapp 740 Quadratmetern Fläche haben wir in Plattling fast dreimal soviel Raum wie vorher", so Gabriel.
Außerdem sei in Plattling der Standort besser. Spenglerei und Autowaschanlage, die beide wie das Porsche-Zentrum zur AVP-Automobilgruppe gehören, seien mit auf dem Areal integriert. Das ehemaligen Porsche-Gelände in Deggendorf werde als Audi-Verkaufszentrum genutzt.
Im vergangenen Geschäftsjahr, dass bei AVP jeweils am 1. August beginnt, hat das Porsche-Zentrum laut Gabriel etwa 100 Neu- und 60 Gebrauchtwagen verkauft. Gabriel glaubt, dass nach dem Umzug und insbesondere mit Einführung des "Cheyene" (Stückpreis ab 60 000 Euro) hier noch eine Steigerung möglich ist.
Dass die Kunden trotz der momentan schlechten Konjunkturlage gerne zu Porsche greifen, ist für Gabriel vor allem eine Sache der Qualität und des Prestiges: "Die Leute wollen sich etwas Schönes und Hochwertiges gönnen, wenn sie das Geld dafür haben."
Das Porsche-Zentrum in Plattling beschäftigt derzeit 13 Mitarbeiter und ist das Einzige in Niederbayern. Die nächsten weiteren Standorte sind Altötting und Regensburg. "Unsere Kunden kommen aus ganz Niederbayern, es sind aber auch einige Oberpfälzer und Oberbayern dabei", sagt Geschäftsführer Gabriel. Er schätzt, dass über 1000 Porsche-Fahrzeuge in Ostbayern unterwegs sind.
Das Porsche-Zentrum Niederbayern ist Teil der AVP-Automobilgruppe. Dazu gehören neben den Ballach-Audi- und Ballach-VW-Autohäusern in Deggendorf und den Autohäusern Biller (Viechtach), Ballach (Regen) und Hofmann (Zwiesel) auch die Plattlinger VW- und Seat-Autohäuser Reil und ein Lackierzentrum. Das Unternehmen beschäftigt über 200 Mitarbeiter. 2002 wird den Angaben nach ein Umsatz von 60 Millionen Euro bei etwa 3500 verkauften Fahrzeugen angestrebt.
Laut Gabriel läuft das Geschäft mit Porsches und Audis im Moment sehr gut, bei VW sehe es dagegen durchwachsen aus. "Vielleicht bringt der neue Golf hier etwas Bewegung", hofft er. Ansonsten sitze das Geld bei den Menschen, die sich keinen Porsche oder Audi leisten könnten, im Moment wegen der schwierigen Wirtschaftslage nicht so locker, sagt der Geschäftsführer.

Aus: Passauer Neue Presse, 28.11.02

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Neoplan trotzt Branchenkrise

Werk Pilsting ist Firmenangaben zufolge "zufriedenstellend ausgelastet"

von Alois Schießl
Pilsting. Weil es gelungen sei, neue Aufträge zu gewinnen, und weil ein Teil der im Berliner Neoplan-Werk still gelegten Produktion nach Niederbayern verlagert worden sei, sei das Neoplan-Werk in Pilsting entgegen dem Branchentrend zufriedenstellend ausgelastet.
Dies sagte gestern ein Firmensprecher gegenüber unserer Zeitung. Somit hätten die im Werk Pilsting arbeitenden rund 680 Beschäftigten auch 2003 einen relativ sicheren Arbeitsplatz. In Pilsting sollen in diesem Jahr rund 445 Busse aus den Werkshallen rollen, 2003 sollen es in etwa eben so viele werden.
Insgesamt beschäftigt Neoplan in den Werken Pilsting, Stuttgart und Plauen etwa 1860 Mitarbeiter, die in diesem Jahr rund 1200 Busse bauen sollen. Pilsting ist nach Firmenangaben für Neoplan "enorm wichtig." In dem niederbayerischen Werk würden vor allem Niederflur-Linienbusse und Doppeldeckerbusse hergestellt.
"Keine Auswirkungen auf Pilsting" hat nach Firmenangaben die geplante Konzentration des Busgeschäfts des Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzerns MAN, zu dem Neoplan seit Mitte 2001 gehört. Wie ein MAN-Sprecher mitteilte, sollen die MAN Bus und die NEOMAN Bus Holding zur NEOMAN Bus GmbH mit Sitz in Salzgitter zusammenführt werden. Zudem werde der Fertigungsverbund auf die Werke in der Türkei und in Polen ausgeweitet. Parallel dazu sollen die Back-Office-Vertriebsfunktionen und die Verwaltung integriert und verschlankt werden. In diese neue Struktur soll den Angabenk nach auch die Neoplan Bus GmbH einbezogen werden.
"Busse der Marke Neoplan werden aber weiterhin durch diese hergestellt und vermarktet", betonte der Sprecher. Geplant sei jedoch, dass die Synergieeffekte des Neoplan-Verbundes genutzt werden, womit die Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden solle. MAN reagiere damit auf den Auftragsrückgang bei Bussen in der Gesamtbranche von 23 Prozent.

Aus: Passauer Neue Presse, 28.11.02

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"Ostbayern braucht dringend eine Reform des Arbeitsmarkts"

IHK-Präsident fordert weniger Steuern für kleine Firmen

Passau (oh). Für die niederbayerische Wirtschaft sei eine über die Vorschläge der Hartz-Kommission hinaus gehende Reform des Arbeitsmarkts mit mehr Flexibilisierung dringend notwendig, sagte Gerhard Thiele, Präsident der IHK Niederbayern, bei der jüngsten Sitzung des Präsidiums. Das Ziel müsse sein, die Steuerbelastung für kleinere Betriebe zu senken.
"Momentan zieht die Bundesregierung den mittelständischen Betrieben den Boden unter den Füßen weg", mahnte Thiele. Die Zunahme der Firmen-Insolvenzen in Niederbayern gebe Anlass zu großer Besorgnis. Die überfälligen Reformen der sozialen Sicherungssysteme und die in der jetzigen Situation notwendige Senkung der Steuerbelastung würden nicht in Angriff genommen, sagte Thiele. Stattdessen setze die Bundesregierung auf weitere Einnahmeerhöhungen bei Steuern und Sozialabgaben.
Um wieder ein wenig Aufbruchstimmung in der Wirtschaft zu erreichen, benötigen die Unternehmen im IHK-Bezirk laut Thiele das Gegenteil der Kernbotschaft des jetzigen Koalitionsvertrags: Weniger Staat, weniger Bürokratie und mehr Markt. Ostbayern brauche dringend wieder mehr Handlungsspielräume für den Mittelstand und Existenzgründer, sagte der IHK-Präsident.

Aus: Passauer Neue Presse, 28.11.02

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Präsident informiert sich über den örtlichen Arbeitsmarkt

Wolfgang Breunig besucht Deggendorfer Amt

Deggendorf (dz). Hoher Besuch am Deggendorfer Arbeitsamt: Direktorin Barbara Breese begrüßte den Präsidenten des Landesarbeitsamtes Bayern, Wolfgang Breunig.
Breese stellte den Bezirk, seine Struktur und die Probleme am Arbeitsmarkt dar, die aufgrund von konjunkturellen aber auch strukturellen Einflüssen in den letzten Jahren deutlich mehr geworden sind. Wolfgang Breunig ist es wichtig, den Kontakt zu den Regionen zu pflegen. Nürnberg als Sitz des Landesarbeitsamtes sei von den örtlichen Arbeitsmärkten zu weit entfernt, um ohne diese Verbindungen passgenaue Entscheidungen treffen zu können.
Der Dialog zwischen den Führungsebenen sei die Voraussetzung dafür, dass das Landesarbeitsamt seine Mittlerrolle zwischen den Arbeitsämtern und der Hauptsstelle der Bundesanstalt für Arbeit wahrnehmen könne.
Ein wichtiges Thema des Treffens war die Umgestaltung der Bundesanstalt und die Neuausrichtung der Aufgaben in den Arbeitsämtern, die sich aus dem Hartz-Konzept ergeben. Noch befindet sich davon allerdings vieles in den politischen Entscheidungsgremien.
Als Dienstherr interessierte sich der Präsident nicht nur für die Probleme der Führungskräfte des Hauses, sondern kümmerte sich auch um die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter.

Aus: Deggendorfer Zeitung, 29.11.02

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Psychisch behindert: Sieht man nicht, macht aber arbeitslos

Aber es gibt Ausnahmen: Martin Keilhofer (35) arbeitet im Gebrauchtmöbel-Laden "Tagwerk" - Zehn Jahre ohne Stelle

von Verena Müller
Regen. Martin Keilhofer (35) ist psychisch schwer behindert, aber er hat einen festen Job. Das ist eine Seltenheit. Denn unter allen Schwerbehinderten, deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt schon schlecht genug sind, finden die Arbeitsämter für seelisch Angeschlagene so gut wie gar keine Stellen. Zehn Jahre hat es gedauert, bis Reinhard Kopp vom Arbeitsamt Zwiesel den 35-jährigen Keilhofer vermitteln konnte. Seit Juni 2002 schleppt der Zwieseler täglich für den Gebrauchtmöbelladen "Tagwerk" in Regen Tische und Stühle, räumt Doppelbetten aus aufgelösten Wohnungen, baut Schränke ab. In den ersten sechs Monaten haben sich das Arbeitsamt Zwiesel und das Bayerische Rote Kreuz, der Träger des "Tagwerks", die Lohnkosten für Martin Keilhofer geteilt. Jetzt bezahlt ihn das BRK allein.
"Wir hatten riesige Probleme ihn zu vermitteln", sagt Kopp. Schwerbehinderte haben auf dem Arbeitsmarkt kaum Chancen. Von allen 1500 Arbeitslosen im Arbeitsamtsbezirk Zwiesel sind 77 schwer behindert - geistig, körperlich, psychisch. Letztere sind in der freien Wirtschaft, auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt, überhaupt nicht unter zu bringen. Etwa 95 700 Schwerbehinderte leben in Niederbayern, wie viele davon an einer psychischen Krankheit leiden ist statistisch nicht erfasst.
Leute mit Depressionen oder Psychosen, Schizophrene oder durch Drogensucht seelisch Angeschlagene halten wegen ihrer Krankheit zum einen dem täglichen Streß nicht Stand, sind weniger belastbar. "Außerdem besteht die Gefahr, dass sie an einem Tag fit zur Arbeit kommen und am nächsten Tag im Bezirkskrankenhaus Mainkofen liegen", sagt Dieter Haug vom Sozialpsychatrischen Dienst Regen, der sich um die psychisch Kranken im Landkreis kümmert.
"Das ist für einen Wirtschaftsbetrieb problematisch", sagt Arbeitsamtsdirektor Toni Fischer. Die Unternehmen stünden eben auch unter dem Druck effizient arbeiten zu müssen. Bei einem körperlich Behinderten könne der Arbeitgeber das durch Technik, zum Beispiel durch spezielle Büromöbel oder einen Aufzug kompensieren. Die psychische Krankheit bleibt durch äußere Faktoren nahezu unberechenbar.


Arbeit als Beschäftigungstherapie


Wenn also überhaupt Arbeit für diese Menschen da ist, dann in sozialen Einrichtungen wie dem "Tagwerk" in Regen. 18 psychisch Kranke und ehemalige Drogensüchtige machen als 325-Euro-Kräfte kostenlos Wohnungsauflösungen, holen gebrauchte Möbel umsonst ab und verkaufen sie dann im 1400 Quadratmeter großen Laden an der Zwieseler Straße. Ihre Kunden sind neben Sozialhilfeempfängern, die statt Geld Einkaufsgutscheine vom Landratsamt erhalten, auch Schnäppchenjäger und Flohmarktliebhaber.
Die Arbeit im "Tagwerk", geleitet von Peter Brassert ist für die Kranken Beschäftigungstherapie, die Kollegen vermitteln Geborgenheit. "Hier bekommen sie menschliche Wärme. Hier wird viel Rücksicht aufeinander genonmmen, die Angestellten fühlen sich als Team", sagt Brassert.
"Schee is' ", so drückt das Martin Keilhofer aus, ein großer kräftiger Mann mit dunkelbraunem Drei-Tage-Bart. Auch wenn er tüchtig zulangen muss. "Die köperliche Anstrengung pack' ich locker", sagt der Zwieseler. Über seine Krankheit mag er nicht reden, viele Worte verliert er sowieso nicht. "Zuverlässig und pünktlich" sei Martin Keilhofer, lobt sein Chef Brassert. "Das sind Faktoren, die nicht immer bei jedem vorhanden sind." Bei Martin Keilhofer schon.
Gute Voraussetzungen sind das also, dass die vom Arbeitsamt Zwiesel gewünschte "glatte Eingliederung" von Martin Keilhofer ins "Tagwerk" gelingt. Vorerst ist sein Arbeitsvertrag auf ein Jahr befristet. Wenn die Finanzen des Trägers BRK es zulassen, dann hofft das Arbeitsamt auf eine dauerhafte Anstellung.

Aus: Der Bayerwald-Bote, Regen, 29.11.02

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Die Bauern werden trotz Krise weiter überleben

Die Redner beim Jahrtag des Bauernvereins beschwören den Zusammenhalt und den Kampfeswillen ihres Berufsstands

Tann (prä).Der traditionelle Jahrtag des Bauernvereins Tann hat einen wichtigen Platz im Veranstaltungskalender der Marktgemeinde. Er zeige alljährlich den Zusammenhalt der Mitglieder auf, der besonders in schwierigen Zeiten notwendiger sei denn je, sagte Bürgermeister Adi Fürstberger beim Festtag der Bauern aus Tann und den Nachbargemeinden.
Ein Festzug zur Pfarrkirche leitete ihn ein, organisiert von RK-KSK-Vorstandsmitglied Helmut Haslauer. Angeführt wurde der Zug von der Blaskapelle Simbach, gefolgt von Abordnungen der Feuerwehren Tannenbach und Tann, der RK-KSK Tann, der KAB und dem Obst- und Gartenbauverein sowie dem gastgebenden Bauernverein.
Der Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche wurde von der Blaskapelle mit der "Schubert-Messe" umrahmt. Pfarrer Dr. Anton Morhard bezeichnete den Bauernverein als wertvolle Solidargemeinschaft für die Mitmenschen. Der Geistliche gedachte der verstorbenen Mitglieder des Vereinsjahres: Adolf Wolferseder, Georg König und Ludwig Kopp.
Im vollen Saal des Vereinsgasthofs Strebl begrüßte Vorsitzender Peter Eder die zahlreichen Mitglieder und Vereinsabordnungen. Sein besonderer Gruß galt unter anderem den Kreis- und Gemeinderäten, BBV-Ehrenpräsident Albert Schallmoser und Ehefrau Paula, Kreisbäuerin Maria Maierhofer, "Bräu" Dipl.-Ing. Fritz Weideneder, dem er für die Bierspende dankte, und den Vertretern der Tanner Banken.
Fürstberger lobte die schöne Gestaltung des Jahrtags und stellte seine Bedeutung heraus. Er sagte, man müsse froh sein, dass man vor größeren Katastrophen verschont geblieben sei und ging noch auf die Bedeutung des Bauernstandes für Region und Gesellschaft ein.
Schriftführerin und Kassenführerin Anneliese Eder erinnerte an die Ereignisse im Vereinsjahr. Sie konnte in ihrem Kassenbericht eine positive Finanzlage aufzeigen.
Kreisbäuerin Maria Maierhofer befasste sich mit der aktuellen Lage der Landwirtschaft und stellte einen Vergleich von Geistlichen und Landwirten auf: Beide werden immer weniger, hätten aber durchgehalten und Krisen bewältigt. Kritik übte sie an der Landwirtschaftspolitik der rot-grünen Regierung und insbesondere an Ministerin Renate Künast. Sie sei nicht gut für den Bauernstand, der vor allem in Bayern noch seine Bedeutung habe. Nachteile befürchtet sie durch die Osterweiterung. Sie kritisierte auch die Wettbewerbsungleichheit in der EU. Maierhofer forderte schließlich zum Kauf von Waren aus der Region auf. Sie berichtete auch noch von der "Plätzchenaktion" der Landfrauen im Landkreis zugunsten von Flutopfern und leukämiekranken Kinder.
BBV-Ehrenpräsident Albert Schallmoser, Vorstandschaftsmitglied der Landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger Niederbayern/Oberpfalz und des Bundesvorstands, sprach zum Thema "Landwirtschaftliche Sozialversicherung Landshut auf gutem Wege". Er mahnte notwendige Reformen an: Dienstleistung und Kundennähe dürften nicht nur Schlagworte sein. Er sehe hier Landshut auf gutem Weg.
Schwerpunkte seines Referats waren die Agrarsozialpolitik, der neue Beitragsmaßstab, eine Studie über Finanzierungsmodelle der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, über Betriebs- und Haushaltshilfe, Neues aus der Landwirtschaftlichen Alterskasse und die Situation der gesetzlichen Krankenversicherung. Nach der Fusion von Niederbayern/Oberpfalz mit Schwaben werde intensiv an einer neuen Beitragsgestaltung gearbeitet, mit dem Maßstab, keine starken Beitragsänderungen. Die Landwirtschaft habe schwere Zeiten überstanden und werde weiter überleben, schloss Schallmoser.
Mit einem ausgedehnten gemütlichen Beisammensein bei Unterhaltung, Tanz und Bewirtung mit Kaffee und Kuchen klang der Jahrtag der Bauern aus.

Aus: Passauer Neue Presse, Simbach, 29.11.02

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Deutsche Industriebank will Auftritt verstärken

IKB bietet sich Mittelstand als Finanzier an

von Alois Schießl
Passau. 1500 Firmen-Kunden hat die IKB Deutsche Industriebank AG derzeit in ganz Deutschland. In Niederbayern sind es jedoch nur 50. Das soll sich ändern.
"Wir wollen in dieser Region, für die wir gerade vor dem Hintergrund der bevorstehenden EU-Osterweiterung gute Chancen sehen, künftig verstärkt auftreten", sagte IKB-Vorstand Claus Momburg im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit Lothar Krenn habe ein "exzellenter Kenner der Region" und "versierter Experte in Sachen Mittelstands-Finanzierung" gewonnen werden können. Er werde künftig dem "gehobenen ostbayerischen Mittelstand" die Möglichkeiten der IKB als Langfrist-Finanzier näher bringen - von der Niederlassung in München aus und mit einem eigenen Büro in der Region.
Lothar Krenn ist DiplomKaufmann. Seine Eltern stammen aus Passau, er selber ist in Deggendorf geboren. Studiert hat er in Regensburg. Vor seinem Wechsel zur IKB im vergangenen Jahr war er bei der HypoVereinsbank u.a. in Landshut tätig. Bei seinem neuen Arbeitgeber firmiert Krenn als Abteilungsdirektor.
Laut Momburg kann die IKB Deutsche Industriebank AG ihren Kunden - in der Regel Firmen mit mehr als 15 Millionen Euro Jahresumsatz, junge innovative Unternehmen und gewerbliche Immobilieninvestoren - "maßgeschneiderte Finanzierungs-Lösungen" anbieten. "Wir sind die einzig überregional tätige Bank in Deutschland, die ihr Leistungsangebot exklusiv auf Unternehmer und Unternehmen ausgerichtet hat", betonte Claus Momburg.
Die Deutsche Industriebank arbeite nicht nur eng mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dem größten Institut der Mittelstandsförderung in Deutschland, zusammen, die KfW halte auch rund ein Drittel der IKB-Anteile. Die KfW hatte vor rund einem Jahr die Anteile der damaligen IKB-Großaktionäre Allianz und Münchener Rück übernommen. Mit der Allianz AG hat die IKB aber weiterhin eine Partnerschaft, die auch im Bereich Allfinanzlösungen eingesetzt wird.
Lothar Krenn und Claus Momburg reklamieren für die IKB auch eine "besonders hohe Beraterkompetenz in unternehmerischen Fragen". Dazu komme ein breites Leistungsspektrum, das Kreditvergaben in unterschiedlichsten Variationen, Leasingmodelle oder die Gewährung von Eigenkapital mittels Beteiligungen umfasse. Zudem begleite die Bank junge, technologieorientierte Firmen vom Start-up bis zum Börsengang.
Das Geldinstitut mit Sitz in Düsseldorf wurde 1924 als Bank für Industrie-Obligationen von Unternehmern für Unternehmer gegründet. In Deutschland hat es laut Momburg zwölf Stützpunkte (in Bayern in München), rund 7500 Kunden und 1300 Mitarbeiter. Das Kreditvolumen beträgt den Angaben nach 24 Milliarden Euro.

Aus: Passauer Neue Presse, 27.11.02

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Europas Kaminkehrer üben in Niederbayern

Kompetenzzentrum für Biomasse-Heizungen eröffnet - Staatsminister Erwin Huber lobt das Schulungskonzept

von Helmut von Guenter
Dingolfing. Rund 1000 Kaminkehrer aus dem Bundesgebiet durchliefen bereits die Schulungen an den Festbrennstoff-Heizungsanlagen im Schulungszentrum der Kaminkehrer-Innung in Rimbach bei Dingolfing. In Zukunft sollen dort im Kompetenzzentrum für Biomasse-Heizungen außerdem Kaminkehrer aus Österreich, der Schweiz und tschechische Berufskollegen nach dem deutschen Muster der Immissionsschutzmessung geschult werden.


Staatskanzlei-Chef hält an Meisterprüfung fest

Bei der Einweihung des neuen Kompetenzzentrums stellte gestern Staatsminister Erwin Huber in Rimbach fest, dass es eine "Erosion der bewährten und traditionsreichen Ausbildungsordnung im Handwerk nicht geben wird."
Wogen auf die in letzter Zeit von Furcht geplagte schwarze Zunft, denn immer mehr Hausbesitzer und Mieter wehren sich gegen das lukrative Kehrmonopol der Glücksbringer in Schwarz. Huber versicherte: "Wer an der Meisterprüfung rüttelt, beschädigt das Fundament des Handwerks, gefährdet Existenzgründungen und schwächt den Arbeitsmarkt."
In einer Zeit, in der mehr und mehr über die Erschöpfbarkeit fossiler Brennstoffe und die zunehmende Luftverschmutzung geredet werde, sei es nur verständlich, das nachwachsende Rohstoffe, wie Holz, an Bedeutung gewinnen. Mit dem Ausbau des Schulungskonzeptes im Bereich der modernen Heizungsanlagen stelle die Kaminkehrer-Innung Niederbayern unter Beweis, dass sie auf der Höhe der Zeit sei, lobte der Leiter der Staatskanzlei.
Die Kaminkehrer-Innung Niederbayern, mit 160 Meistern und 180 Gesellen eher klein unter den sieben bayerischen Innungen (in Oberbayern kehren 400 Meister), will mit der Eröffnung des Kompetenzzentrums ihre Kompetenz beweisen.
Dank neuester Verbrennungstechnik gewinne der Einsatz von Holz in diesem Raum immer mehr an Bedeutung, machte der bayerische Landesinnungsmeister und stellvertretende Bundesinnungsmeister Klaus Dank deutlich. Gerade der ländliche und waldreiche Charakter Niederbayerns bestimmte deshalb die Einrichtung des Kompetenzzentrums in Rimbach. Dank warnte


"Sicherheitsstandards nicht opfern"


davor, die ordnungsrechtlichen Vorgaben zu Gunsten der Vorstellungen aus Brüssel aufgeben zu wollen. Es könne nicht sein, wegen grenzüberschreitender Dienstleistungen "unseren Sicherheitsstandard zu opfern".
Auch Innungsobermeister Richard Hettmann aus Salzweg bei Passau warnte vor der gänzlichen Abschaffung der Kehrzyklen: "Bereits eine eingeschränkte Überwachung gefährdet die Betriebssicherheit auch der neuesten Anlagen." Kontrolle bleibe notwendig, um die strengen Umweltkriterien erfüllen zu können. Gerade Berufskollegen aus den Nachbarländern Frankreich oder Belgien "beneiden uns um unseren Standard".
Aus: Passauer Neue Presse, 29.11.02

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Vogt: Zwei Aufsichtsräte legen ihr Mandat nieder

Offenbar starke Differenzen - Massenklage von Vogt-Entlassenen beim Arbeitsgericht

von Alexander Kain
Passau. Die Krise des angeschlagenen Elektronik-Herstellers Vogt in Erlau bei Passau hat jetzt auch intern zu ersten Konsequenzen geführt.
Zwei der sechs Aufsichtsräte der Kapitalseite (weitere sechs Aufsichtsräte stellt die Arbeitnehmerseite) haben ihre Mandate bei der Vogt AG niedergelegt: Robert Limley, vormaliger Geschäftsführer der Vogt GmbH & Co. KG in Obernzell, sowie Dr. Herbert Wörner, früherer Vorsitzender der Geschäftsführung der Bosch-Siemens-Hausgeräte GmbH in München. Die Hintergründe haben nach Informationen der PNP Hautgout: So soll Robert Limley

 


Mandat unter Druck niedergelegt?

 


sein Aufsichtsrat-Mandat ohne Begründung niedergelegt haben - möglicherweise die Konsequenz daraus, dass er zuvor als Geschäftsführer der Vogt GmbH & Co. KG ausgeschieden ist. Das wiederum soll angeblich auf Druck der Nachkommen der Familie Vogt geschehen sein, deren Anteile am Vogt-Konzern die Vogt GmbH & Co. KG und somit Limley verwaltete. Möglicher Grund für die Differenzen: Der Börsenwert dieser Anteile sank im Zuge der Vogt-Krise rapide.
Wörner hingegen soll nach Informationen der PNP ausgeschieden sein, weil es "atmosphärische Störungen" zwischen ihm und


"Atmosphärische Störungen"


dem Vorstand des Vogt-Konzerns - das sind die AG-Chefs Reinhard Schülein als Vorsitzender sowie Karsten Odemann und Jürgen Sturhahn - gegeben haben soll.
Weder Limley noch Wörner waren gestern für eine Stellungnahme zu erreichen. Allerdings bestätigte der Aufsichtsratsvorsitzende der Vogt AG, Dr. Roland Schelling, Rechtsanwalt und Notar in Stuttgart, dass Limley bereits endgültig aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sei, während bei Wörner die satzungsmäßige Vier-Wochen-Frist noch laufe. Nachfolger für die beiden frei gewordenen Aufsichtsratssitze sollen nach PNP-Informationen ein Professor der Universität Passau sowie ein Unternehmer werden. Schelling bestätigte, dass man sich derzeit bemühe, die beiden vakanten Positionen noch vor der außerordentlichen Hauptversammlung am 12. Dezember in München zu besetzen.
Die Hauptversammlung war notwendig geworden, nachdem Ende September festgestellt worden war, dass der Jahresverlust des Geschäftsjahres 2001/2002 einschließlich der Kosten für das geplante Restrukturierungsprogramm zum Verzehr von mehr als der Hälfte des Grundkapitals geführt hat. Die außerordentliche Hauptversammlung wird über ein Refinanzierungskonzept für Vogt und somit laut Insidern "über die weitere Zukunft des Unternehmens" zu entscheiden haben. Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat wird jedoch erst auf einer späteren regulären Hauptversammlung stattfinden.
Derweil haben nach Auskunft des Arbeitsgerichtes Passau annähernd 170 ehemalige Vogt-Beschäftigte, die im Rahmen der Restrukturierung des Unternehmens entlassen worden waren, Kündigungsschutzklage oder Klage auf Nachteilsausgleich eingereicht. Insgesamt waren mehr als 200


Fast alle Entlassenen klagen gegen Vogt


Mitarbeiter entlassen worden. Somit haben rechnerisch fast alle Klage eingereicht.
Vogt-Sprecher Gernot Hein erklärte, sein Unternehmen könne die aktuellen schwebenden Verfahren nicht kommentieren.

Aus: Passauer Neue Presse, 30.11.02

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